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Zugunglück in Aichach: Haftbefehl gegen Fahrdienstleiter

Ermittlungen deuten auf menschliches Versagen hin - Zwei Menschen sterben - 08.05.2018 16:36 Uhr

Im Bahnhof Aichach kam es am Montagabend zu einem verheerenden Unfall. Ein Personenzug fuhr auf einen stehenden Güterzug auf. Zwei Menschen starben, inzwischen wurde gegen den Fahrdienstleiter Haftbefehl erlassen. © NEWS5/Pieknik


Nach dem schweren Bahnunfall mit zwei Toten und 14 Verletzten ist am Dienstag gegen den Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn Haftbefehl erlassen worden. Der 24-Jährige bleibt allerdings vorläufig auf freiem Fuß. Gegen Auflagen wurde der Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der fahrlässigen Tötung außer Vollzug gesetzt, da keine unmittelbare Fluchtgefahr bestehe, teilte das Augsburger Polizeipräsidium mit. Die Ermittler werfen dem Mitarbeiter der Deutschen Bahn vor, für das Unglück beim schwäbischen Aichach verantwortlich zu sein.

Dort war am Montagabend gegen 21.15 Uhr eine mit etwa 30 Fahrgästen besetzte Regionalbahn auf dem Weg von Augsburg nach Ingolstadt auf einen stehenden Güterzug geprallt. Warum beide Züge auf demselben Gleis unterwegs waren, ist im Detail noch unklar. Die Kripo schließt nach den bisherigen Ermittlungen eine technische Panne aus und sieht auf jeden Fall menschliches Versagen des Fahrdienstleiters als Ursache. Der 37 Jahre alte Zugführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben bei dem Unglück.

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Tote und Verletzte bei Zugunglück im Bahnhof Aichach

Tragisches Unglück am späten Montagabend: Beim Einfahren in den Bahnhof Aichach fuhr laut Polizei ein Personenzug auf einen im Bahnhof stehenden Güterzug auf. Zwei Personen überlebten die Kollision nicht, zwei weitere wurden mit mittelschweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.


Der Vorfall erinnert an das Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling vom Februar 2016. Damals waren zwei Züge der Bayerischen Oberlandbahn frontal zusammengestoßen. Zwölf Menschen starben, 89 wurden verletzt. Der Fahrdienstleiter hatte auf seinem Handy gespielt und Signale falsch gestellt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung hatte er zurückgezogen.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, den 8. Mai 2018 um 16.36 Uhr aktualisiert.


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