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"Baukunstbeirat nicht umgehen"

Schwimmzentrum Langwasser ruft Architekten auf den Plan - 17.08.2011 18:13 Uhr

Eine von vielen Modellansichten für ein Schwimmzentrum Langwasser, hier der Entwurf der Außenansicht von Westen des Architekturbüros Karlmann in Nürnberg.

Eine von vielen Modellansichten für ein Schwimmzentrum Langwasser, hier der Entwurf der Außenansicht von Westen des Architekturbüros Karlmann in Nürnberg.


Nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Grabow empfiehlt der BDA seit Jahren, dass für wichtige Projekte - insbesondere öffentliche - Wettbewerbe ausgelobt werden. Andere Vergabeverfahren (VOF) haben nach Grabows Ansicht deutliche Nachteile, die am Projekt „Schwimmzentrum Langwasser“ deutlich würden.

Im Wettbewerb werde ein Entwurf nach allen wichtigen Kriterien beurteilt: „Neben Städtebau, Funktion, Erschließung und Gestalt sind dies natürlich auch Haustechnik- und Energiekonzepte, statische Konzepte und Wirtschaftlichkeit.“

Alle Entscheidungsträger seien in der Vorbereitung der Auslobung und der Prämierung der Arbeiten eingebunden. Damit sind laut Grabow anschließende Abstimmungen einschließlich der Vorstellung im Baukunstbeirat einfacher und schneller zu realisieren, da das Projekt von vorne herein mehr Qualität aufweise.

Das Projekt Schwimmzentrum Langwasser zeige auch, dass VOF-Vergaben keinen Zeitvorteil zum Wettbewerb brächten. Als Beispiele führt der Architekt an: 2008 gab es zwei Verfahren zur Auswahl von Planungsleistungen und zur Investorensuche; beide wurden nachdem die Vorplanung abgeschlossen war, wieder aufgehoben – Verlust ca. 1,5 Jahre und die gezahlten Honorare. Ende 2009 wurde ein weiteres VOF-Verfahren für Generalplanerleistungen ausgelobt. Gedachte mögliche Fertigstellung damals: 03/2013, aktuell geplante Fertigstellung 12/2014. Terminverschiebung 1,75 Jahre.

Viel Zeit und Geld wäre eingespart worden

„Hätte man 2008 – mit den richtigen Zielvorgaben – einen Architektenwettbewerb ausgelobt, hätte aus unserer Sicht Mitte nächsten Jahres das Gebäude fertig gestellt sein können“, so Grabow. Viel Zeit und Geld wäre eingespart worden.

Der Baukunstbeirat fordere nun eine Fassadenüberarbeitung und wird Grabow zufolge sofort in die Rolle gedrängt, das Projekt weiter zu verzögern. Dies steigere sich in der Absichtserklärung von NürnbergBad, die Überarbeitungen am Baukunstbeirat vorbei direkt vom Stadtrat genehmigen lassen zu wollen.

Grabow: „Das ist nicht hinnehmbar und sollte von der Stadtspitze konsequent unterbunden werden.“ Baukunstbeiräte seien in vielen Städten als unverzichtbares Fachgremium zur Beratung der Stadträte und Bauverwaltung etabliert, so auch in Nürnberg.

Ein Projekt von hochrangigen und erfahrenen und unabhängigen Architekten bewerten zu lassen, ist nach Grabows Worten eine Chance für Planer und Bauherren, um Bestätigung für Qualität, aber auch Vorschläge zur Qualitätssteigerung und damit auch zur Wertschöpfung des Projekts zu erhalten. Im erweiterten Sinn sei dies eine Qualitätssicherung der Stadt.

Der Zeitpunkt der Vorstellung müsse im Rahmen der Projektplanung von Architekten und Stadtverwaltung so abgestimmt werden, dass eine Beurteilung bereits möglich sei „und die Ergebnisse der Beratung immer noch einfach einzuarbeiten sind“.

Der Bund Deutscher Architekten appellierte gestern erneut: „Wichtige Projekte der Stadt müssen immer über Architektenwettbewerbe entschieden werden. Die Prämierung der Arbeiten erfolgt unter Einbeziehung aller Entscheidungsträger, die auch alle Zielvorgaben in die Auslobung eingebracht haben.“

Das Urteil des Baukunstbeirats müsse zum richtigen Zeitpunkt eingeholt und konsequent umgesetzt werden. „Eine Umgehung des Baukunstbeirats darf dabei nicht erfolgen – gerne sind wir als Verband bereit, zu unterstützen.“ 

Dieter Wegener E-Mail

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