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ALC fängt ganz von vorne an

Hip-Hop-Band aus Treuchtlingen stellt neues Album vor - 08.04.2017 06:00 Uhr

ALC aus Treuchtlingen stellt das neue Album am 19. Mai 2017 im Soho Weißenburg vor.

ALC aus Treuchtlingen stellt das neue Album am 19. Mai 2017 im Soho Weißenburg vor. © Onur Alagöz


Das ist das Erste, was auffällt, wenn man sich die Alleskannnixmus betitelte Scheibe der Treuchtlinger Hip-Hop-Fraktion einmal durchhört. Weniger Reggae, mehr Rock, weniger Lässigkeit, mehr Kraft prägen von nun an den Sound. Das ist so gesehen weder schlechter noch besser, aber eindeutig anders.

Textlich hat sich eher nichts getan, was eine gute Nachricht ist, weil die mal schlüpfrigen, mal lustigen, mal nachdenklichen, aber immer cleveren Zeilen schon immer den Charme der Treuchtlinger Hip-Hopper ausmachten. Und diese Mischung bewährt sich auch auf dem frisch gepressten Album.

Da gibt es ein paar sehr grundsätzliche Feststellungen zum Leben als Erwachsener zu hören, samt wehmütigem Abgesang an die Leichtigkeit der Jugend („Wrestling“, „Immer das Gleiche “). Aber auch eine selbstironische Gangster-Rapper-Parodie („Haftpflicht“), eine gar nicht so unernst gemeinte Ode an den verstorbenen Pudel („Des Pudels Kern“), eine Hymne auf Franken („Roll das R“) und eine kräftige Konsumkritik („Schmuck“).

Über all dem Erwachsenwerden und -sein haben ALC allerdings die kindliche Freude am Schabernack nicht verloren. Mit großer Freude pflegen sie weiter die Kunstform des schlüpfrig genitalen Wortwitzes und scheuen auch vor Afterweisheiten in jeglicher Form nicht zurück. Bestes Beispiel ist der komplett beschissene Track „Ich setze mich in meinen Stuhl“.

Abgesehen von diesen ebenso juvenilen wie unterhaltsamen Spaßmachereien finden sich auch wieder ein paar großartige Zeilen und Wortspiele zum Mitdenken auf der CD. Und zwar so gut versteckt zwischen dem mal wieder ziemlich herausragenden Flow von Leadsänger Axel Becker, dass einige Text-Perlen erst beim Zweit-, Dritt- oder Zehnmal-Hören auffallen.

Insgesamt wieder eine starke Scheibe, von der einige Dinge längerfristig in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel die grundlegende Erkenntnis, dass die Damenwelt dem Charme des fränkischen Mannes einfach nichts entgegenzusetzen hat. Oder wie es ALC ausdrückt: „Wenn sie begreifen, wir kommen aus Franken, dann werden Weiber weich wie Konsonanten.“ Dodal zudreffnd.

Freitag, 19. Mai, 20 Uhr, Soho, Weißenburg. 

Jan Stephan Carpe Diem

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