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Kantig, kratzig, leicht besoffen

„Herr Rauch“ und ein liebenswertes Album - 11.02.2019 09:51 Uhr

„Herr Rauch“ und ein liebenswertes Album


Seine neue Scheibe heißt „Revolution am Tresen“. Und man kann eindeutig nicht behaupten, dass da nicht drin wäre, was draufstehen würde. Inhaltlich geht es viel um Kneipenromantik, Katerstimmungen und durchfeierte Nächte. Dazu kommt ein bisschen Weltschmerz und Melancholie. Das wird jetzt dem ein oder anderen BWLler ein bisschen zu viel Ziellosigkeit im Lebenslauf sein, aber man kann das sehr gut mögen. Zumal jeder Song eine eigene kleine Geschichte erzählt. Intelligent, mit Witz und Sinn für Selbstironie.

Für den Erfolg einer Band nicht unerheblich: Man kann auf die Geschichte auch gut verzichten und einfach nur dem sauberen Groove der Band folgen. In deren Mittelpunkt steht Rauchs betont dreckige Marlboro-Stimme, mit der er einige Ecken und Kanten in die Songs haut. Musikalisch geht es dabei in aller Regel stramm vorwärts und auch vielfältig zu. Da schwingt mal der Balkan mit, dann bluest es recht gediegen, wird zwischendurch mal elektrisch und gefällt sich am allerbesten im Genre eines ehrlichen Liedermacher-Rocks.

Alles in allem eine sehr schöne Scheibe, die Charakter hat. Die nicht nur hübsch sein will, sondern eine Idee hat. Eine, die man doof finden kann, aber eine, für die man sich dann eben auch restlos begeistern kann. Und so wünscht man sich das eigentlich. Vor allem nicht lauwarm.              

Samstag, 23. Februar, 20.30 Uhr, Club Cord, München

  

JAN STEPHAN Carpe diem

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