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Michi Wohlleben: Sein Job sind die höchsten Gipfel

Extremsportler erzählt beim Weißenburger Alpenverein von seinem Leben - 18.02.2019 14:26 Uhr

Klettern in Eis und Schnee. © Michi Wohlleben


Eines, das ihm nicht nur beeindruckende Erfolge beschert hat, sondern auch tragische Erlebnisse und existenzielle Krisen. Der 28-Jährige ist der deutsche Rekordhalter bei der berühmten Eiger-Nordwand. Kein Deutscher hat die Wand je schneller bezwungen als Michi Wohlleben und sein Partner Fritz Miller, und nur zwei internationale Seilschaften waren bis heute schneller. Er hat die Erstbegehung der „Stirb langsam“-Tour im Wettersteingebirge gemeistert, die zu den härtesten Mixed-Klettertouren der Welt gehört.

„Stirb langsam“ heißt auch ein beeindruckendes Filmporträt über den Extremsportler, in dem Michi tief blicken lässt. Auf die Ängste, Krisen und Blockaden, die ein Leben als Extrembergsteiger neben den grandiosen Gipfelerlebnissen mit sich bringt.

2010 schmiss Wohlleben wenige Monate vor dem Abitur die Schule und entschied sich ohne weitere Umwege fürs Klettern. Auch für seine Eltern, die beide aus Weißenburg stammen, keine leichte Zeit. Sie leben heute im schwäbischen Künzelsau. Vater Klaus hat der Beruf aber über Umwege wieder nach Weißenburg zurückgeführt. Er ist Leiter des Treuchtlinger Werks von KraussMaffei.

Alpinist Michi Wohlleben © Michi Wohlleben


Auch für die Eltern gilt es, die Gefahr, in die sich ihr Sohn beruflich regelmäßig begibt, auszuhalten. Und wie real die ist, das erfuhr Michi 2013 aus nächster Nähe. Er war dabei, den Achttausender Dhaulagiri zu besteigen und brach kurz vor dem Gipfel ab, weil ihm die Route nicht mehr sicher erschien. Ein spanischer Bergsteiger, mit dem er sich angefreundet hatte, ging weiter und verunglückte.

Drei Tage lag er mit gebrochenem Bein im Eis, bis die Rettung, die Wohlleben über Deutschland organisiert hatte, mit dem Hubschrauber und einem Sherpa-Team endlich vor Ort war. Zu spät für den Spanier, der wie zwei andere Menschen am Berg starb.

„Das kommt vor in den Bergen, dass jemand stirbt, das ist leider so“, erklärte Wohlleben später der Stuttgarter Zeitung. Vielleicht der Preis für das „Freisein“, das diesen Beruf ansonsten ausmacht.

Freitag, 22. Februar, 19 Uhr, Gemeindehaus St. Andreas, Weißenburg 

Jan Stephan Carpe diem

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