Sonntag, 30.04. - 07:13 Uhr

|

Weißenburger auf großer Bühne

Manuel Weber ist Pianist von Wincent Weiss - 08.04.2017 07:16 Uhr

Manuel Weber ist Pianist von Wincent Weiss.

Manuel Weber ist Pianist von Wincent Weiss.


„Wir hatten dann einen Auftritt, das war cool und dann hat er mich gefragt, ob ich ihm eine Band zusammenstellen kann“, erzählt der 31-Jährige. Jetzt muss Wincent Weiss Fränkisch lernen. Denn seine Band besteht vor allem aus Unter- und Mittelfranken, die Weber von seinem Jazzpiano-Studium in Würzburg kennt.

Da sich Wincent Weiss nicht nur mit dem Fränkisch-Lernen, sondern auch mit dem Musik-Machen ziemlich clever anstellt, hat Weber jetzt einen ziemlich vollen Terminkalender. 80 bis 90 Auftritte werden es in diesem Jahr sein, schätzt der Weißenburger.

Im Moment hetzen sie durch 500er- bis 1500er-Hallen. Mit dem Nightliner quer durch den deutschsprachigen Raum. „Nach dem Konzert chillt man noch ein bisschen, dann geht es irgendwann in den Nightliner, und in der Früh steht man auf, macht den Vorhang runter und schaut erst mal aus dem Fenster, wo man eigentlich ist“, erzählt Weber. Dann ein Spaziergang in die Stadt, ein paar Leute treffen, die man in Hamburg, Berlin, Zürich oder Wien eben so kennt, und am frühen Nachmittag ab zum Soundcheck in die Halle, dann Konzert, Nightliner und nächster Ort. So sieht es aus, das Leben auf Tour.

Wincent Weiss hat derzeit einen brutalen Lauf. Die meisten seiner Shows sind ausverkauft, seine Sachen laufen im Radio hoch und runter, und auf Youtube hat er längst die Zwei-Millionen-Klick-Marke durchbrochen. Im Sommer steht dann die Festivalsaison mit richtig großen Sachen an. „Das ist natürlich schon der Hammer, wenn du auf der Bühne bist und 60000 Leute deine Sachen feiern“, sagt Weber.

Seit er 15 ist, wollte er Berufsmusiker werden. Und diese Entscheidung hat er bisher nie bereut. „Aber ich sage den Leuten schon: Wenn du Zahnarzt werden willst oder Berufsmusiker, dann werde Zahnarzt. Weil wenn du überlegst, dann hast du vielleicht nicht die Leidenschaft, die du brauchst.“ Bei ihm entwickeln sich die Dinge – wohl auch wegen dieser Leidenschaft – inzwischen ziemlich prächtig.

Gerade hat er auf seiner Homepage www.piano-revolution.de ein aufwendiges Video-Tutorial-Lernprogramm aufgelegt. „Da bringe ich den Leuten bei, wie sie Songs ohne Noten direkt nachspielen können“, erklärt der 31-Jährige. „Das sind die Grundlagen des Pop-Piano.“

Mit seinem Engagement bei Wincent Weiss treten die weiteren Standbeine seines Musikerlebens ein wenig in den Hintergrund. „An der Musikschule unterrichte ich jetzt weniger, und mit der Coverband für Hochzeiten und Firmenfeste ist es jetzt auch ruhiger geworden.“ Im Moment ist Wincent Weiss sein Hauptjob – und wer weiß, wohin die Reise mit dem jungen Sänger noch geht.

„Für uns ist das schon eine neue Erfahrung. Die Leute sind auch an der Band interessiert, wollen Autogramme und Fotos mit uns machen. Dabei ist doch Wincent das Tennie-Idol.“ Und so schlagen sich auch Manuel Weber und seine Kumpels von der Hochschule nach dem Konzert in den Zuschauerbereich. „Fanarbeit“, sagt Weber lachend. Als Musiklehrer und Jazzpianist passiert einem das eher seltener. Jetzt gibt es tatsächlich auch die erste Fanpage für ihn im Internet. Mit viel Herzen und Smileys berichtet ein offenbar weiblicher Fan vom Leben des Weißenburger Musikers, wie es sich auf der Bühne darstellt.

Dass Weber nun im eher leichtgängigen Pop unterwegs ist, bereitet ihm keine Sorgen. „Ich mag Jazz, aber ich war noch nie der Typ, der sagt: Pop ist Müll, ich mach nur Kunst.“ Zumal die Begeisterung auf den Konzerten Motivation genug ist. „Auch wenn ich die Lieder natürlich schon oft gespielt habe, wenn die Leute das toll finden und schreien und abgehen, dann ist das einfach cool.“

Im Sommer kommt er mit Wincent Weiss nach Schwabach. Dort spielen sie zusammen mit Christina Stürmer zum Stadtjubiläum. „Das ist immer schön, in der Nähe der Heimat zu spielen. Wo man nachts vielleicht auch mal im eigenen Bett schlafen kann.“ Und Weißenburg ist für Manuel Weber immer noch Heimat. Tradition hat zum Beispiel, dass er am Weihnachtsmorgen in der Buchhandlung Meyer Jazzpiano spielt.  „Solange ich in Weißenburg Weihnachten feiere, werde ich das machen.“ 

Samstag, 15. Juli, 18.30 Uhr, Martin-Luther-Platz, Schwabach. 

Jan Stephan Carpe diem

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Carpe Diem

Ein Kind der Kleinkunstszene

08.04.2017 10:51 Uhr

Mit Musik übers Wasser

08.04.2017 08:43 Uhr

Frauenkabarett in Pappenheim

08.04.2017 07:58 Uhr

Die Kinder von Wolfsdorf

08.04.2017 07:56 Uhr

So klingt der Sommer …

08.04.2017 07:52 Uhr

Raus in den Festivalsommer!

08.04.2017 07:52 Uhr

Musikalische Spendierhosen

08.04.2017 07:50 Uhr

Willy will weiter witzeln

08.04.2017 07:49 Uhr