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Catering-Unternehmen der besonderen Art: "Männer am Herd"

Verbindung von Leidenschaft fürs Kochen und sozialer Arbeit - 14.08.2012 14:05 Uhr

Die neuen Gastro-Räume des Catering-Projekts "Männer am Herd" von Marcus Pregler und Stefan Boos. © Michael Matejka


"Männer am Herd“? Das klingt nach einem Verein kochbegeisterter Herren. Stimmt – aber nur zum Teil. Tatsächlich handelt es sich um ein Projekt, das ein Catering-Unternehmen mit der Qualifizierung von benachteiligten Männern jeden Alters zu Köchen zusammenbringt. Die Initiatoren, der gelernte Koch Marcus Pregler und der Erziehungswissenschaftler Stefan Boos, verbinden die Leidenschaft fürs Kochen mit sozialer Arbeit.

Beide haben Erfahrung darin. Pregler leitete eine Stadtteilküche; Boos war viele Jahre in der ambulanten Jugendarbeit tätig. Jetzt wollen sie Männern, die beispielsweise straffällig geworden waren, die Chance geben, eine Berufsausbildung abzuschließen und damit auf Dauer im Erwerbsleben erfolgreich Fuß zu fassen.

Ihre Feuertaufe haben die „Männer am Herd“ bestanden. Die ersten Veranstaltungen, in denen sie als Caterer verantwortlich waren, sind bereits über die Bühne gegangen. "Erfolgreich“, sagt Pregler voller Freude. "Wir haben bisher unser Ziel, dass alle Veranstaltungen eine Anschlussbuchung nach sich ziehen sollen, erreicht.“ Gestemmt werden könne die Bewirtung von Events mit bis zu 300 Gästen.

Der neue Caterer bäckt aber auch kleinere Brötchen. Das Repertoire reicht von Fingerfood für den Stehempfang über kleine und große Menüs für Geschäftsessen bis hin zur Bewirtung bei feierlichen Anlässen. Die schmucken, in Grün und Weiß gehaltenen Räumlichkeiten der "Männer am Herd“ können für Feiern wahlweise zusammen mit der Küche gemietet werden. Da kann der Gastgeber dann entweder selbst kochen oder gemeinsam mit Pregler und seinem Auszubildenden.

Bei "Männer am Herd" handelt es sich um ein Projekt, das ein Catering-Unternehmen mit der Qualifizierung von benachteiligten Männern jeden Alters zu Köchen zusammenbringt. © Michael Matejka


Noch ist es nur ein Azubi; aufgenommen werden können insgesamt drei Kochlehrlinge. Für die Verbundausbildung sucht Pregler Partner, denn seine angehenden Köche sollen neben dem eigenen auch andere Unternehmen kennenlernen – von der Krankenhausküche bis zum A-la-carte-Betrieb. "Wir selbst kochen in guter alter Tradition frisch und mit naturbelassenen Rohprodukten möglichst aus der Region“, sagt Pregler. Gänsestopfleber oder Flusskrebs aufzutischen, komme mit Blick auf Tier- und Umweltschutz nicht infrage. "Verpönt sind in unserer Küche außerdem Convenienceprodukte und Gefrorenes.“

Der Betrieb soll langsam wachsen

Je 20.000 Euro haben Boos und Pregler nach eigenen Angaben in die Neugründung hineingebuttert, dazu jede Menge Arbeit. Gemeinsam mit Freunden haben sie das in drei Jahrzehnten heruntergekommene Gebäude komplett saniert. In der Küche stehen durch die Bank gebrauchte Geräte. Alles, was zum Gast auf den Tisch kommt, ist neu.

"Unsere Auszubildenden sollen auch lernen, betriebswirtschaftlich zu denken und aus dem Gegebenen das Beste herauszuholen“, sagt Boos. Das Ziel sei, kostendeckend zu arbeiten und den Betrieb langsam wachsen zu lassen. Fürs Erste soll es mit einer Veranstaltung pro Tag genug sein.

www.maenner-am-herd.de


  

Uschi Aßfalg

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