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Gauck-Zapfenstreich: Auch Nürnbergs "First Lady" geht

Daniela Schadt blickt auf fünf bewegte wie bewegende Jahre im Ehrenamt zurück - 17.03.2017 20:00 Uhr

Sie ist die Frau an Joachim Gaucks Seite: Daniela Schadt.

Sie ist die Frau an Joachim Gaucks Seite: Daniela Schadt. © dpa


Was hast Du ganz besonders genossen?

Daniela Schadt: Begegnungen, die ich sonst nicht gehabt hätte. Zum Beispiel in Israel. Da sitze ich beim Staatsbankett neben Schimon Peres und kann mich den ganzen Abend mit einem Menschen, den ich als politische Journalistin mit meiner Aufmerksamkeit begleitet habe, über seine Biografie unterhalten! Auch über persönliche Dinge – dass er mit 24 Jahren sein erstes Glas Wein getrunken hat. Oder die Begegnung mit dem japanischen Kaiserpaar: unvergesslich! Diese beiden Menschen hatten eine unglaubliche Aura von Liebenswürdigkeit und Noblesse um sich und sind uns derart zuwendend begegnet, dass es uns wirklich zu Herzen ging.

Du sagst, dass Du bei der Rückschau vor allem Dankbarkeit für all die Erfahrungen und Begegnungen empfindest. Wie haben sie Dich geprägt?

Daniela Schadt: Zum einen haben sie mich klüger gemacht. Wer kümmert sich beispielsweise um die Kinder psychisch kranker Menschen oder die Suchtkranker? Mein Blickfeld hat sich hier vom konkreten Fall auf das gesamte Umfeld erweitert. Zum anderen haben mich die Erfahrungen weicher gemacht. Weil du nicht mit einer Statistik, sondern mit Menschen in ihren ganz speziellen Lebenssituationen zu tun hast; und du feststellst, dass es unglaublich viele Menschen in Deutschland gibt, die sich mit einer immensen Energie um jene kümmern, die es schwerer haben.


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Und tun sie das aus innerer Überzeugung und Begeisterung, überträgt sich diese Stärke auf ihr Gegenüber. Man wird demütig, wenn man sieht, wie viele Menschen mit Problemen, sozialer Benachteiligung oder Schicksalsschlägen konfrontiert sind, die einem selbst bislang erspart blieben.

Was wird Dir fehlen?

Daniela Schadt: Ich werde ganz viele Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, vermissen. Natürlich auch das Schloss, weil ich mich jedes mal freue, dass es der Bundesrepublik so angemessen ist. Repräsentativ, aber nicht pompös oder übermäßig groß. Einfach wunderschön. Und ich freue mich daran, selbst wenn ich auf dem Weg zum Bahnhof nur daran vorbeifahre.

Schon an diesem Sonntag geht es zunehmend zurück ins normale Dasein. Wie wird das?

Daniela Schadt: Das Leben des Bundespräsidenten wird sich viel stärker verändern als meines. Jochen wird spontan spazieren gehen können, ohne es vorab anmelden zu müssen. Und auch für mich wird es anders sein, wenn ich statt des täglichen Aufgabenplans meine Zeit wieder komplett selbst verwalte. Ich habe noch etliche Jahre bis zur Rente – mal sehen, welche Perspektiven sich beruflich ergeben. Und jetzt: erst mal Wohnungssuche. Und mehr Zeit für den Freundeskreis!

Das komplette Abschieds-Interview und eine Reportage finden Sie in der Wochenend-Ausgabe von Nürnberger Zeitung und Nürnberger Nachrichten.  

Anabel Schaffer

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