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Heimat von 80 Vogelarten

«Natur am Dutzendteich - Ein Rundgang» - 01.08.2007

Sie haben sich eingehend mit der Natur am Dutzendteich beschäftigt und ein Buch verfasst (von links): Günther Raß, Gerhard Brunner und Markus Gierisch.

Sie haben sich eingehend mit der Natur am Dutzendteich beschäftigt und ein Buch verfasst (von links): Günther Raß, Gerhard Brunner und Markus Gierisch. © Fengler


Dieser Umstand war Anlass für die Publikation «Natur am Dutzendteich - Ein Rundgang», in der die Autoren mehr als nur die schöne Natur beschreiben wollten. Den Mitgliedern vom Bund Naturschutz Günther Raß und Gerhard Brunner sowie dem Ornithologen Markus Gierisch ging es vielmehr darum, eine Diskussion zur Nachhaltigkeit aufzugreifen. So soll neben den naturkundlichen Phänomenen auch auf historische und gesellschaftspolitische Zusammenhänge hingewiesen und die Möglichkeit des bürgerschaftlichen Engagements aufgezeigt werden.

Gefördert wurde das Buch-Projekt von der Stadt Nürnberg über Mittel der Agenda 21, ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert. In den Dutzendteich werden jedes Jahr Karpfen und Hechte eingesetzt. Einen natürlichen Fischbestand gibt es nicht, da das Wasser vor dem Winter ausgelassen wird. Dies passiert, um die Algenplage in den Griff zu bekommen. Trotzdem sehen die Autoren den Vorgang problematisch. «Wir sind daran interessiert, dass der Weiher nicht komplett abgelassen wird. Denn im Schlamm erfrieren die Frösche, die hier wieder heimisch werden sollen», so Raß. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den Wasservögeln, auf die der Dutzendteich trotz der vielen Besucher wie ein Magnet wirkt. 80 Vogelarten können im Areal beobachtet werden, am häufigsten sind Stockente, Kanada- und Graugans. Da am Dutzendteich Fälle von Vogelgrippe grassierten, ist auch hier füttern nicht erwünscht. Trotzdem will man darauf achten, dass «Kinder den Zugang zur Natur

nicht verlieren sollen».

Der Silberbuck ist die größte Sondermülldeponie von Mittelfranken und entstand nach der Verfüllung der Baugrube des von den Nationalsozialisten geplanten Deutschen Stadions. Maschinenöle, Säureharze, Kampfstoffe und sogar radioaktive Abfälle wurden ohne Abdichtung der Deponie nach Kriegsende abgelagert. Der Silberbuck ist deshalb nicht sanierbar. Der nördliche Schenkel wurde zum Silbersee, doch dieser birgt keinen Schatz, wie dies bei Karl May der Fall ist. Vielmehr kamen im giftigen Schwefelwasser nach 1945 bereits 46 Menschen zu Tode. Neben dem Langsee ist der Kleine Dutzendteich das einzige Nürnberger Gewässer, in dem Baden erlaubt ist. Thomas Susemihl

Die nächste Führung am Dutzendteich ist am kommenden Donnerstag um 19 Uhr; Treffpunkt Wanner. 

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