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Darf ein Kärwabaum aus Kunststoff sein?

In einem Nürnberger Ortsteil wird in diesem Jahr mit einem Tabu gebrochen - 31.05.2017 05:39 Uhr

Christof Fiering (vorn) von den Laufamholzer Kärwaburschen und Willi Fink, der den 17 Meter langen "Baum" auf seinem Firmengelände in Mögeldorf zwischenlagerte. © Timo Schickler


Voriges Jahr hatte ein Windstoß beim Baumaufstellen in Laufamholz fast für eine Katastrophe gesorgt. Nur mit viel Mühe und etwas Glück haben die Kärwaburschen den 20 Meter langen Stamm wieder unter Kontrolle gebracht.  „Schlimm war: Als wir versucht haben, die Leute weg zu bewegen, hat das keinen interessiert“, erinnert sich Christof Fiering, einer der Kärwaburschen. „Die einen wollten es als Ausrutscher verbuchen, die anderen meinten: So geht’s nicht weiter.“

Dass diese Art der Brauchtumspflege Gefahren birgt, zeigte sich zum Beispiel 2015, als in Moosbach eine 59-Jährige von einem umgestürzten Kärwabaum erschlagen worden war. So weit soll es in Laufamholz nicht kommen, sind sich die Kärwaburschen inzwischen einig,  aber auf die Tradition des Baumaufstellens wollen sie nicht verzichten. Die Lösung: ein 17 Meter hoher Mast aus glasfaserarmierten Kunststoff für 12000 Euro. Der hat zwar weder Äste noch Krone, dafür wiegt er nur 400 Kilogramm – und soll mehr als 25 Jahre halten. „Damit sparen wir dem Wald auch mal 25 Bäume“, sagt Christof Fiering.

Ein Blick ins Innenleben des neuen Kärwabaums aus Kunststoff. © Roland Fengler


Einen Traditionsbruch sieht der Kärwabursche nicht, er glaubt vielmehr, dass demnächst einige andere nachziehen werden. Außerdem: In Laufamholz darf der Baum das ganz Jahr über stehenbleiben, was auch Fiering nutzen will, „zu Ostern oder Weihnachten können wir ihn neu schmücken“.

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