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Die Stadt warnt vor Eislaufen auf dem Wöhrder See

Wegen der Strömung kann das Eis brechen - Hunderte ignorieren Sperre - 30.01.2017 15:29 Uhr

Trotz Warnung der Polizei waren am Sonntagnachmittag zahlreiche Nürnberger auf dem Wöhrder See - Vorsicht: Das Eis kann aufgrund der Strömung brechen, zudem wird es in den kommenden Tagen wärmer und das Eis damit dünner.

Trotz Warnung der Polizei waren am Sonntagnachmittag zahlreiche Nürnberger auf dem Wöhrder See - Vorsicht: Das Eis kann aufgrund der Strömung brechen, zudem wird es in den kommenden Tagen wärmer und das Eis damit dünner. © Stefanie Goebel


Hunderte Spaziergänger nutzten das sonnige Wetter am Sonntag, um über den vereisten Wöhrder See zu laufen. Doch das ist und bleibt verboten. Aufgrund der nicht kalkulierbaren Strömungsverhältnisse bestehe dort grundsätzlich Einbruchgefahr, betont die Stadt. Durch das Tauwetter der kommenden Tage könnte das Eis noch instabiler werden.

Die Polizei schritt am Sonntag aber nicht ein. "Es war eine Ermessenssache", meint Polizeipressesprecher Daniel Rotter, "natürlich haben wir das Recht, die Eisfläche zu räumen und Platzverweise zu erteilen." Da jedoch das Eis sehr dick gefroren war, habe es keine Notwendigkeit zum Durchgreifen gegeben.

"Die Leute reagierten nicht darauf"

"Mit Lautsprecher-Durchsagen haben wir auf das Verbot aufmerksam gemacht, aber die Leute reagierten nicht darauf." Und 500 Personen oder mehr vom See zu holen, wäre nicht verhältnismäßig gewesen, so Rotter. Man habe den Menschen den Spaß nicht verderben wollen. Aber mit steigenden Temperaturen werde das Eis dünner, die Polizei werde ab jetzt entschiedener durchgreifen, so der Sprecher.  

 Picknick on Ice: Ein paar Nürnberger, die offenbar voll und ganz auf die Tragfähigkeit des Eises vertrauten, richteten sich auf dem See häuslich ein. Viele wussten gar nicht, dass das Betreten des Eises grundsätzlich verboten ist.

Picknick on Ice: Ein paar Nürnberger, die offenbar voll und ganz auf die Tragfähigkeit des Eises vertrauten, richteten sich auf dem See häuslich ein. Viele wussten gar nicht, dass das Betreten des Eises grundsätzlich verboten ist. © Hartmut Voigt


Von Lautsprecher-Durchsagen hatten viele am Sonntag gar nichts mitbekommen. Augenzeugen berichten, dass die Ordnungshüter nicht eingegriffen hätten: Die Polizisten standen in einer Gruppe von fünf bis sechs Personen am Stadtstrand des Nordufers. Sie unterhielten sich angeregt, während Eltern mit Kinderwagen, Schlittschuhläufer und  Fußgänger an ihnen vorbei auf die Eisfläche gelaufen sind.

Nur der Kleine Dutzendteich ist gesperrt

"Aufgehalten oder zurückgewiesen wurde von ihnen niemand", meinte ein Passant, der die Szene eine halbe Stunde beobachtete. In der Höhe des Altenheims Sebastianspital hatten einige Leute sogar einen Tisch und Stühle auf dem zugefrorenen See gestellt und aßen dort gemütlich.

Viele Eisläufer dürften gar nicht gewusst haben, dass man den Wöhrder See nicht betreten darf - selbst wenn er noch so dick zugefroren ist. In der städtischen Satzung steht: "Das Betreten und Befahren von Eisflächen auf Gewässern ist nur erlaubt, wenn sie zu dem Zweck durch die Stadt Nürnberg freigegeben werden."

Doch die Kommune lässt dies nur auf dem Marienbergweiher, Eibacher Forstweiher, Valznerweiher, Langwassersee sowie dem Großen und Kleinen  Dutzendteich zu. Bis auf die letztgenannte Wasserfläche gibt es im Moment überall grünes Licht, denn die täglich gemessene Eisdicke beträgt noch 15 Zentimeter, berichtet Jürgen Thielemann vom zuständigen Sportservice. Lediglich der Kleine Dutzendteich ist gesperrt (eine aktuelle Übersicht, welche Gewässer zum begehen freigegeben sind, stellt die Stadt bereit).

Allerdings weiß Thielemann auch, dass Eisstockschützen und Schlittschuhläufer trotzdem auch auf anderen Flächen wie den Weihern bei Worzeldorf und am Alten Kanal unterwegs sind. Er freut sich grundsätzlich, wenn die Bürger Freizeitsport machen - nur müssen sie das Risiko des Eisbruchs einschätzen können und extrem vorsichtig sein.

Sollen die Leute selbst entscheiden, ob sie auf dem Wöhrder See Schlittschuh fahren oder soll die Stadt auf dem Verbot bestehen?

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Hartmut Voigt

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