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Pyro und Privilegien: Was dürfen die Ultras?

FCN-Fanbetreuer sagt: Es wird immer wieder Vorfälle geben - 17.08.2017 11:13 Uhr

Wertvolle Stimmungsmacher oder dumpfe Randalierer? Rechtzeitig zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison sorgen die Ultras wieder mal für Zündstoff. © Zink


Die jüngsten Ausschreitungen beim Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC sind offenbar nur sichtbarer Ausdruck eines vielschichtigen Problems, denn die Wut sogenannter Ultras beschränkt sich nicht auf die Anhänger anderer, rivalisierender Klubs. Sie gilt längst auch der immer weiter fortschreitenden Vermarktung des Fußballs, dem DFB, der DFL und einflussreichen Mäzenen wie Dietmar Hopp (Hoffenheim) und Dietrich Mateschitz (Leipzig).

Rein finanziell sind die meisten Profi-Klubs, vor allem in der ersten Liga, nur noch in relativ geringem Umfang auf die Einnahmen aus dem Ticketverkauf angewiesen. Im Oberhaus war der Zuschauerschnitt in der vergangenen Saison erstmals seit neun Jahren rückläufig, für einen erneuten Zuschauerrekord im Rahmen der DFL sorgte die zweite Liga. Der Löwenanteil der Etats wird mit Fernsehgeldern und den Zahlungen diverser Sponsoren bestritten. Gleichwohl braucht das Event Fußball die Stimmung im Stadion, die Gesänge der Fans auf den Stehplätzen. Aber wie lange noch?

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Raketen und Feuer in Rostock: DFB-Pokalspiel gegen Berlin eskaliert

Raketen, Feuer und Randale: Das DFB-Pokalspiel zwischen Rostock und Hertha BSC ist am Montagabend eskaliert. Im Hertha-Block wurden immer wieder Feuerwerkskörper und Raketen Richtung Rostocker Zuschauer gezündet. Die Hansa-Ultras setzten Hertha-Banner und Sitze in Brand. Schiedsrichter Robert Hartmann musste die Pokal-Partie zweimal unterbrechen, einmal für zwei, dann sogar für 18 Minuten. Ein Spielabbruch drohte.


Sobald Vereine oder Verbände versuchen, sie mit Stadionverboten oder dem Wegfall von Privilegien zu strafen, reagiert die harte Fan-Szene mit Liebesentzug - oder eben mit Gewalt. Allerdings ist auch die ursprünglich aus Italien stammende Ultra-Bewegung heterogen, die einen sprechen von "Krieg" gegen den DFB, die anderen distanzieren sich davon.

Neuerdings wird beispielsweise wieder darüber diskutiert, ob man in genau definierten Stadionräumen das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik erlauben sollte, um Fan-Ritualen ein Ventil zu bieten. Der DFB will zudem vorerst auf Kollektivstrafen wie die Sperrung ganzer Fanblöcke oder gar die Ansetzung von Geisterspielen ohne Zuschauer verzichten. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagt, er wolle den Dialog suchen.

Jürgen Bergmann, Fan-Betreuer beim 1. FC Nürnberg, meint im Interview mit SamSon, das kommende Woche erscheinen wird: "Es ist nicht die Frage: Kommt irgendwann wieder eine Störung? Sondern nur: wann?" Auch Bergmann setzt trotz dieser Einschätzung auf Gespräche: "Wir müssen immer wieder versuchen, alle Leute an einen Tisch zu holen und Spielregeln zu vereinbaren, damit es zu möglichst wenigen Vorfällen kommt."

Was meinen Sie?

Wie weit sollte man den Ultras entgegen kommen? Wie wichtig ist deren lautstarke Anwesenheit und deren Fan-Kultur im Stadion? Und: Wie sollen sich die "normalen" Zuschauer verhalten?

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kh/tis

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