Dienstag, 11.12.2018

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Museum im früheren Hotel Deutscher Hof?

Idee des Fördervereins Kulturhistorisches Museum - 12.08.2009

Vereinsvorstand Manfred Grieb (li.) hat von Dieter Fischer (re.) eine Sammlung von rund 130 Münzen der Reichsmünzstätte Nürnberg von der Mitte des 11. bis Anfang des 15. Jahrhunderts als Dauerleihgabe erhalten. Außerdem wurden dem Verein aus dem Nachlass der Berliner Architekturmaler Alfred Dietmann und Ruth Rieger Aquarelle und Ölgemälde mit Nürnberger Ansichten geschenkt. © Sippel


Bereits 104 Mitglieder hat der Verein mittlerweile, darunter eine stattliche Anzahl von prominenten bzw. geschichtlich versierten Leuten: Bezirkstagspräsident Richard Bartsch gehört ebenso dazu wie etwa Michael Diefenbacher, Leiter des Stadtarchivs Nürnberg, der frühere BZ-Direktor Siegfried Kett oder Peter Fleischmann, früherer Mitarbeiter am Staatsarchiv Nürnberg und jetzt Leiter des Staatsarchivs Augsburg. 71 der Mitglieder sind aus Nürnberg, 33 von auswärts. «Darunter finden sich sogar welche aus Norddeutschland – nicht nur Nürnberger, die dorthin gezogen sind, sondern Menschen, die sich einfach mit Nürnberger Kunst beschäftigen», sagt Grieb.

Der Grundstein für den Aufbau eigener Museumsbestände wurde auch schon gelegt, dank einer Dauerleihgabe, die der Verein erhalten hat: Eine Sammlung von rund 130 Münzen der Reichsmünzstätte Nürnberg von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis Anfang des 15. Jahrhunderts. Eine echte Rarität, handelt es sich doch um die älteste und umfangreichste Sammlung von im mittelalterlichen Nürnberg geprägten Münzen.

Außerdem erhielt der Verein aus dem Nachlass der Berliner Architekturmaler Alfred Dietmann (gestorben 1998) und Ruth Rieger (gestorben 2005) zehn Aquarelle und zwei Ölgemälde mit Nürnberger Ansichten aus den 1980er Jahren als Geschenk. Die Bilder will Grieb auf der nächsten Mitgliederversammlung zum Verkauf anbieten oder versteigern. Der Erlös kommt dann der weiteren Arbeit des Vereins zugute.

Um in der Öffentlichkeit stärker in Erscheinung zu treten, hat der Verein ein Faltblatt in einer Auflage von 10 000 Stück drucken lassen, auf dem Arbeit und Ziele seiner Arbeit zusammengefasst sind. Der Verein stellt sich jetzt auch unter www.foerderverein-khm-nuernberg.de mit einem Internet-Auftritt vor.

Im Herbst beginnt im Fabersaal der Nürnberger Akademie (Gewerbemuseumsplatz 2) eine Vortragsreihe zur Geschichte und Kunstgeschichte Nürnbergs, die Grieb in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum auf die Beine gestellt hat. Im Mittelpunkt stehen dabei die künstlerischen und kunsthandwerklichen Leistungen und die beeindruckende Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg. Der erste Vortrag widmet sich am 8. Oktober den Nürnberger Zwölfbrüderhäusern; Referent ist der Kunsthistoriker Sven Hauschke. (Weitere Termine auf oben genannter Homepage.)

Auch über die Frage, wo das vom Verein angestrebte Kulturhistorische Museum einmal angesiedelt werden könnte, denkt man weiter nach. Dazu hat eines der Mitglieder eine neue Idee: Man könnte das ehemalige Hotel Deutscher Hof dafür nutzen. «Die Lage zwischen Germanischem Nationalmuseum, Opernhaus und Museum für Kommunikation wäre ideal», meint Manfred Grieb, «da würde ein Kulturblock entstehen.» Grieb hat in dieser Sache bereits ein Schreiben an Volker Koch, geschäftsführender Gesellschafter bei Kochinvest, geschickt. Der Immobilienentwickler entwirft derzeit ein Nutzungskonzept für den Gebäudekomplex des Hotels Deutscher Hof. Der Förderverein möchte von Koch wissen, ob es sinnvoll ist, Museumspläne an diesem Ort weiterzuverfolgen. Eine Antwort steht allerdings noch aus: Volker Koch befindet sich derzeit im Urlaub. Ute Wolf 

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