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Dialekt-Debakel: Muss "Tannbach" nachsynchronisiert werden?

Regensburger Professor fordert Neufassung mit "stimmiger Klangfärbung" - 13.01.2015 07:54 Uhr

Der ZDF-Dreiteiler "Tannbach" sorgt weiter für Ärger. Jetzt fordert ein Dialektforscher eine Nachsynchronisierung. © ZDF/Stephan Rabold


Es sei fatal, wenn alles, was in Bayern spiele, mit einem geglätteten Bairisch unterlegt werde, sagte der Dialektforscher Ludwig Zehetner in der Passauer Neuen Presse.

"Drehbuch, Regie, Produktion, Sender und seine Sprecherin sind Ignoranten der sprachlandschaftlichen Vielfalt Deutschlands", kritisierte Prof. Rüdiger Harnisch vom Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft der Universität Passau. "Von Historikern haben sich die Filmemacher beraten lassen. Was aber das Elementarste jedes Films, die Sprache, betrifft, haben sie leider keine linguistische Expertise für nötig gehalten." Eine Nachsynchronisation hält Harnisch allerdings für wenig sinnvoll: "Ich bezweifle, dass es den Aufwand – auch finanziell – wert ist." Viel wichtiger sei es, die nächsten Folgen mit authentischem Dialekt zu drehen.

"Tannbach" war ein Quotenhit. Am vergangenen Mittwoch ging der Dreiteiler mit 6,59 Millionen Zuschauern zu Ende. Jetzt wird über eine Fortsetzung nachgedacht.

Eine ZDF-Sprecherin hatte am vergangenen Donnerstag betont, die Filmemacher hätten im Vorfeld die Dialektfrage eingehend erörtert: "Es sollte auf jeden Fall eine ländliche Dialektfärbung sein", die von möglichst vielen TV-Zuschauern verstanden werden sollte. 

dpa/tl

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