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Liebe am anderen Ende der Welt: Jan Bauers "Der salzige Fluss"

Von der Selbstfindung zur Romantik im australischen Outback - 25.03.2014 10:21 Uhr

Jan verliebt sich in Morgane, Morgane in ihn. Es könnte so einfach sein. Ist es in "Der salzige Fluss" aber nicht.

Jan verliebt sich in Morgane, Morgane in ihn. Es könnte so einfach sein. Ist es in "Der salzige Fluss" aber nicht. © avant-verlag / Jan Bauer


Nur für den Fall der Fälle: Lässt sich Wasser vermischt mit Aquarellfarbe trinken? Jan beschäftigt sich vor seinem Trip nach Australien mit den praktischen Dingen. Ein Selbstfindungstrip muss eben gut geplant sein. Doch für Jan kommt es anders. Denn auf seiner Reise trifft er Morgane, in die er sich ziemlich schnell verliebt. Gemeinsam zieht das Duo dann zusammen durch die Landschaften von Australien, vertieft sich in Gespräche, zieht sich an, aus und stößt sich wieder ab.

Inwieweit das nun tatsächlich autobiographisch ist, lässt Zeichner Jan Bauer offen. Die Figur heißt Jan Bauer, doch seit der Postmoderne lässt sich aus solchen Sachen ja kein Schluss mehr ziehen. Es könnte eben alles nur ein Spiel sein und letztendlich ist das hier ja Fiktion.

Aber egal, ob die Abläufe nun so passiert sind - das Wichtigste: Sie könnten so passiert sein und das macht "Der salzige Fluss" aus, denn Bauer hat ein gutes Gespür für Realismus und die Dialoge. Die ganze Geschichte kommt völlig unaufgeregt daher, sollte Bauer an dem Aufbau gebastelt haben, dann hat er die Teile wieder fließend zusammengesetzt.

Der reduzierte Stil der Figuren passt zudem wunderbar in die Landschaften, Bauer hat seine Bilder in Schwarz und Weiß gehalten. Um sich reinzudenken, braucht es aber auch keine Farben. Bauer kommt in seinem Comic über seine Erzählkraft, verweilt allerdings manchmal ein wenig zu sehr an der Oberfläche. Es gibt ein, zwei Stellen, die ruhig ein bisschen tiefer gehen könnten, die in eine der beiden Hauptfiguren noch ein Stück mehr eintauchen. Zudem überrascht Bauer wenig in seiner Geschichte. Er zieht den Leser mit durch ungewöhnliche Landschaften, in denen sich Gewöhnliches abspielt, was "Der salzige Fluss" manchmal ein wenig kurzweilig macht.

Das wiegen aber oft die großen Panels auf, wenn Jan Bauer die Weite der Landschaft auf einer Doppelseite einfängt oder den Sternenhimmel überm Zelt zeigt. Darüber nimmt Bauer vor allem auch seine Erzählgeschwindigkeit, die er passend anzieht, wenn nötig.

Übrigens riet der Hersteller der Farbe Jan Bauer davon ab, das Malwasser zu trinken. Nicht auszuschließen, dass es gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen gibt. Das hielt ihn vom Zeichnen zum Glück nicht ab. 

Björn Bischoff

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