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Petitionen rufen zum Protest gegen Anmach-Seminare auf

RSD-Seminare lehren Erfolg bei Frauen - mit Gewalt als probatem Mittel - 16.11.2014 06:00 Uhr

Wenn es nach Anmach-Trainer Julien Blanc geht, dann sieht so eine erfolgreiche Annäherung an eine fremde Frau aus. © Screenshot YouTube/WorldBreakingNews 24x7


In den Seminaren, die die Firma RSD (Real Social Dynamics) anbietet, geht es um Frauen und darum, wie man das schöne Geschlecht rumkriegt, sie "von ihren hohen Rössern holt" und überspitzt formuliert, wie man Frauen dazu bekommt, das zu tun, was man(n) will.

Der im Moment am meisten diskutierte Anmach-Trainer heißt Julien Blanc, der in seinem YouTube-Kanal erklärt, was Frauen wirklich an Männern interessiert, wie man Frauen dazu bekommt, dass sie einem hinterherlaufen und deutlicher noch, wie man sich Frauen zu Eigen macht - auch mit Gewalt.

Was nach Aussage von Blanc wohl sehr gut beim schönen Geschlecht ankommt, ist einfach auf sie zugehen, sie würgen und gegen die Wand drücken. Unter dem Hashtag #ChokingGirlsAroundTheWorld haben er und Männer aus der ganzen Welt den Erfolg dieser Technik versucht zu dokumentieren. Doch auch unter diesem Twitter-Hashtag formiert sich lauter Protest gegen diese Form der Verharmlosung sexueller Gewalt gegen Frauen.

Besonderes Aufsehen erregte ein Video, das mittlerweile nicht mehr abrufbar ist. In diesem Video schildert Blanc nach Angaben des Tagesspiegel, dass eine Frau, mit der er die Nacht verbracht hatte, sich am Morgen weigerte, erneut mit ihm zu schlafen. Das hat ihn jedoch nicht weiter interessiert, er hat sich genommen, was er wollte. Damit hat der 25-Jährige eigentlich eine Vergewaltigung gestanden. Auch von einem seiner RSD-Kollegen soll ein Video mit ähnlichen Geständnis im Netz gewesen sein. 

Weiterhin verfügbar ist ein anderes, sehr umstrittenes Video von Blanc, in dem er bei einem seiner Seminare erklärt, dass man als weißer Mann von Japanerinnen alles haben könnte. "Einfach auf sie zugehen, Pikachu rufen und ihren Kopf in Richtung Schwanz drücken", sagt er vor einer Menge interessierter Seminarteilnehmer. Das hat er dann mit seinem Kurs auch tatsächlich in den Straßen Tokios gemacht.

Nachdem der "Pickup-Artist" nun auch nach Deutschland kommen möchte, um seine Seminare anzubieten, regt sich lauter Protest. Eine Petition versucht Unterschriften zu sammeln, um somit den Druck auf die Hotels zu erhöhen, in denen Blanc in Berlin und München seine Seminare abhalten möchte. Zum stolzen Preis von bis zu 3000 Euro pro Teilnehmer.

Die Petition könnte durchaus Erfolg haben, denn nach Auftritten in Australien wurde Blanc das Visum entzogen und eine weitere Einreise untersagt. Auch Kanada prüft ähnliche Schritte gegen den gebürtigen Amerikaner.

Im Spiegel heißt es dazu weiter, dass das Bundesinnenministerium und die Polizeibehörden der Länder zurzeit über ein mögliches Vorgehen gegen Blanc und seine Kollegen diskutieren. Aber er muss wohl erst gegen das Gesetz verstoßen, bis Schritte eingeleitet werden können. 

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