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Ramsauer: "Fracking-Option unbedingt offenhalten"

Unionspolitiker fordern Neuausrichtung der Energieversorgung - 30.03.2014 16:10 Uhr

CSU-Vize Peter Ramsauer spricht sich für das umstrittene Fracking-Verfahren in Deutschland aus. © Peter Endig/Archiv (dpa)


In der Union werden angesichts der Abhängigkeit von russischem Gas Forderungen nach einer Neuausrichtung der deutschen Energieversorgung laut. Um Versorgungssicherheit und Preisstabilität zu gewährleisten, müsse sich Deutschland "die Fracking-Option dringend offenhalten", sagte Ramsauer, stellvertretender Chef der CSU, der "Welt am Sonntag".

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt auf Gasimporte aus Nordamerika setze, sei das “ein klares Ja zur Schiefergasförderung“. Dann aber stelle sich die Frage, “warum wir nicht gleich auf heimische Ressourcen setzen“, sagte Ramsauer. “Wenn Schiefergas Gift wäre, dürfte man es auch nicht aus anderen Ländern beziehen.“

Merkel hatte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper dafür ausgesprochen, die gesamte Energiepolitik neu zu betrachten.

Ramsauer äußerte Sorge um die Gaslieferungen aus Russland, sollte sich die Krim-Krise verschärfen. Wenn dem Kreml mit Wirtschaftssanktionen gedroht werde, “kann man nicht ausschließen, dass Moskau sich beim Erdgas revanchiert“.

Kein Gas aus Russland? Aigner warnt vor Panik

Aigner sagte “Spiegel Online“ am Samstag, sie teile Merkels Ansicht, “dass man einseitige Abhängigkeiten im Auge behalten muss“. Merkel hatte am Donnerstag gesagt, mit dem aktuellen Streit um die Annexion der Krim durch Russland ergebe sich “durchaus eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik“. Aigner warnte aber auch vor Panik, denn Russland habe “selbst in den schwierigsten Zeiten des Kalten Krieges“ zuverlässig Gas geliefert.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), sieht neben der deutschen Energiewende die Zusammenarbeit mit den USA als Chance, die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Der frühere Umweltminister forderte in der “WamS“, den Energiebezug “durch Flüssiggaslieferungen zu diversifizieren“. Die Schiefergasförderung habe die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten gestärkt.

Umstrittene Fördermethode

Bei der Fracking-Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern.

Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte. 

AFP

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