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Der scharfe internationale Wettbewerb habe zu Verdrängungen auf dem
Markt und zu einem sinkenden Anteil deutscher Solarzellen geführt,
sagte Altmaier am Freitag bei einem Besuch des Fraunhofer-Centers
für Silizium-Photovoltaik in Schkopau. Sachsen-Anhalts
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) setzt bei der Energiewende
auf einen breiten Energiemix. Den Angaben zufolge stammen in
Sachsen-Anhalt rund 36 Prozent der Stromerzeugung aus regenerativen
Energien, im Bundesdurchschnitt sind es 17 Prozent.
Zahlreiche Firmen, darunter Solar Millennium, Solon, Sovello und
Q-Cells haben Insolvenz angemeldet, andere kämpfen ums Überleben.
Neben der Kürzung von staatlichen Fördermitteln macht die deutsche
Solarbranche Billigimporte aus China für ihre Krise verantwortlich.
Mit Blick auf die bereits mehrfach ins Spiel gebrachte
Anti-Dumping-Klage gegen China sagte der Bundesumweltminister, über
Strafzölle entscheidet allerdings nicht die deutsche
Bundesregierung, sondern die Europäische Kommission in Brüssel.
Deutsche Solarzellen hätten einen Marktanteil von elf Prozent an den
über das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) eingebauten und
finanzierten Solarzellen. „Damit finanzieren wir im wesentlichen
auch Zellen ausländischer Produktionen mit“, sagte der
CDU-Politiker.
Den jüngsten Kompromiss im Erneuerbaren-Energien-Gesetz
bezeichnete der Minister als „wichtige Beruhigung“ für den Zweig.
Das Überleben der Solarindustrie sei keine regionale ostdeutsche
Frage, sondern von bundesweitem Interesse, fügte er hinzu.
Ministerpräsident Haseloff betonte mit Blick auf die
Energiewende, diese dürfe nicht nur durch Importe, sondern müssen
vor allem aus eigenen Produktionsstrukturen erfolgreich umgesetzt
werden. Er verwies dabei auf den Windenergieanlagenbauer Enercon aus
Magdeburg, den er mit Altmaier am Morgen besucht hatte, und auf den
Solarstandort Thalheim, den die beiden Politiker am Nachmittag
besuchen wollten.
In den vergangenen Jahren sei bereits in Sachsen-Anhalt eine
Wertschöpfungskette entstanden, sagte Haseloff und verwies unter
anderem auf den US-amerikanischen Chemiekonzern Dow Chemical, der in
Schkopau eine Anlagen errichtet, in dem künftig Folien für die
Solarmodulherstellung produziert werden sollen.
Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP war im
September 2011 in Betrieb gegangen. Dort können auf rund 2.000
Quadratmetern neuartige Verfahren unter anderem zur
Kunststoffverarbeitung sowie zur Aufbau- und Verbindungstechnik
entwickelt werden. Das Zentrum, in dem 70 Chemiker, Physiker und
Techniker arbeiten, steht Solarmodul-, Geräte- und
Materialherstellern als anwendungsorientierter
Forschungsdienstleister zur Verfügung. Es ist Teil des
Fraunhofer-Instituts für Silizium-Photovoltaik in Halle, in das
insgesamt 60 Millionen Euro investiert werden.