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Baumgartner: Rekordsprung aus Stratosphäre abgesagt

Österreichischer Extremsportler will als erster Mensch die Schallmauer knacken - 10.10.2012 19:01 Uhr

Roswell/Wien  - Felix Baumgartner wollte am Dienstag vier Weltrekorde brechen, doch zu starker Wind verhindert das Vorhaben. Der Extremsportler will aus 36 Kilometern Höhe springen und die Schallmauer durchbrechen.

Aus dieser Kapsel wird Baumgartner  abspringen. Bei Probesprüngen aus 24 und 29 Kilometern Höhe hat alles bestens funktioniert.
Aus dieser Kapsel wird Baumgartner abspringen. Bei Probesprüngen aus 24 und 29 Kilometern Höhe hat alles bestens funktioniert.
Foto: dpa
Aus dieser Kapsel wird Baumgartner  abspringen. Bei Probesprüngen aus 24 und 29 Kilometern Höhe hat alles bestens funktioniert.
Aus dieser Kapsel wird Baumgartner abspringen. Bei Probesprüngen aus 24 und 29 Kilometern Höhe hat alles bestens funktioniert.
Foto: dpa

Starker Wind hat den spektakulären Sprung des Extremsportlers Felix Baumgartner aus der Stratosphäre am Dienstagabend erneut verhindert. Der Extremsportler saß am Startplatz in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico schon in seiner Kapsel und war bereit für den Aufstieg in die Stratosphäre als das Aus von Mentor Joe Kittinger kam. „Wir müssen abbrechen“, sagte Kittinger in der Live-Übertragung des Startversuchs. Der hauchdünne Heliumballon streifte vor dem Start nach einer Windböe den Boden. Das Team konnte somit die Sicherheit der Mission nicht mehr garantieren.

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Rekordjäger, Base-Jumper, Wahnsinniger: Felix Baumgartner ist vieles, vor allem aber dem Höhenrausch verfallen. Jetzt sprang er aus 39.000 Metern vom Himmel. Aber schon zuvor war sein Leben nicht gerade langweilig.

Für Baumgartner, der als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen will, sind optimale Windverhältnisse beim Start unbedingte Voraussetzung. Denn zu großer Windwiderstand könnte die Außenhülle des Ballons, der zehnmal dünner ist als eine herkömmliche Plastiktüte, leicht beschädigen. Dies hätte zu einem Absturz bereits am Beginn der Mission führen können. Fallschirme könnten Baumgartner in dieser Distanz vermutlich nicht ausreichend schützen. Der Salzburger stieg sichtlich enttäuscht aus seiner Kapsel.

Die Grafik erklärt den Sprung von Felix Baumgartner. Vier Weltrekorde sollen gebrochen werden.
Die Grafik erklärt den Sprung von Felix Baumgartner. Vier Weltrekorde sollen gebrochen werden.
Foto: dpa
Die Grafik erklärt den Sprung von Felix Baumgartner. Vier Weltrekorde sollen gebrochen werden.
Die Grafik erklärt den Sprung von Felix Baumgartner. Vier Weltrekorde sollen gebrochen werden.
Foto: dpa

Bereits am Montag wollte Baumgartner zu seinem Rekordvorhaben in die Stratosphäre aufbrechen, doch eine Kaltfront verhinderte dies. Am Dienstag verschob das Team den Start zunächst für sechs Stunden bevor das finale Aus kam. Ein neuer Versuch für die halsbrecherische Mission könnte am Donnerstag stattfinden, sagte ein Sprecher des Projekts der Nachrichtenagentur dpa. Fixiert sei allerdings noch nichts.

Vier Rekorde auf einmal

Bei einem erfolgreichen Sprung würde der Salzburger gleich vier Rekorde brechen: die höchste bemannte Ballonfahrt, den längsten freien Fall, die höchste im freien Fall erreichte Geschwindigkeit und den höchsten Absprung der Welt. Baumgartner will mit einem Heliumballon rund drei Stunden lang in die Stratosphäre aufsteigen. Währenddessen wird Baumgartner in einer handgefertigten Kapsel sitzen, die ein Käfig zusätzlich schützt. Das Modul soll den Extremsportler unter anderem vor der extremen Kälte und dem niedrigen Sauerstoffgehalt in der Stratosphäre schützen.

Felix Baumgartner beim Einstieg in die Kapsel.
Felix Baumgartner beim Einstieg in die Kapsel.
Foto: AP
Felix Baumgartner beim Einstieg in die Kapsel.
Felix Baumgartner beim Einstieg in die Kapsel.
Foto: AP

Sobald Baumgartner in 36 Kilometern Höhe angekommen ist, will er aus der Kapsel steigen und eine Plattform als stabile Absprungmöglichkeit nutzen. Dabei schützen ihn nur noch ein spezieller Druckanzug und ein Helm. Etwa 30 Sekunden nach dem Sturz in die Tiefe – in etwa 32 Kilometern Höhe – will Baumgartner die Schallmauer für 20 Sekunden durchbrechen. Dafür muss er es schaffen, seinen Körper extrem starr und stabil zu halten. Nach Expertenangaben wird es dabei keinen Knall zu hören geben, wie er etwa beim Überschall-Jet Concorde typisch war, da der Luftwiderstand in so großer Höhe zu gering ist.

Etwa fünfeinhalb Minuten wird dann der freie Fall des Extremsportlers dauern. Im Idealfall zieht Baumgartner in einer Höhe von 1500 Metern selbst einen Fallschirm und landet wieder heil auf der Erde. Sollte er noch in der Luft ins Trudeln geraten, wird sich ein Fallschirm automatisch öffnen. Das 1315 Kilogramm schwere Modul wird nach dem Absprung per Fernsteuerung vom Heliumballon losgelöst und mittels eines Fallschirm-Systems langsam auf die Erde abgesenkt. 

dpa


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