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Fatale Wut ägyptischer Fußballfans: mindestens 74 Tote

Spieler wollen nach Ausschreitungen den Profisport für immer hinter sich lassen - 02.02. 13:27 Uhr

Kairo   - Bei schweren Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Ägypten sind mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Die Spieler der Kairoer Mannschaft Al-Ahly wollen sich als Reaktion auf die tödlichen Krawalle offenbar aus dem Profisport zurückziehen. „Wir haben alle eine Entscheidung getroffen, dass wir nie mehr wieder Fußball spielen werden“, sagte Torwart Scharif Ikrami.


Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Foto: dpa
Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Foto: dpa

Tote und Verwundete seien am Mittwochabend in die Umkleidekabine getragen worden. „Da sind Leute vor unseren Augen gestorben“, sagte Ikrami, der selbst bei den Krawallen verletzt wurde. Wie könne es möglich sein, da wieder Fußball zu spielen. „Wir können überhaupt nicht daran denken.“

Bei gewaltsamen Ausschreitungen  zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Foto: afp
Bei gewaltsamen Ausschreitungen  zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Anhängern zweier Fußballteams sind in der nordägyptischen Stadt Port Said mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Foto: afp

Unter den Toten seien auch Angehörige der Sicherheitskräfte, sagte ein medizinischer Mitarbeiter des örtlichen Leichenschauhauses. Hunderte Menschen wurden nach Schätzungen der Behörden verletzt.

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Der arabische Frühling erfasste im Februar 2011 mit Ägypten das bevölkerungsreichste arabische Land. In Kairo gingen Millionen auf die Straßen und erzwangen nach wochenlangen Kundgebungen den Rücktritt von Hosni Mubarak. Schon im Januar hatte sich das tunesische Volk ihres Präsidenten friedlich durch Proteste "entledigt".

Die Zusammenstöße begannen, nachdem Fans des heimischen Teams Al-Masri nach dem 3:1-Sieg gegen den Tabellenführer und Erzrivalen der ägyptischen Premier League Al-Ahli Sekunden nach dem Abpfiff das Spielfeld gestürmt hatten. Die Fans hätten Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen geworfen und dabei auch Spieler verletzt.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Ausschreitungen wurde als Reaktion darauf das Spiel zwischen Al-Ismailiya und Zamalek in Kairo abgebrochen. Der ehemalige ägyptische Nationalmannschaftskapitän Hany Ramzy geht von einer vorbereiteten Aktion aus. "Das Spiel ging 3:1 für Al-Masri aus. Welchen Grund hat man, nach einem Sieg aufs Feld zu rennen und Menschen zu töten?", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi in einem Telefongespräch. "Das war vorher geplant. Das Stadion war voll, es war ein wichtiges Spiel. Es war ein guter Anlass, etwas Schlimmes zu tun", sagte Ramzy weiter.

 

 

  



dapd

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