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Im Vergleich zu Oberbayern sei Franken touristisch weniger attraktiv, dies sei ein Hemmnis der fränkischen Zufriedenheit, so die doch etwas überraschende Erkenntnis des Glücksatlas 2012.
Das Glück dagegen steigern die sehr gute Einkommens- und Beschäftigungssituation, die Sicherheitslage und Gesundheit sowie Familienleben. Mit der diesjährigen Platzierung liegt Franken eigentlich fast im gleichen Feld wie in den Vorjahren. Bis auf ein paar Ausreißer nach unten wie oben standen Nürnberg und die Region schon oft auf dem vierten Platz.
Trotz Eurokrise sind die meisten Deutschen offenbar glücklich. Im Glücksatlas bewerteten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 7 von 10 Punkten genauso positiv wie im vergangenen Jahr. Rein statistisch gesehen wohnt der glücklichste Deutsche demnach in Hamburg, lebt in einer festen Partnerschaft, pflegt einen stabilen Freundeskreis und geht einer Vollzeitbeschäftigung nach.
Neben den wichtigsten Glücksfaktoren und einem Städteranking, angeführt von Hamburg, zeigt die Studie außerdem, dass die Ostdeutschen in Sachen Lebenszufriedenheit deutlich aufgeholt haben. Die „Glückslücke“ zwischen den Menschen in den alten und den neuen Bundesländern ist so gering wie nie seit der Vereinigung. Der Abstand beträgt nur noch 0,2 Punkte, 1991 waren es noch 1,3. Dennoch belegen die ostdeutschen Länder wie 2011 weiterhin die hinteren Ränge des Zufriedenheitsrankings.
Auf Platz eins des Glücksindexes der Regionen steht wie im vergangenen Jahr Hamburg, Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt. Insbesondere Sachsen, Brandenburg und Thüringen, Letzteres im vergangenen Jahr noch Schlusslicht, hätten sich verbessern können. Als einen wichtigen Grund für den Zuwachs an Lebenszufriedenheit im Osten nennt Ökonomieprofessor Bernd Raffelhüschen, einer der Autoren der Studie, den Rückgang der Arbeitslosigkeit und den Anstieg der Reallöhne.
Denn neben den wichtigsten „Glücksbringern“ Gesundheit, Partnerschaft und dem Kontakt mit Freunden führt die Studie auch gesellschaftliche Faktoren wie die Beschäftigungslage als bedeutsam für die Lebenszufriedenheit der Deutschen an. Arbeitslosigkeit folgt nach Krankheit und dem Tod des Partners auf Platz drei der Liste der „Glückshemmnisse“. Laut Raffelhüschen führt die Aufnahme einer Arbeit bereits dann zu einer Steigerung der Zufriedenheit, wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt. Den größten Glückszuwachs erleben jedoch Arbeitslose, die einen Vollzeitjob gefunden haben.
Der anhaltende wirtschaftliche Erfolg Deutschlands ist Raffelhüschen zufolge auch einer der Gründe für die anhaltende Zufriedenheit der Menschen trotz der Unsicherheiten durch die Euro-Krise. Mit dem Durchschnittswert von sieben Punkten belege das Land im internationalen Vergleich das obere Drittel, während in den von der Krise besonders betroffenen Ländern Griechenland, Spanien und Portugal die Lebenszufriedenheit gesunken sei, führte der Wissenschaftler von der Universität Freiburg aus.
Ebenso wichtig wie die stabile Wirtschaft sei allerdings das Vertrauen in die Mitmenschen und in funktionierende gesellschaftliche Strukturen. Wer seinem sozialen Umfeld vertraue, sei auch zufriedener, heißt es in der Studie. Hohes Vertrauen genießen demnach auch Polizei und Justiz. Beim Vertrauen in die Demokratie liegen die Zufriedenheitswerte der Menschen hingegen unterhalb jener der allgemeinen Lebenszufriedenheit.
Zum diesjährigen Glücksatlas gehört auch ein Städteranking. Befragt wurden Bürger aus 13 großen Städten nach der Zufriedenheit mit ihrer Heimat. Rang eins belegt Hamburg, gefolgt von Düsseldorf und Dresden auf den Plätzen zwei und drei. Schlusslichter sind Berlin, Köln und Essen. Als besonders wichtig bewerteten die Menschen dabei keineswegs nur „harte“ Faktoren wie die wirtschaftliche Attraktivität, sondern auch Aspekte wie das kulturelle Angebot, Naherholungsmöglichkeiten und das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Der Glücksatlas basiert auf Daten des sozio-oekonomischen Panel (SOEP), für den seit 1984 regelmäßig Umfragen in rund 11.000 Haushalten durchgeführt werden, sowie des Instituts für Demoskopie Allensbach und des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid.