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Nach Amokalarm: 37 Waffen in Wohnhaus sichergestellt

Schüler aus Memmingen verschaffte sich Zugang zum Waffenschrank - 30.05.2012 16:46 Uhr

Memmingen/Kempten  - Eine Woche nach dem Amokalarm an einer Schule in Memmingen hat die Polizei das Haus der Familie des jugendlichen Täters durchsucht. Die Ermittler stellten 37 Waffen sicher. Nun wird gegen den Vater ermittelt - ihm werden Verstöße gegen das Waffenrecht vorgeworfen.

Der mutmaßliche Schütze steht am Dienstag an einem Sportplatz in Memmingen und zieht kurz vor seiner Festnahme seine Jacke aus. Der 14-Jährige wurde nach Polizeiangaben mit zwei Waffen an seiner Schule gesehen, woraufhin Amokalarm ausgelöst und eine Suchaktion gestartet wurde.
Der mutmaßliche Schütze steht am Dienstag an einem Sportplatz in Memmingen und zieht kurz vor seiner Festnahme seine Jacke aus. Der 14-Jährige wurde nach Polizeiangaben mit zwei Waffen an seiner Schule gesehen, woraufhin Amokalarm ausgelöst und eine Suchaktion gestartet wurde.
Foto: dpa
Der mutmaßliche Schütze steht am Dienstag an einem Sportplatz in Memmingen und zieht kurz vor seiner Festnahme seine Jacke aus. Der 14-Jährige wurde nach Polizeiangaben mit zwei Waffen an seiner Schule gesehen, woraufhin Amokalarm ausgelöst und eine Suchaktion gestartet wurde.
Der mutmaßliche Schütze steht am Dienstag an einem Sportplatz in Memmingen und zieht kurz vor seiner Festnahme seine Jacke aus. Der 14-Jährige wurde nach Polizeiangaben mit zwei Waffen an seiner Schule gesehen, woraufhin Amokalarm ausgelöst und eine Suchaktion gestartet wurde.
Foto: dpa

Eine Woche nach dem Amokalarm an einer Memminger Schule hat die Polizei das Haus der Familie des jugendlichen Schützen durchsucht. Dabei wurden 37 Waffen sichergestellt, teilten das Polizeipräsidium in Kempten und die Staatsanwaltschaft Memmingen am Mittwoch mit. Gegen den Vater des Schützen wird nun wegen Verstößen nach dem Waffen- und Sprengstoffrecht ermittelt.

Ein 14-Jähriger hatte vergangenen Dienstag an seiner Schule und auf einem Sportplatz mit drei Schusswaffen seines Vaters mehrfach geschossen, dabei aber niemanden verletzt. Nach mehrstündigen Verhandlungen konnten Polizisten den Jugendlichen zur Aufgabe bewegen und ihn festnehmen.


Der 53 Jahre alte Vater des 14-Jährigen ist nach Polizeiangaben Sportschütze. Er hatte die Waffen in einem eigenen Raum gelagert, der durch eine Stahltür mit Sicherheitsschloss gesichert war. Der Schlüssel zu dieser Tür wurde in einem Tresor mit elektronischem Zahlenschloss aufbewahrt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Jugendliche das Zahlenschloss so manipuliert hat, dass er an den Schlüssel für den Waffenraum gelangen konnte. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er den Tresor mit einem Werkzeug geöffnet hat.

Bei der Hausdurchsuchung am Dienstagabend waren rund 20 Beamte im Einsatz. Sie stellten zwölf Gewehre, 15 Kurzwaffen sowie zehn Luftdruck- und Schreckschusspistolen sicher. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes stellte zudem fest, dass die Stahltür des Waffenraums über keine ausreichende Schutzklasse für die große Anzahl der darin gelagerten Waffen verfügt.

«Je mehr Waffen gelagert sind, umso höher ist die Schutzklasse», sagte ein Polizeisprecher. Zudem soll der Sportschütze in dem Wohnhaus mehr Treibladungspulver gelagert haben als erlaubt. Den Angaben zufolge wurde ihm die Genehmigung zur Waffenaufbewahrung entzogen.


Die Spurensicherung an den beiden Tatorten habe ergeben, dass im Eingangsbereich der Schulmensa ein Schuss abgegeben wurde. Am Sportplatz, wo sich der Schüler später in einer Holzhütte verschanzt und mehrmals in Richtung der Polizeibeamten geschossen hatte, wurden mehr als 70 Patronenhülsen sichergestellt. Seitens der Polizei sei bei dem Einsatz nur ein Warnschuss abgegeben worden.

Der 14-Jährige befindet sich seit seiner Festnahme in einer Jugendpsychiatrie. Da er keine Angaben macht, ist sein Motiv weiter unklar. Der Haftrichter erließ einen Unterbringungsbefehl wegen versuchten Totschlags an mehreren Polizisten. 

dpa


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