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Rückendeckung für Gauck von prominenten Migranten

Bundespräsidentschaftskandidat geriet wegen Äußerungen über Sarrazin in die Kritik - 23.02. 10:42 Uhr

Berlin  - Prominente Migranten haben sich ausdrücklich hinter den Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck gestellt. Sie gingen damit auf Distanz zu Kritikern aus den eigenen Reihen, die Gaucks Aussagen zu Thilo Sarrazin beanstandet hatten.


Gauck attestierte Sarrazin Mut - und erntete deswegen zuletzt Kritik.
Gauck attestierte Sarrazin Mut - und erntete deswegen zuletzt Kritik.
Foto: Thomas Frey (dpa)
Gauck attestierte Sarrazin Mut - und erntete deswegen zuletzt Kritik.
Gauck attestierte Sarrazin Mut - und erntete deswegen zuletzt Kritik.
Foto: Thomas Frey (dpa)

„Gauck ist gerade für die, die aus dem Ausland kommen und dort Unrecht und Unterdrückung erfahren haben, ein Segen“, sagte der iranischstämmige Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour. “Ich stimme in mehreren Sachen nicht mit Gauck überein – aber das ist alles absolut im Rahmen“, sagte Nouripour.

Der türkischstämmige FDP-Politiker Serkan Tören sagte, Gauck stehe für den Gedanken der Freiheit, für die Integration von Ost und West und auch für die Integration von Migranten: „Ich werde ihn wählen.“ Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sagte: „Ich finde, Gauck muss die Chance bekommen zu zeigen, dass ihm nicht nur die deutsch-deutsche Integration wichtig ist. Er kann beweisen, dass er Bundespräsident aller Menschen ist.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde, Ali Ertan Toprak, erklärte: „Es ist übertrieben, dass jetzt viele Migranten und muslimische Vertreter Gauck wegen seiner angeblichen Sarrazin-Äußerungen für untragbar halten.“ Die Autorin Necla Kelek, die Gauck bereits 2010 unterstützt hatte, sagte: „Gaucks zentrales Thema neben der Freiheit ist die Verantwortung des Einzelnen, und das sollten wir – auch alle mit ausländischen Wurzeln – ernst nehmen.“ Vielleicht könnten Migranten durch Gauck endlich lernen, Deutschland zu lieben, „denn Liebe bedeutet eine Entscheidung und eben Verantwortung“.

In den vergangenen Tagen hatten Vertreter von Migrantenorganisationen Gauck scharf kritisiert, weil er dem Ex-Bundesbanker und SPD-Politiker Sarrazin Mut attestiert hatte. Sarrazin hatte in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ die angeblich fehlende Integrationsbereitschaft von Muslimen beklagt. Der grüne Bundestagsabgeordnete Mehmet Kilic hatte angekündigt, in der Bundesversammlung nicht für Gauck zu stimmen. 



afp

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