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Ein Koffer voll mit Erwartungen und allerlei Kram

Was sollte unbedingt mit zum Auslandssemester? Hier gibt euch eine Studentin mit einschlägigen Erfahrungen wertvolle Tipps - 08.09.2017 10:00 Uhr

Überleg genau, was du mitnimmst. Weniger ist mehr! Und Platz für neue Klamotten und Mitbringsel sollte auch noch sein. © privat


"Ich packe meinen Koffer und nehme mit..." – das haben wohl viele von uns in der Kindheit gerne gespielt. Von Autos bis zu Büchern haben wir gefühlt alles mitgenommen, was uns in den Sinn kam. Der Koffer schien unendlich viel Platz zu bieten.

Wenn man später im Studium allerdings mit den Vorbereitungen auf das Auslandssemester beginnt, stellt man schnell fest: Koffer haben nur einen beschränkten Platz, man kann eben nicht alles mitnehmen.

Kleidung

Die Kleidung, die du mitnimmst, sollte logischerweise auf das Klima in deinem Gastland abgestimmt sein. Dennoch gibt es einige Dinge, die du in keinem Fall vergessen solltest: Badeanzug/Bikini beziehungsweise Badehose sowie Flipflops sind immer gut – ob fürs Meer, das Uni-eigene Schwimmbad oder auch zum Duschen in den Gemeinschaftsbädern des Studentenwohnheims.

Gleiches gilt für warme Kuschelsocken und einen Schal. Denn gerade in vermeintlich heißen Ländern kann es durch Klimaanlagen unangenehm kalt blasen.

Daheim gefaltet, im Koffer besser gerollt. Das spart Platz. © privat


Natürlich sollte man genügend Klamotten mitnehmen, um einige Tage über die Runden zu kommen — vor allem, da man nie weiß, ob und wo man mal seine Sachen in einer Maschine waschen kann. Zur Sicherheit solltest du auch ein kleines Handwaschmittel mitnehmen, mit dem du einige Sachen im Waschbecken waschen kannst.

Wichtig: Weniger ist mehr! Mir ging es bis jetzt immer so, dass ich mindestens ein T-Shirt und eine Hose dabei hatte, die ich am Ende des Auslandssemesters ungetragen in den Koffer zurückgelegt habe. Wenn ich sie überhaupt ausgepackt hatte.

Dinge, die du in deinem Alltag in Deutschland nicht oft anziehst, dürfen auch getrost daheim im Kleiderschrank bleiben: Auch im Ausland findet man sie nicht urplötzlich schöner und zieht sie an, da können sie noch so funktionell und praktisch sein. Bedenke auch immer, dass du im Ausland bestimmt coole Läden entdeckst und dir dort Klamotten kaufen kannst.

Bewährt hat sich die Methode, Klamotten beim Packen nicht zu falten, sondern zu rollen, das spart ungemein Platz. Noch ein Tipp: Fülle deine Sneaker und Stiefel mit Socken, so fliegen diese nicht im Koffer umher – und du nutzt den Platz!

Dusch-Krams und Kosmetik

Schon bei der Hinreise lassen sich Platz und Gewicht für Einkäufe aus dem Ausland sichern. Für meine Strategie wurde ich zwar schon wiederholt belächelt, aber sie funktioniert immer: Vor Abreise mache ich den heimischen Drogeriemarkt unsicher und kaufe ein, als gäbe es kein Morgen mehr. Von den fünf Duschgels, vier Shampoos und zwei Bodylotions weiß ich dann nicht nur, dass ich sie vertrage – nichts ist unangenehmer, als in einer Fremdsprache komische Hautausschläge beim Arzt zu erklären – sondern auch, dass ich sie verbrauche.

Der Platz – und vor allem das Gewicht – ist dann auf dem Heimflug für etwas anderes sicher! Als Mädel solltest du dich auch über das Angebot an Monatshygieneartikeln informieren: Die können im Ausland sehr teuer oder schwierig zu bekommen sein. Das dann lieber mitnehmen.

Dokumente und Unterlagen

Im Ausland hast du sicherlich einige Dokumente vorzuzeigen, wie zum Beispiel das Learning Agreement. Nimm deswegen sicherheitshalber je eine Kopie im Handgepäck und eine im Koffer mit. So kannst du sicher sein, dass du sie auch im Falle eines Gepäckverlustes immer noch hast.

Ganz wichtig: Mehrfachsteckdose und Verlängerungskabel. © privat


Sinnvoll ist es auch, wichtige Unterlagen vor der Abreise zu scannen oder abzufotografieren und in einem Online-Speicher oder als E-Mail-Entwurf zu speichern, so kannst du immer auf sie zugreifen.

Das Gleiche gilt für Mitschriften oder Vorlesungsunterlagen aus Deutschland. Es macht keinen Sinn, einen Ordner mitzunehmen, aber zur Sicherheit kann man sie online speichern. Passfotos wirst du sehr wahrscheinlich für den Studentenausweis deiner Gast-Uni brauchen. Neben Stift und Block ist ein flacher Locher praktisch, den man in einen Ordner heften kann.

Technische Utensilien

Informiere dich vor deiner Ausreise, ob du für die Steckdosen in deinem Gastland einen Adapter brauchst. Ein leerer Handy-Akku, den man nicht aufladen kann, weil der Stecker nicht passt, ist etwas sehr Ärgerliches.

Eine deutsche Mehrfachsteckdose war auch immer sehr nützlich für mich: So kann man Steckdosenknappheit umgehen und braucht auch nicht unzählige Adapter zu kaufen.

Vorsicht bei Haartrocknern! Manchmal funktionieren die wegen anderer Wattleistungen im Ausland nur spärlich. Aus meinem deutschen Föhn kam in Kanada nicht mehr als ein lauwarmes Lüftlein, so dass ich mir einen lokalen gekauft habe. Den Platz im Koffer kann man sparen.

Geschafft! Linda mit Gepäck am Flughafen. © privat


Finanzen

Frage bei deiner Bank nach, inwieweit deine Karten im Ausland einsetzbar sind. Ich kann beispielsweise mit meiner Girokarte im Ausland Geld abheben, muss sie allerdings zuvor in der Filiale in Deutschland freischalten lassen.

Gibt deinen Eltern am besten auch eine Vollmacht für wichtige Bankgeschäfte. Mir wurde in Kanada die Kreditkarte gehackt, und ohne meine Mama, die für mich eine Ersatzkarte beantragt und mir dann geschickt hat, wäre ich ziemlich hilflos gewesen.

Oft kommen im Ausland – gerade am Anfang – Kosten für neue Uni-Bücher oder für Einrichtung deines Zimmers auf dich zu. Sprich also mit deiner Bank ab, dass du im Ausland möglicherweise einige größere Einkäufe machen wirst. So umgehst du das Risiko, dass sie dir deine Karte sperren, weil sie denken, dass sie gehackt worden ist.

Ein Auslandssemester ist eine wundervolle Zeit, in der man unvergessliche Erfahrungen macht. Aber natürlich gibt es auch Momente, in denen nicht alles so rosig ist.

Im Koffer sollte deswegen auch Platz sein für kleine Dinge, die dir in solchen Momenten guttun: eine Packung Lieblingstee, ein Foto von Familie und Freunden oder das Lieblingskuscheltier aus der Kindheit. 

Linda Ringel

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