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Junge Feuerwehrler bewerben den Notruf

In ganz Europa gilt die kostenlose Notrufnummer 112 Lukas und Lara engagieren sich als Lebensretter - 12.02.2014 10:00 Uhr

Mit ihrem Einsatzfahrzeug und einem Plakat stehen Lukas und Lara von der Jugendfeuerwehr Neunkirchen am Brand auf einem öffentlichen Platz und werben bei Passanten für die europaweite Notrufnummer 112. Lukas ist über seinen Bruder zur Feuerwehr gekommen und legt gerne Saugleitungen am Bach. Lara ist bei der Jugendfeuerwehr, seit sie acht ist. Ihr gefallen vor allem die Wettbewerbe. © Goebel


Warum ist es so wichtig, auf die Notrufnummer 112 hinzuweisen?

Lara: Wir haben in Neunkirchen Flyer verteilt und dabei oft gehört, dass die Leute nicht wissen, dass die 112 europaweit gilt.

Lukas: Laut einer Studie wissen nur 17 Prozent aller Deutschen, dass die 112 eine europaweit gültige Notrufnummer ist, die man kostenlos anrufen kann und im Mobilfunknetz Vorrang hat. Seit den 1990er Jahren wurde die 112 von Land zu Land ausgeweitet, um so schnell wie möglich erste Hilfe zu leisten. Vorher musste man sämtliche nationale Notrufnummern kennen und eine Vorwahl wählen.

Was muss ich denn tun, wenn ich in einer Notlage bin?

Lukas: Natürlich erst mal die 112 anrufen. Wenn man in Deutschland die 112 – oder die 110 – wählt, wird man an die örtliche Einsatzleitstelle weitergeleitet. Dann sollte man berichten, was passiert ist und wo. Wichtig sind auch Angaben zu sich selbst und wie viele Verletzte es gibt. Meist stellt der Mitarbeiter der Einsatzleitstelle dann noch weitere Fragen.

Lara: Wenn es brennt, sollte man sich auf den Boden legen und ein feuchtes Tuch vor die Nase und den Mund halten. Dann auf allen vieren aus der Wohnung kriechen. Der Rauch ist sehr gefährlich, daran kann man schnell ersticken.

Die Feuerwehrleute löschen nicht nur Brände, zu welchen Notfällen werdet ihr noch gerufen?

Lukas: Das sind zum Beispiel Verkehrsunfälle, Hochwasser oder umgestürzte Bäume. Es kommt aber auch manchmal vor, dass eine Person einfach umgekippt ist.

Wie sieht so ein Einsatz dann aus?

Lukas: Das kommt auf den Einzelfall an. Voriges Jahr hatten wir zum Beispiel ein großes Hochwasser. Wir fahren dann mit unseren Einsatzwägen an die Stelle, und der Kommandant beurteilt die Situation und teilt den einzelnen Trupps ihre Aufgaben zu. Die einen schließen die Pumpen an und pumpen Wasser aus dem Keller. Andere stapeln Sandsäcke am Flussufer. Je nachdem wie schlimm das Hochwasser ist, wird das Technische Hilfswerk mit angefordert.

Wie aktiv seid ihr von der Jugendfeuerwehr bei solchen Einsätzen?

Lara: Wir dürfen erst ab 16 Jahren mit auf Einsätze. Ab da kann man die sogenannte Truppenmannausbildung machen, die ein halbes bis ein Jahr dauert. Dann darf man bei Einsätzen außerhalb der Gefahrenzone dabei sein, die der Kommandant vorher festlegt. Bei einem Brand können wir zum Beispiel die Straße absperren.

Was macht ihr dann jetzt schon bei der Jugendfeuerwehr?

Lukas: Wir lernen, was man als Feuerwehrmann so alles können muss, zum Beispiel Schläuche ausrollen, eine Saugleitung legen oder Knoten knüpfen. Wir machen auch bei Wettbewerben mit, bei denen es darum geht, die gestellten Aufgaben so schnell wie möglich zu erledigen.

Wie übt man einen Feuerwehreinsatz in einem brennenden Gebäude?

Lukas: In Forchheim und Ebermannstadt gibt es dafür Übungsstrecken. Dort ist es dunkel, und man muss mit einer Atemschutzausrüstung Hindernisse überwinden. Wärmestrahler simulieren die Hitze. Manchmal haut man sich den Kopf an, aber ich weiß, dass mir nichts passieren kann, da es nicht echt ist.

Welche Fähigkeiten sollte man haben, um bei der Feuerwehr mitmachen zu können?

Lara: Man sollte Interesse daran haben, anderen Menschen zu helfen. Ein bisschen Mut braucht man auch, und man sollte nicht zu langsam sein und im Team arbeiten können.



Viele Jugendfeuerwehren suchen Nachwuchs. Informiert euch in eurem Ort nach diesem Ehrenamt. Zur Jugendfeuerwehr Neunkirchen am Brand geht’s hier: www.jugend-ffw-neunkirchen.de 

Interview: STEFANIE GOEBEL

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