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Let’s get ready to ruuuumble!

Bei der „Battle of the Books“ hauen sich Frankens Schüler ihr Wissen um die Ohren - 18.02.2013 10:00 Uhr

Siegessicher lächeln die Mitglieder des Teams Platen-Gymnasium aus Ansbach. © Sarah De Sanctis


Die Mädels vom Team Platen-Gymnasium aus Ansbach sind gut vorbereitet auf ihren literarischen Kampf. Beim Training in ihrem Klassenzimmer hauen sie die Fakten über zehn amerikanische Romane nur so raus. Seit Monaten wälzen sie die Werke der ganz Großen der amerikanischen Literatur, um sich auf die „Battle of the Books“ vorzubereiten. An ihrem großen Tag trafen die Schülerinnen im Nürnberger Katharinensaal auf 170 gegnerische Lese-Schwergewichte. Gewonnen hat letztendlich das Team aus Neustadt an der Aisch.


Zum fünften Mal rief das Deutsch-Amerikanische Institut (DAI) fränkische Schüler in den Ring. „So viele wie in diesem Jahr waren aber noch nie dabei“, erklärt Organisatorin Kathleen Roeber, „und sie sind alle sehr gut vorbereitet.“ Die Regeln des Kampfes sind einfach: Jeweils drei Teams mit je zehn Schülern beantworten bis zu 150 Fragen zu einem von zehn ausgewählten Büchern. Die Fragen werden den Teilnehmern auf Englisch gestellt, und so müssen die Schüler auch antworten. Dran ist, wer zuerst den Buzzer gedrückt hat.

Auf dem Programm stehen unter anderem Klassiker wie Jeffrey Eugenides’ Roman „Virgin Suicides“ oder das Märchen „The Wizard of Oz“ (Der Zauberer von Oz) von Frank Baum. Die Teilnehmer durften aber auch moderne Literatur futtern: wie zum Beispiel die Graphic Novel „Diary of a Wimpy Kid“ (Gregs Tagebuch) von Jeff Kinney.

Die 16-jährige Leonie Mayr vom Platen-Team hat sich dem Roman „The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian“ von Sherman Alexie aus dem Jahr 2007 gewidmet. Der Autor, der selbst indianische Wurzeln hat, setzt sich in seinem Roman kritisch, aber auch witzig mit dem harten Leben eines Jungen in einem Indianerreservat auseinander.

Die meisten der Elftklässlerinnen aus Ansbach waren schon beim Battle im vergangenen Jahr dabei. © Hippel


Der Stoff wurde in den USA unterschiedlich aufgenommen. Zum einen wurde Alexie mit Preisen überhäuft, zum anderen wurde sein Werk wegen der angeblich rassistischen Inhalte aus den Schulbibliotheken der US-Staaten Oregon und Missouri verbannt. „Die Geschichte ist aber sehr gut und einfach zu lesen, weil sie für Jugendliche geschrieben wurde“, erklärt Leonie, „da hatte ich Glück, es standen sprachlich auch sehr anspruchsvolle Bücher auf der Liste.“

Die Strategie der Ansbacher: Die Romane gründlich durchlesen, wichtige Fakten wie Namen oder bestim-mte Ereignisse herausschreiben und die Geschichte kurz vor der Battle ein zweites Mal überfliegen.

„Außerdem tauschen wir die Bücher untereinander aus, so dass jeder mindestens zwei davon gelesen hat“, erklärt Charlotte Spingler die Taktik der Gymnasiasten.

Wie die meisten ihrer Mitstreiter aus Ansbach, hat die 17-Jährige schon einmal an der „Battle of the Books“ teilgenommen und weiß genau, wie der Hase läuft. Toll findet sie an der Aktion, dass die Schüler auf diesem Weg auch mal englischsprachige Bücher lesen und dafür tolle Vorschläge vom DAI bekommen.

In den Vereinigten Staaten gehört das Literatur-Battle zum Schulalltag – bei uns steht es nicht auf dem Lehrplan und ist somit freiwillig. Was den Mädels an der „Battle of the Books“ besonders gefällt: „Das Buzzern!“, sagt Charlotte und lacht. 

SARAH DE SANCTIS

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