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Mitten in der Meute

Erfahrungsbericht von der Spielemesse Gamescom - 23.08.2018 17:41 Uhr

Unser Autor kämpft gegen eine Fortnite-Figur. © Klaus Lutz


Dienstagfrüh um neun Uhr stehen zahlreiche Reporter in der Schlange und warten auf den Startschuss der Gamescom 2018. Der erste Tag der Messe steht noch ganz im Zeichen der Presse. Nach einer kurzen Orientierungsphase stehe ich in der ersten Halle und staune über große Leinwände und riesige Bühnen.

Dass Fifa ein sehr beliebtes Spiel ist, sollte jedem klar sein, aber die Ausmaße des Messestandes sind riesig. Auch ich will natürlich das neue Fifa 19 testen und stelle mich in eine der Warteschlangen mit dem Schild "ab hier fünf Minuten warten".

Um ein bisschen Zeit zu überbrücken, hole ich mein Handy heraus und will ein paar Infos checken, als neben mir mehrere Sicherheitsleute vorbeilaufen und mir bekannte Gesichter zu einer Spielstation führen. Ich bin nicht der Einzige, der die YouTube-Stars erkennt, denn sofort zücken nahezu alle jungen Leute ihr Handy und fotografieren die auf der Onlineplattform als Freekicker bekannten Stars.

An ihrer Seite steht übrigens kein Geringerer als Timo Horn, Torwart der 1. FC Köln. Er darf sich heute an der Konsole beweisen.

Als ich am Fortnite-Stand eintreffe, sehe ich erst mal keinen einzigen Computer, aber trotzdem tummeln sich dort viele junge Menschen. Sofort drückt mir eine Mitarbeiterin einen Zettel in die Hand und meint: "Da drüben kannst du gleich anfangen. Wenn du drei Challenges schaffst, kannst du einen Preis abholen." In der Erwartung, gleich Maus und Tastatur in der Hand zu haben und im Spiel eine Herausforderung zu meistern, laufe ich der spielwilligen Menge hinterher. Bevor ich mich versehe, stehe ich mitten in einem echten Actionparcours voller Hindernisse.

Um meine Belohnung zu erhalten, muss ich zunächst über ein paar Reifen hüpfen, einen Basketballkorb treffen und mich über einen Wassergraben schwingen – und all das für einen Stempel. An der zweiten Station wird mir vorsichtshalber meine Brille abgenommen, denn ich muss versuchen, mich möglichst lange auf einem Raketenrodeo zu halten.

Als ich das hinter mir habe, kämpfe ich noch wie Jack Sparrow auf einer Holzplanke mit gepolsterten Stangen gegen eine Fortnite-Spielfigur. Nachdem ich die Aufgaben bravourös bewältigt habe, bekomme ich eine Zahlenkombination, die ich später im Spiel gegen ein Emote (Emoji in der Spielewelt) eintauschen kann.

Ein paar Meter weiter hat sich der "Landwirtschaftssimulator" breitgemacht: Er hat – noch vor dem Spiel Anno 1800 – den Gamescom Award für das erfolgreichste Simulationsspiel gewonnen und präsentiert jetzt schon seine erst im November erscheinende neue Version.

An diesem Stand habe ich mich mit Lukas (26) und Ken (24) verabredet. Die beiden kommen aus Fürth und verdienen ihr Geld mit Computerspielen. Aber sie sind keine Profispieler, sondern Lukas schneidet und bearbeitet Trailer für das Unternehmen, Ken ist Administrator und kümmert sich um ein reibungsloses Spielerlebnis.

Zum Entspannen

Beide erzählen mir viel über ihr Spiel und mit der Zeit verstehe ich den Reiz dieses Simulators. "Es ist eher ein Game, um runterzukommen und sich zu entspannen. Das kann auch der Opa mit dem Enkel spielen", berichtet Lukas und zeigt mir dabei die Komplexität des Spieles auf: Ich brauche nämlich gefühlte fünf Minuten, um meinen Mähdrescher überhaupt startklar zu machen.

Erschöpft vom stundenlangen Laufen und den dröhnenden Lautsprechern setze ich mich bei einem Stuhlhersteller auf einen sehr bequemen Gamerstuhl. Anscheinend mache ich einen sehr müden Eindruck, denn kurz darauf spricht mich ein Mitarbeiter an und erkundigt sich, ob ich nicht lieber eine Massage haben wolle. Verblüfft, aber neugierig willige ich ein und werde zu einem anderen Stuhl geführt. Dort darf ich einen Rennspieltrailer anschauen – aber irgendwas ist anders als sonst: Der brummende Motor hört und fühlt sich an wie ein echter Motor und bei jedem Unfall rüttelt es mich kurz.

"Der Stuhl ist an das Soundsystem gekoppelt und vibriert somit passend zum Spiel – das führt zu einem noch realistischeren Spielerlebnis" erklärt mir ein Mitarbeiter. Nach meiner Testfahrt kann ich sagen, dass das meine Entdeckung der Gamescom ist; das System hierfür ist laut Hersteller übrigens mit jedem Stuhl kompatibel.

Hearthstone: Ein Strategie-Kartenspiel, bei dem man mit den Charakteren aus der Warcraft-Welt gegeneinander antritt. Ein Ligasystem bietet zusätzlich den Reiz, sich stetig zu verbessern und aufzusteigen.

Fortnite: Das derzeit erfolgreichste Battle Royal Game mit dem Ziel: Sei der letzte Überlebende.

Landwirtschaftssimulator: Ein Spiel für Jung und Alt, das taktisches Denken verlangt. Vom Start mit nur einem kleinen Hof ist es ein weiter Weg bis zum erfolgreichen Farmer.

Bereits jetzt ist unser Landtagswahl-Forum in Erlangen am 27. September zum Thema "Politikverdrossenheit? Von wegen! Was wünschen sich junge Wähler von der Politik?" mit Ministerpräsident Markus Söder restlos ausverkauft. 

PHILIPP LUTZ

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