Samstag, 17.11.2018

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Nach Tel Aviv zum Feiern

Eine Nürnbergerin berichtet über ihre Reise durch Israel - Teil 3 - 23.08.2018 17:40 Uhr

Abschluss der Reise: Lena in Jaffa © privat


Tag 8: Die Reise ging weiter nach Atlit zu einem früheren Auffanglager. Es war für jüdische Einwanderer bestimmt, die bei ihrem Einwanderungsversuch von den Briten abgefangen wurden. Das Lager fasste bis zu 4000 jüdische Gefangene, und über die Jahre seines Bestehens wurden dort Zehntausende interniert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs versuchte eine große Zahl von Holocaust-Überlebenden nach Palästina zu fliehen. Doch die passive Haltung der Briten änderte sich trotz der Beweise für den jüngsten Massenmord an Juden und des anhaltenden Antisemitismus in Teilen Europas nicht.

Bei der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 wurde das Lager aufgelöst. Seit 1987 ist es nationales Kulturerbe. Heute kann man es besuchen und das Entsetzen der jüdischen Flüchtlinge nachempfinden. Denn es unterscheidet sich kaum von Konzentrationslagern. Ausgestellt ist auch die originalgetreue Nachbildung eines Schiffes, das für den Transport jüdischer Einwanderer nach Palästina eingesetzt wurde.

Ungewöhnliche Schule

Anschließend reisten wir weiter nach Tel Aviv. Und wie kann man dort einen Abend verbringen, ohne feiern zu gehen?

Tag 9: Ein wenig müde fuhren wir am nächsten Tag nach Hadera, der israelischen Partnerstadt Nürnbergs, und besichtigten eine ungewöhnliche Schule. Dort dürfen die Schüler selbst entscheiden, welche Fächer sie haben wollen, denn es gibt keinen verbindlichen Lehrplan.

Und das Abitur kann man in so vielen Fächern machen, wie man will. Klingt zu schön, um wahr zu sein? In Hadera geht’s!

Noch am selben Tag fuhren wir zurück nach Tel Aviv. Hier besichtigten wir die Unabhängigkeitshalle, in der David Ben Gurion vor 70 Jahren den Staat Israel ausgerufen hatte. Den Abend verbrachten wir in diversen Clubs und anschließend auf der Suche nach einem – hier selbstverständlich koscheren – McDonald’s, den wir gegen vier Uhr morgens auch fanden.

Tag 10: Den letzten Tag konnten wir individuell nutzen. Ich besuchte Verwandte in Holon, das liegt in der Nähe von Tel Aviv. Nach einem Besuch des Basars in Tel Aviv, fuhren wir zusammen in die Altstadt von Jaffa. Mir ist sofort aufgefallen, dass Tel Aviv supermodern ist, wohingegen Jaffa eine altertümliche Stadt ist.

Sie besteht schon seit 7500 vor Christus. Obwohl dort die unterschiedlichsten Kulturen und Religionen aufeinandertreffen, bleibt es friedlich! Eine Synagoge steht neben einer Moschee, gefolgt von einer Kirche. Keiner streitet sich, denn die Stadt ist ein Paradebeispiel für Multikulti und Akzeptanz. Wem das utopisch vorkommt, sollte sich selbst einmal ein Bild davon machen.

Mit diesem Tag ging auch unsere Reise zu Ende. Ich kann jedem nur empfehlen, dieses Land zu besuchen. Ich war zum ersten Mal in Israel, aber Angst hatte ich nie. Natürlich ist es nicht überall ungefährlich, aber wo ist man denn heutzutage zu 100 Prozent sicher?

Rabbiner und Schwule

Deshalb rate ich jedem, sich selbst einen Eindruck von Israel zu verschaffen. Das Land ist in seiner Geschichte und Kultur einzigartig und atemberaubend. Während Jerusalem voll streng orthodoxer Rabbiner ist, hängen in Tel Aviv teilweise Gay-Pride-Flaggen häufiger rum als die israelische Flagge.

Und hier noch fünf Tipps für eine Reise nach Israel:

1. Habt immer genügend Wasser dabei, denn in Israel ist es meistens sehr heiß und man sollte genug trinken !

2. Tagsüber immer eine Kopfbedeckung und Sonnencreme dabei haben! Nachts könntet ihr einen Pulli gebrauchen, denn in der Wüste kann es ganz schön kalt werden.

3. Das sollte man in Israel gegessen haben: Schawarma, Hummus, Falafel und Shakshuka

4. Wundert euch nicht über den Fahrstil der Autofahrer: Ihr kommt heil an, keine Panik!

5. Israel ist nicht gleich Israel: Jerusalem und Tel Aviv könnten kaum unterschiedlicher sein! 

LENA PRYTULA

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