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Neue App: Podcasts über die Geschichte Nürnbergs

Schüler des Willstätter-Gymnasiums planten im P-Seminar Touren - 20.11.2018 14:15 Uhr

Das Team „Podcast: Nürnberg Stadtrundgänge“ des Willstätter-Gymnasiums. Die App mit den Touren durch Nürnbergs Geschichte ist im Google Playstore zu finden. Über Podcasts vermitteln die Schüler alle Infos. © Fotos: Stefanie Goebel


Es sind nur ein paar Klicks, und schon hat man die App "Podcast: Nürnberg Stadtrundgänge" aus dem Google Playstore auf seinem Mobiltelefon gespeichert. Auf der Startseite kann der Benutzer nun wählen, welches Nürnberg er sich anschauen möchte: die Sehenswürdigkeiten, die das Stadtbild aus dem Mittelalter und der Rennaissance prägen. Oder die Orte, die aus der Zeit des Nationalsozialismus noch zu sehen sind.

"Wir haben uns fünf Stadtrundgänge überlegt", erzählt Anton (18). Der längste befindet sich in der Altstadt und beinhaltet wichtige Stationen wie die Kaiserburg, die Lorenz- und Sebalduskirche, den Tiergärtnertorplatz samt Dürerhaus und den Weißen Turm. Die anderen vier Touren macht man auf dem Reichsparteitagsgelände, beim Justizpalast, in der Süd- und in der Altstadt.

Infos anhören

An jeder Sehenswürdigkeit findet man in der App ein Foto und einen Podcast, also eine Datei, die man sich anhören kann. Eingesprochen haben die von den Gymnasiasten selbst verfassten Texte Noah (17) auf Deutsch und Anton auf Englisch; allerdings ist die englische Version momentan noch nicht verfügbar.

Als die Geschichte- und Sozialkunde-Lehrer Barbi Hertle und Daniel Glaser das P-Seminar angeboten hatten, war noch relativ offen, was daraus entsteht, berichten die Schüler. "Ich habe mich dafür entschieden, weil ich gerne was mit Sprachen mache. Und da wir den Podcast mehrsprachig anbieten, war das was für mich", erzählt Noah. Sein Mitschüler Anton wollte einen Kurs bei Lehrern belegen, die er schon kannte.

"Unser Plan war, dass wir für unsere vielen Austauschschüler vorgefertigte Rundgänge durch Nürnberg in mehreren Sprachen haben. Es sollte vor allem junge Leute ansprechen", berichtet Barbi Hertle. "Aber die Schüler wollten dann was ganz Klassisches machen."

Ignaz (17) erinnert sich noch an die wilden Ideen, die mal im Raum standen: "Die hässlichsten Ecken von Nürnberg waren da zum Beispiel dabei. Aber die meisten Schüler waren dann doch eher an der Geschichte der Stadt interessiert."


Eine andere Idee – "Mein Nürnberg" als Rubrik – soll zusätzlich noch in die App eingebaut werden. "Hier hat jeder einen Text geschrieben, wo in der Stadt er gerne seine Zeit verbringt. Wir müssen nur noch die Podcasts dazu erstellen", sagt Lukas (18).

Um das Projekt überhaupt umzusetzen, teilten sich die P-Seminarteilnehmer in verschiedene Gruppen auf: Zwei sollten sich um Inhalte der Rundgänge kümmern, eine um Technik und eine ums Design. "Aber am Ende haben alle überall mitgeholfen", meint Anton.

Allerdings wäre das Vorhaben fast gescheitert: Die Programmierung sollte ursprünglich ausgelagert werden; als das nicht klappte, fand sich zum Glück doch ein Schüler, der sich darum kümmerte: Marcel (19). Er baute eine Website, die aber nur auf Smartphones abrufbar ist.

Richtige App

Da es sich dabei aber um sehr viele Einzelseiten handelt, die schwierig zu warten sind, und es auch noch einige andere Probleme gibt, hat sich der Zwölftklässler unter anderem in den Sommerferien in die App-Programmierung eingelesen. So soll das Produkt demnächst in eine richtig programmierte App umgewandelt werden.

Für das Design der App sind Julian und Valentina (beide 17) zuständig. "Ich bekam von den Inhaltsgruppen eine Liste mit Fotomotiven, die ich dann abgearbeitet habe. Wichtig dabei war, dass ich einen Winkel wähle, den auch der Besucher hat, wenn er an dem jeweiligen Ort ist", erzählt der Schüler.

Der Großteil der Arbeit ist jedenfalls geschafft, seit Mitte September ist die App im Google Playstore verfügbar. Was die Schüler im Seminar vor allem gelernt haben, ist, dass Kommunikation untereinander und Teamwork wichtig sind. Ignaz meint: "Außerdem bereiteten uns die Texte viel Arbeit, weil wir keinen einheitlichen Stil hatten und da an sehr vielen sprachlichen Feinheiten feilen mussten." 

Stefanie Goebel Extra-Redaktion E-Mail

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