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Nürnberg trifft Atlanta

Jugendliche unterhielten sich mit der Tochter von Martin Luther King - 23.08.2013 17:44 Uhr

Die Mitglieder des Nürnberger Key Clubs stehen in Atlanta vor der Martin-Luther-King-National-Historic-Site © DAI


Vor uns sitzt eine dunkelhäutige Frau. Sie hat einen berühmten Vater, der den Farbigen in den USA mehr Rechte verschaffen wollte. Martin Luther King Junior ist vor allem bekannt für seine „I have a Dream“-Rede vor dem Washington Monument, die er am 28. August vor 50 Jahren hielt. Nun empfing uns seine Tochter Bernice King in Atlanta.

Wir, der Key Club (Jugendclub) des DAI in Nürnberg, sind nach Atlanta geflogen, um mit Jugendorganisationen in Kontakt zu treten und neue Freundschaften aufzubauen. Die Städtepartnerschaft feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum, und die Reise wurde vom Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg sowie von privaten Spendern, Sponsoren und Stiftungen unterstützt.

Bernice King soll sich beeilen

Bernice King erzählte uns von einem skurrilen Erlebnis, das sie in Deutschland hatte: Sie wollte Schuhe kaufen, kam aber kurz vor Ladenschluss in das Geschäft. Die Verkäuferin meinte zu ihr, sie solle sich beeilen. Aber Bernice King fragte nur, warum. Die Dame erklärte, dass der Laden um acht Uhr schließt und sie nach Hause zu ihrer Familie wolle.

Damit hatte die US-Amerikanerin nicht gerechnet. „In den Staaten haben die Menschen kein Problem, über die Öffnungszeiten hinaus zu arbeiten, wenn sich noch ein Kunde bei ihnen befindet. Denn dieser bringt Geld in die Kasse“, erzählt King. Die Amerikaner versuchten, so viel Geld wie möglich zu verdienen, um ihrer Familie etwas bieten zu können.

Ernster wurde King, als es um das Thema Rassismus ging: „Es ist die Aufgabe der jungen Generation, gegen Rassismus zu handeln.“ So etwas wie zu Lebzeiten ihres Vaters solle nie wieder passieren. Wir finden auch, dass sich junge Leute mehr engagieren sollten. Genau das taten wir – zumindest in einem anderen Sinne. Wir halfen der Organisation „Trees of Atlanta“ beim Projekt „Atlanta Belt Line“.

Es ging darum, einen 22 Meilen langen Bereich rund um Atlanta mit verschiedenen Gewächsen zu bepflanzen, um die Stadt grüner zu machen und einen ansprechenden Weg zum Spazierengehen zu schaffen. Diese Arbeit war bei 32 Grad sehr mühselig! Doch der herzliche Dank der Passanten machte diese Strapazen wett.

Am besten gefiel uns der Gottesdienst in der Ebenezer Baptist Church. Hier herrschte teilweise Gänsehaut-Alarm! Hinter den Liedern und Stimmen des riesigen Gospelchors steckte wahnsinnig viel Herz und Seele. So was hatte noch nie jemand von uns gehört. Wir wurden sogar persönlich begrüßt und vorgestellt. Und am Ende der Messe kamen viele Leute, um uns die Hand zu geben und willkommen zu heißen.

Um den kirchlichen Gedanken der Nächstenliebe weiterzuführen, besuchten wir anschließend das „Café 458“. Dieser Ort wurde eingerichtet, um Geld für Obdachlose zu sammeln. Hier haben wir Paul getroffen, der unser Kellner an diesem Tag war.

Wir erfuhren, dass Paul die Arbeit im Café freiwillig macht und eigentlich Regisseur ist. Er hat uns dann erzählt, dass Ian Somerhalder, einer der Hauptdarsteller von „The Vampire Diaries“, am Tag zuvor noch bei ihm daheim war. Schade, dass er nicht mit im Café war!



Wer neugierig ist, was der Key Club sonst noch in Atlanta erlebt hat und Bilder anschauen möchte, klickt in den Blog: http://gai-nuremberg.wix.com/keyclub

Außerdem findet am 28. August auf dem Nürnberger Volksfest der Amerikanische Abend „Nürnberg grüßt Atlanta“ statt – mit Bühnenprogramm ab 18 Uhr an beiden Eingängen.

 

SABRINA HERRMANN

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