Dienstag, 20.11.2018

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Sprache, Kultur und tolles Essen

Summercamp des Konfuzius-Instituts führte Jugendliche nach China - 16.08.2018 17:10 Uhr

Ein besonderes Erlebnis: Shanghai bei Nacht. Der Shanghai Tower ist 632 Meter hoch und nach dem Burj Khalifa in Dubai (828 Meter) das zweithöchste Gebäude der Erde. © privat


Gracia (20) konnte schon ein bisschen Chinesisch. "Durch den Newsletter des Konfuzius-Instituts Erlangen-Nürnberg bin ich dann auf das Summercamp aufmerksam geworden", erzählt die Berufsschülerin aus Langenzenn. "Ich wollte schon lange einmal nach China, und das war die perfekte Gelegenheit für mich."

Lara Kim (16) und Marlene (16) dagegen hatten keinerlei Vorkenntnisse in Chinesisch. Für sie gab es zur Vorbereitung einen Sprachkurs in Nürnberg.

Die Reise führte die Gruppe zunächst in die Metropole Peking, wo ein weiterer Intensiv-Sprachkurs auf dem Programm stand. "Danach konnten wir zum Beispiel auf einem Markt mit den Verkäufern auf Chinesisch handeln", berichtet Lara. Die Schülerin aus Erlangen möchte auch jetzt weiter Chinesisch lernen und mit den anderen Teilnehmern des Camps in Kontakt bleiben.

Der letzte Tag in Peking, den die Jugendlichen in Zweiergruppen mit verschiedenen Gastfamilien verbrachten, war für Gracia ein Highlight: "Mit der 16-jährigen Tochter der Familie habe ich mich sehr gut unterhalten. Sie hat mir ihre Lieblingsplätze in der Stadt gezeigt, unter anderem auch ein wunderschönes Künstlerviertel, das man als normale Touristin wohl nie gesehen hätte."

Marlene war besonders auf die vollkommen andere Kultur und das Essen gespannt: Hühnerfüße wollte sie auf gar keinen Fall probieren, Insekten hingegen schon. In dem Punkt wurde sie jedoch enttäuscht: Das Essen schmeckte ihnen zwar sehr gut, jedoch kamen weder Insekten, noch Hühnerfüße auf den Tisch.

Marlene, Lara und Gracia (von links) auf der Chinesischen Mauer. © privat


Es gab hauptsächlich Schweine- und Rindfleisch, Wok-Gemüse mit Sojasoße, natürlich Reis und auch viele Meeresfrüchte. Wirklich alles wird in China mit Stäbchen gegessen. Die Gruppe beobachtete sogar ein kleines Mädchen, das am Morgen seine Cornflakes auf diese Weise aß.

Dem wollten die Jugendlichen keinesfalls nachstehen. Sie schlugen tapfer das Angebot aus, mit der Gabel zu essen, und verspeisten selbst die kleinsten Maiskörner mit Stäbchen.

Eine weitere "Attraktion" waren die öffentlichen Toiletten in China: Toilettenpapier und Seife zum Händewaschen hat man selbst mitzubringen. Außerdem setzt man sich nicht, sondern hockt sich auf einen Keramikvorsprung über der Toilettenschüssel. "Zunächst war das natürlich komisch", sagt Lara Kim, "aber als wir uns daran gewöhnt hatten, ist uns bewusst geworden, dass das eigentlich sogar hygienischer ist als bei uns in Deutschland!".

Abendliche Lichtershow

Von Peking aus ging es mit dem Zug in die Küstenregion, in die stark deutsch geprägte Stadt Quin Dao. Das Biermuseum und die Einkaufs-Mall sind Beispiele für starke westliche Einflüsse im Stadtbild. Daneben reihen sich chinesische Tempel und Paläste aneinander.

In der Wasserstadt nahe Quin Dao. © privat


Gracias Highlight war die Lichtershow, die an einem Abend die Häuser erleuchtete, so dass bunte Bilder und sogar Videos an den Fassaden zu bestaunen waren. Marlene dagegen begeisterte der Ausflug in eine nahe gelegene Wasserstadt, ein kleines chinesisches Venedig, das sie so nicht erwartet hatte.

"Insgesamt ist das Land viel schöner, als ich es mir vorgestellt hätte. Und die Menschen sind wirklich nett und bemühen sich, sich mit einem zu verständigen, auch wenn man nicht gut Chinesisch spricht", erzählt sie begeistert.

Gracia hat da andere Erfahrungen gemacht: Die Chinesen seien häufig ungeduldig, wenn man nicht gut Chinesisch spreche, aber meist funktioniert die Verständigung auch mit Händen und Füßen. Das ist zum Beispiel in Peking und auf dem Land wichtig, weil da vor allem die ältere Generation häufig kein Englisch spricht.

Die Reisegruppe © privat


In Shanghai hingegen, der letzten Station der Reise, war die Verständigung kein Problem: Die Metropole ist touristisch geprägt und deutlich internationaler als Quin Dao und auch Peking. Nahezu jeder spricht hier Englisch. Die riesige Stadt bildet den Abschluss des Summercamps, eine Bootstour mit Blick auf die beeindruckende Skyline Shanghais rundet das Programm ab.

Jetzt sind die Jugendlichen zurück in Deutschland und genießen die letzten Wochen der Sommerferien. An die gemeinsamen Reise werden sie jedoch noch lange zurückdenken. "Irgendwie", meint Gracia, "war es doch ein ganz schöner Kulturschock."

 

Seit 2006 veranstaltet das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen jährlich mindestens ein Sommercamp in China. Das Programm richtet sich an Jugendliche, die bisher noch nie in China waren, aber Interesse an der chinesischen Sprache und Kultur haben.  

HELKE RÜDER

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