Dienstag, 20.11.2018

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Wenn euch der Nachtgiger packt

Zu Besuch im gemütlichsten Wohnzimmer der Klaragasse - 20.04.2012 16:11 Uhr


Gestern Abend hat mich der Nachtgiger gepackt. Unglücklicherweise war ich nach Sonnenuntergang noch unterwegs – und dann war es plötzlich da, das fränkische Monster, das normalerweise nur Kinder schnappt, die nicht brav oder zu lange wach sind. Es schleifte mich in die Klaragasse 24, ich konnte mich nicht wehren.

Da standen wir nun, vor einem kleinen Laden und guckten hinein. „Wenn ihr rein wollt, müsst ihr klingeln“, meint ein junger Kerl, der sich gerade eine Zigarette angesteckt hat. Ich klingele also, die Tür öffnet sich wie von Zauberhand – und siehe da: Hier haben sich einige Nachtgiger versammelt (ich dachte, die machen vor Häusern halt?) – und sehen gar nicht so bedrohlich aus, wie es immer heißt. Lässig gekleidete Leute zwischen 20 und 40, lungern hier unter bunten Lampen in allen Formen an der Theke herum.

Wie in einem kleinen Wohnzimmer fühlt man sich hier: Der hintere Bereich lockt mit einer lauschigen Sitzecke. Sofas, viel Holz und eine 70er-Jahre-Tapete sorgen für eine freundliche und gemütliche Atmosphäre. Vorne im Eingangsbereich lädt ein Kicker zu einem Spielchen ein. Durch die große Fensterfront kann man von den Barhockern aus nach draußen sehen und beobachten, was andere Nachtaktive so treiben.

Jedes Wochenende legen wechselnde Plattenkünstler auf. Mittwochs und donnerstags ist von 20 bis 2 Uhr geöffnet, am Wochenende geht es dann etwas länger (5 Uhr). Ab Mai soll montags bis donnerstags schon ab 16 Uhr als Café geöffnet sein.

Zeitig kommen lohnt sich im Nachtgiger übrigens: Zwischen 20 und 22 Uhr ist Happy-Hour angesagt, deshalb habe ich mir mal einen Cocktail für 5 Euro genehmigt (normalerweise ab 7 Euro). „Kalt und Rosa“ – er schmeckt, wie er heißt: süß und eisig.

Um halb elf ist die Bude voll. Nach und nach bildet sich eine Traube von Menschen um den Kickerkasten, die meisten haben ein Bier in der Hand (ab 3 Euro). Als die Nacht voranschreitet, leert sich der Laden zusehends: Viele Gäste haben wohl einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Tanzen oder nach Hause eingelegt. Der Nachtgiger mir gegenüber und ich jedenfalls, wir bleiben noch eine Weile und lauschen verspielten Tracks wie Stephan Bodzins „Liebe ist…“. Fröhliche Menschen, gute Musik, heimelige Atmosphäre: Hier lässt es sich aushalten. Daumen hoch für den Nachtgiger!

www.facebook.com/nachtgiger.nuernberg

  

BÄRBEL SCHERF

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