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Zweimal Holz auf dem Siegertreppchen

Beim 5-Euro-Business-Wettbewerb haben Studierende ein Semester Zeit, um ein Unternehmen zu gründen - 05.02.2016 10:00 Uhr

So seh’n Sieger aus: Den 1. Platz holten sich (von links) Axel Stamm, Julia Holweg, Jonas Kurzweg, Francie Streit und Dominik Fischer. Ihr Projekt heißt „NaturUhr“, wobei Natur für das Holz steht, aus dem die Armbänder gemacht werden. Jedes einzelne wird individuell angefertigt und mit einer frei wählbaren Uhr kombiniert. Die Jury überzeugte nicht nur der nachhaltige Rohstoff, sondern auch der soziale Aspekt: Die hölzernen Armbänder können nämlich in Behindertenwerkstätten oder ähnlichen Einrichtungen hergestellt werden. © Foto: Erich Malter


Das Grundprinzip dabei: Gruppen von zwei bis fünf Studierenden sollen eine Geschäftsidee entwickeln und damit ein Unternehmen gründen. Dafür bekommen sie ein halbes Semester lang theoretischen Unterricht in „Entrepreneurship“, Unterstützung von einem Paten aus der realen Wirtschaft – sowie 5 Euro Startkapital. Und verlangt werden „viel Mut, Engagement und Kreativität“, wie Hubert erklärt.

Nach einer zehnwöchigen Umsetzungsphase bewertet eine Jury zunächst drei Faktoren: Wie pfiffig/ markttauglich ist die Geschäftsidee? Wie sauber wurde der Businessplan ausgearbeitet? Konnte eventuell ein Gewinn gemacht werden?

Die Mini-Tischtennisplatte mit der Zielscheibe ist nur Blickfang für den Präsentationsstand. In Wirklichkeit geht es um richtiges Tennis, „Moves“ haben sich Sven Göpfrich, Marvin Lunz, Andreas Gebhardt und Adam Wagenhäuser (von links) genannt. Ihre Geschäftsidee, die auf den 3. Platz kam: Filme dich bei einer Bewegung, die du erlernen möchtest, und vergleiche dein Video direkt mit dem deines Vorbilds. Dazu haben die vier eine Software entwickelt, die die beiden Videos übereinander legt und direkt vergleichbar macht. © Foto: Edgar Pfrogner


Bei einer Abschlussveranstaltung kommen noch drei weitere Kriterien dazu: Wie sieht der jeweilige Stand aus, den die Teams aufzubauen haben? Wie fit ist das Team im Interview mit der Jury? Und wie präsentiert es sich vor Publikum auf der Bühne?

Jeder ist ein Gewinner

Für jedes Kriterium gibt es Punkte, und das Team mit den meisten Punkten gewinnt 800 Euro Preisgeld. 600 Euro gibt es für den Zweiten, 400 Euro für den Dritten. Und für alle das Angebot, sich im Bereich „Entrepreneurship“ weiterzubilden – damit die Firmengründung keine Ein-Semester-Fliege bleibt, sondern vielleicht doch ein dauerhaftes Unternehmen wird.

Sebastian Friedmann, Fabian Hoppe und Martin Kulessa haben sich den „Bicycle Finder“ ausgedacht. Wenn dir dein Rad geklaut wird, übermittelt dir ein selbst hergestellter, am Sattel montierbarer GPS-Empfänger zumindest, wo es jetzt ist. © Fotos: Erich Malter


Der Erfolg beim Wettbewerb indes „bemisst sich nicht am Preisgeld“, sagt Maximilian Stratmann als Vertreter der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. „Gewonnen haben vielmehr alle Teilnehmer, denn sie haben etwas Entscheidendes gelernt. Zum Beispiel: Ja, Unternehmer sein, das ist etwas für mich! Oder: Ja, aber auf keinen Fall mit den Leuten, mit denen ich die vergangenen zehn Wochen zusammen war! Oder: Nein, Selbstständigkeit ist wirklich nichts für mich. Ich möchte lieber Angestellter sein!“

Die diesjährige Abschlussveranstaltung für den Standort Erlangen/Nürnberg fand im Marmorsaal des Presseclubs am Gewerbemuseumsplatz in Nürnberg statt. Zehn Teams von der Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg hatten bis zum Finale durchgehalten. Die Sieger und weitere ausgewählte Projekte werden auf dieser Seite vorgestellt.

Dem kleinen grünen Kästchen kannst du per Knopfdruck anvertrauen, wie viele Gläser Bier/Wein/Schnaps du im Laufe des Abends konsumierst. Und wenn du heim willst, rechnet es dir aus, wie viel Promille du hast und ob du dein Rad lieber stehen lässt. Hinter „promil“ stecken Robert Götz, Massi Jabbari und Yannic Meurer.


Der Vollständigkeit halber: Bei der Veranstaltung wurde auch das Siegerteam des 5-Euro-Business-Wettbewerbs an der Uni Bamberg/Hochschule Coburg gekürt. Hier gewann das Team „Lerngruppe“ von Adrian Donhauser und Franz Liebermann, die eine Online-Plattform für Nachhilfe und Tutorien entwickelt haben.

P.S. Ein wenig frustriert wirkte am Ende Maximilian Stratmann: Projekte mit dem Werkstoff Holz auf dem 1. und 2. Platz, das kann einem Mann aus Metall-/Elektro-Industrie natürlich gar nicht gefallen.

Wohin mit leeren, aber hübschen Flaschen? Die Antwort von Carlbandro Edoga, Phillip Pham, Michael Spielmann, Marko Stark und Bruno Ziegmeier lautet: Wir bauen eine Glühlampe/LED rein und hängen das Ganze an die Wand oder Decke. Die Geschäftsidee heißt „stiLicht“.


 

Lothar Hoja

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