Montag, 17.12.2018

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Untergrund-Pläne der Bahn sorgen für Wirbel

Geplanter Güterzugtunnel nach Fürth - 15.09.2011 17:52 Uhr

Unterirdisch sollen Güterzüge zwischen dem Rangierbahnhof und Fürth verkehren. © Roland Fengler


"Die haben nichts aus Stuttgart 21 gelernt“, sagt Büttner zu Beginn des Informationsabends an die Adresse der Bahn. Stuttgart 21: Diesen Schuh will sich Holger Hagen von DB Netze nicht anziehen. Aber er gibt zu, dass die Ankündigung der Veranstaltung doch recht kurzfristig war und gelobt Besserung.

Lediglich rund 30 Anlieger sind in die Sportgaststätte SG Nürnberg-Fürth gekommen. „Wenn die Leute rechtzeitig Bescheid gewusst hätten, dann wäre die Bude hier voll“, meint Büttner. Doch noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen. Laut Projektleiter Hagen steht die Bahn erst am Anfang ihrer Planungen. Man beziehe die Bürger also bereits in einem frühen Stadium ein und nähme ihre Einwände auf.

Zur Debatte stehen die Lärmbelästigung, die Beeinträchtigung und Beschädigung der Häuser durch Erschütterungen, die geplanten Schallschutzmaßnahmen und die Veränderungen des Terrains durch den vierspurigen Ausbau der Güterverkehrstrasse. Wenn es nach Hagen geht, dann starten die Bauarbeiten 2016. Und damit ist, wie er sagt, ein Jahr lang Baulärm vorprogrammiert. So weit es technisch möglich sei, werde man bereits im Vorfeld Schallschutzvorrichtungen anbringen. „Der Baulärm aber ist da.“

Um den Verkehr mit Schwerlasttransportern möglichst gering zu halten, soll das Abraummaterial aus dem Güterzugtunnel für einen Lärmschutzwall hergenommen werden. Das "Tiefe Feld“ soll ebenfalls damit aufgeschüttet werden – zur Geländemodellierung. Bisher sei das ein Naherholungsgebiet, sagt Anwohnerin Ursula Servatius und das heiße „Tiefes Feld“ und nicht „Hoher Berg“. Damit spricht sie den meisten, die hier leben, aus der Seele.

Grundsätzlich führt die geplante viergleisige Güterbahntrasse durch einen Tunnel unter der Stadt. In Großreuth jedoch geht es eine kurze Strecke oberirdisch weiter. Die Aus- und Einfahrtsbereiche des Tunnels erhalten laut Hagen eine komplette Schallschutzauskleidung. Vor Erschütterungen in den Gleiströgen werde Großreuth mit modernster Technik geschützt werden. Wenn die Strecke in Betrieb ist, dann werden die Gleise regelmäßig geschliffen. Das verhindert das unangenehme Quietschen der Züge.

Der geplante Tunnel soll die Züge unter der Pegnitz hindurch führen. © Roland Fengler


Die marode Eisenbahnbrücke am Zuckermandelweg wird zum Zuge der Baumaßnahmen abgebrochen. Wenn der Fuß- und Radweg von Geismannshof nach Höfen erhalten bleiben solle, empfehle sich ein Fertigtunnel. Und da sei die Stadt mit am Zuge.

Das insgesamt 300 Millionen-Verkehrsprojekt „Deutsche Einheit Nr. 8, Ausbau-/Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt-Leipzig/Halle-Berlin soll 2021 fertiggestellt sein. Sowohl in der Planungsphase als auch während der etwa einjährigen Bauzeit in Großreuth, verspricht die DB Netz, mit den dortigen Anwohnern in Verbindung zu bleiben. 

Uschi Aßfalg E-Mail

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