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VGN-Tickets werden ab Januar teurer

Proteste hatten keinen Erfolg - 24.05.2012 07:30 Uhr

Vor Beginn der Stadtratssitzung wurden OB Ulrich Maly über 10000 Unterschriften gegen die Erhöhung der VAG-Tarife übergeben. © Eduard Weigert


Josef Hasler, Mitglied der Geschäftsführung der Städtischen Werke, begründete die Anhebung mit den gestiegenen Preisen und den Kosten für die Erweiterung des VGN. Die Grundlage für diese Erhöhung der Ticketpreise sind die Atzelsberger Beschlüsse: Alle 42 VGN-Mitglieder stimmen der Anhebung aufgrund der Inflationsrate in der Regel jährlich zu.

Christine Seer von den Grünen, die die Preiserhöhung für die Nürnberger Stadttarife aussetzen wollten, weil erst zum Januar die Fahrkarten für Busse und Bahnen um 15 Prozent gestiegen sind, konnten sich nicht durchsetzen. Auch die Linken nicht. Sie hatten vor der Stadtratssitzung Oberbürgermeister Ulrich Maly eine Sammlung mit 10200 Unterschriften gegen die Preisüberhöhungen bei der VAG übergeben. Marion Padua von den Linken hatte darauf verwiesen dass durch den Anstieg viele Mitbürger sich die Mobilität mit dem ÖPNV nicht mehr leisten können. Achim Mletzko verwies darauf, dass die Stimmung unter den Bürgern angesichts immer neuer Preissteigerungen leide. Schrollinger erinnerte daran, dass höhere Preise zu einem Rückgang bei den ÖPNV-Nutzern führen könnten, was klimaschädlich sei. Schließlich warnte Patzelt davor, dass 2015, nach der Kommunalwahl, eine weitere Erhöhung mit 15 Prozent schon beschlossene Sache sei.

OB Ulrich Maly macht deutlich, dass keiner die Tarife gerne erhöhe: „Das Loch zwischen Kosten und Ertrag wächst seit Jahren.“ Die Anhebung aufgrund der Atzelberger Beschlüsse sei nur ein Minimalkompromiss. Ein steigendes Defizit bei der VAG müsste sonst über den städtischen Haushalt ausgeglichen werden, weil der Betrieb von Bussen und Bahnen steuerlich nicht bezuschusst werde. Immerhin wanderten schon jetzt jedes Jahr zwischen 60 und 70 Millionen Gewinn von der N-Ergie zur VAG. Außerdem, so der OB, habe eine Analyse ergeben, dass das ÖPNV-Angebot in der Region das preiswerteste bundesweit sei. Deshalb sei eine außerordentliche Anhebung möglich gewesen. Maly wandte sich auch gegen die Unterstellung, dass es kein Sozialticket gebe: „Das Nürnberg-Pass-Ticket kostet 30,80 Euro. Es wurde 2012 nicht angehoben und wird auch 2013 nicht angehoben.“

CSU-Stadtrat Michael Reindl rechnete vor, dass nur eine Nahverkehrsabgabe, ein Bürgerticket oder eine steuerliche Förderung dazu führen würden, die ÖPNV-Tarife zu verbilligen, wenn die Stadt nicht mehr zuschießen wolle. Laut Reindl kostet der VAG-Betrieb pro Jahr 236 Millionen Euro. Dem stehen Einnahmen aus dem Kartenverkauf von 110 Millionen Euro gegenüber.

 

André Fischer

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