Mittwoch, 14.11.2018

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Vom Blitzableiter bis zum Vorläufer des Poesiealbums

Verein für Geschichte gab neues Buch heraus - 30.12.2009

Der Bierbrauer Hans Durr, 1521 porträtiert von Hans Brosamer. Das Bild schmückt die Titelseite des neuen Buchs des Geschichtsvereins. Bild: aus dem Buch © Sippel


Kurt Löcher, der langjährige «zweite Mann» im Germanischen Nationalmuseum, schreibt in dem Buch über den Maler Hans Brosamer. «Der war zu seiner Zeit einer der begehrtesten Porträtmaler überhaupt», erläutert Michael Diefenbacher, Direktor des Stadtarchivs und stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. Diefenbacher wie auch Clemens Wachter, Universitätsarchivar der Uni Erlangen-Nürnberg, sind Mitglieder der Schriftleitung des neu herausgegebenen Bandes.

Ein weiterer Aufsatz darin dreht sich um «Drei Handelsprozesse am Ende und als Folge des ,Langen Türkenkrieges‘»: Der Wirtschaftshistoriker Lambert F. Peters skizziert drei Prozesse von 1593 bis 1606, die Nürnberger Waffenhändler angestrengt hatten.

Rudolf Haller widmet sich zwei Testamenten des berühmten Nürnberger Schreib- und Rechenmeisters Anton Neudörffer, und Gerhard Seibold stellt den Altdorfer Professor für Philosophie und Ethik, Georg Christoph Schwarz, sowie dessen «Album Amicorum» vor, einen Vorläufer des heutigen Poesiealbums.

Als Nachtrag zur Ausstellung des Stadtarchivs im vergangenen Sommer über die Hochwasserkatastrophe in Nürnberg im Jahr 1909 ist der Beitrag von Georg Seiderer zu verstehen: Er hat sich «Die große Wasserflut von 1784 in Nürnberg» sowie die damalige Katastrophendeutung zwischen aufgeklärter Theologie und lutherischer Orthodoxie vorgenommen.

Siegfried Kett, langjähriger Direktor des Bildungszentrums, porträtiert den Mann, der den Blitzableiter nach Nürnberg gebracht hat: den Amateurwissenschaftler Johann Conrad Gütle (1747–1827). Der war «Mechanicus», Schausteller, «Elektrisierer», Wunderheiler, Physiker, Chemiker, Lehrer, Autor und Versandhändler in einer Person.

Das Schicksal und Wirken von Nürnberger Unternehmern, die im Sankt Petersburg des 19. Jahrhunderts ihr Glück suchten und fanden, beschreibt Jochen Haeusler.

Helmut K. Strauss geht der Frage nach, wie Richard Wagners Oper «Die Meistersinger von Nürnberg» zur deutschen Nationaloper stilisiert wurde. Damit beschäftigt sich außer dem eingangs schon erwähnten Matthias Braun ein zweiter Autor in dem neuen Band mit dem Thema Nürnberg und das Dritte Reich. Ute Wolf

Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 96. 387 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; 45 Euro, erhältlich in der Geschäftsstelle des Vereins (Stadtarchiv Nürnberg, Marientorgraben 8), über die Verlagsdruckerei Schmidt in Neustadt/Aisch sowie über den Buchhandel. 

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