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Semesterticket für Nürnberg: München als Vorbild

Angebot in der Landeshauptstadt als Selbstläufer - Erste Schätzungen positiv - 28.10.2013 14:00 Uhr

Das Semesterticket und Nürnberg: Eine schwierige Beziehung. Auch in diesem Semester müssen Studenten auf ein solches Angebot verzichten.

Das Semesterticket und Nürnberg: Eine schwierige Beziehung. Auch in diesem Semester müssen Studenten auf ein solches Angebot verzichten. © dpa


15 Jahre lang haben sie gekämpft, Studien in Auftrag gegeben, Abstimmungen durchgeführt. Seit 1. Oktober wird nun in der Landeshauptstadt München ein Semesterticket angeboten. Ersten Schätzungen zufolge verkaufte die Bahn bereits nach wenigen Wochen etwa 72.000 Stück der sogenannten IsarCard-Semester. Ein Selbstläufer. Und gleichzeitig auch ein Hoffnungsschimmer für ein ähnliches Angebot in Nürnberg.

Finanzierbar wurde das Ticket vor allem durch eine Garantie der Stadt München, ein Solidarversprechen. Zwei Jahre lang sollen eventuelle Verluste des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds, kurz MVV, durch Steuermittel aufgefangen werden - bis zu einem Volumen von 11,9 Millionen Euro.

Gerade daran scheitert das Semesterticket in Nürnberg seit Jahren immer wieder. Zu unsicher, zu unaktuell, zu unzuverlässig seien Daten darüber, wieviele Studenten denn eigentlich den öffentlichen Nahverkehr nutzten. Alles Zahlen, die für eine Kalkulation der VGN notwendig wären. Zwar hat der Verkehrsverbund eine entsprechende Untersuchung angekündigt, deren Ergebnis soll aber erst im kommenden Jahr vorliegen. Bis dahin könnten die Pläne zum Semesterticket in Nürnberg auf Eis liegen.

"Wir sollten uns das Beispiel München sehr genau anschauen und überlegen, wie wir es auf die Metropolregion übertragen können", sagt Thorsten Brehm, Fraktionsvorsitzender der Nürberger SPD. "Die Entwicklung in München macht Mut." Der Start sei zwar mit allerlei rechtlichen und finanziellen Hürden verbunden, aufgeben will die SPD-Stadtratsfraktion aber dennoch nicht.

Auch in München bleibt das Semesterticket weiter Thema. Jeder Student muss einen festen Solidarbeitrag von 59 Euro pro Semester bezahlen, mit dem er den öffentlichen Nahverkehr unter der Woche zwischen 18 und sechs Uhr und an Wochenenden unbeschränkt nutzen kann. Mit dem zweiten Baustein, eben jener IsarCard-Semester, können Studenten uneingeschränkt U-Bahn, Tram und Straßenbahn fahren - zum Preis von 141 Euro pro Semester.

Nach einer Rechnung des MVV müssen 70 Prozent aller Studenten eine solche IsarCard-Semester abonnieren, damit das Angebot kostenneutral wäre. Einer der Knackpunkte im gesamten Pilotprojekt. Im Wintersemester wird diese Zahl wohl übersprungen, beim Sommersemester allerdings ist das ungewiss. Viele Studenten könnten auf das Fahrrad umsteigen - und sich so 141 Euro pro Semester sparen. Spätestens dann werden auch in München die Diskussionen um das Semesterticket wieder entbrennen. 

Tobias Lang

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