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Kuschelig und romantisch

Kals in Osttirol hat trotz neuer Lifte seinen Charme bewahrt - 13.01. 16:48 Uhr

Es gibt sie noch, die kuschelig-romantischen Ecken abseits vom großen Ski-Rummel. Urige, bäuerlich geprägte Ortschaften ohne Riesenparkplätze am Lift, ohne laute Discos und Hotelburgen; malerische Flecken mit einem Kirchturm in der Mitte und stattlichen alten Höfen ringsherum — Winterziele wie aus dem Bilderbuch, ideal für Genussurlauber und Familien.


Kals am Großglockner ist so ein Dorf, das der Massentourismus noch nicht erreicht hat. Ein alter Bergsteiger-Stützpunkt auf gut 1300 Metern, von dem aus 1855 die Erstbesteigung des höchsten Gipfels Österreichs gelungen ist.

Irgendwie ist die Zeit in Kals dann wohl ein wenig stehengeblieben, zur modernen Ski-Welt jedenfalls hat es lange nicht aufschließen können: Ein Stück abseits der Hauptferienstraßen im Osttiroler Tauern-Nationalpark gelegen, ausgestattet mit ein paar Schlepp- und Sesselliften in einem überschaubaren Pistenareal, haben es die Kalser im harten Konkurrenzkampf um Gäste nicht leicht gehabt. Fast 30 Jahre lang haben sie um den Zusammenschluss ihres Skigebiets mit dem der Nachbargemeinde Matrei jenseits des mächtigen Cimaross-Kamms gekämpft — und es vor drei Jahren tatsächlich geschafft.

Still und verträumt, romantisch und familiär ist Kals geblieben. Doch inzwischen schnurrt eine moderne Bahn nochmal 1300 Meter hinauf auf den Cimaross, die den Wintersportlern eine rundum attraktive Skischaukel beschert. „Großglockner Resort Kals-Matrei“ hat der Investor Schultz, der umsatzstärkste private Liftbetreiber Österreichs, das Gebiet getauft, das mit 16 Aufstiegsanlagen und 115 Kilometern Abfahrten fast so groß geworden ist wie der Skizirkus von Ischgl.

Modernes Gelände für Anfänger und Profis


Ein idyllischer Bergort: Kals-Großdorf mit der früher einzigen Skiabfahrt im Hintergrund.
Ein idyllischer Bergort: Kals-Großdorf mit der früher einzigen Skiabfahrt im Hintergrund.
Foto: Osttirol-Werbung/oh

Schnelle, moderne Bahnen erschließen Tiefschneehänge, Funparks, Halfpipes und Dutzende feiner Pisten: In den höheren Lagen überwiegen die mittelschweren Varianten mit einigen rabenschwarzen Ablegern für Könner; Anfänger finden ihr Revier vor allem am Matreier Goldried und im flachen Gelände des Kalser Tals. Perfekt präpariert und schneesicher sind die Abfahrten überall, denn 90 Prozent davon lassen sich künstlich beschneien.

Zum Einkehrschwung hat der Gast die Wahl zwischen zwei Dutzend Hütten und Jausenstationen, die sich vor allem mit bodenständiger Küche wie Schlutzkrapfen und Käsespätzle Kaspressknödeln oder ingsanten Nigelen (mit Mohn gefüllte Dampfnudeln) empfehlen. Deftige Spezialitäten, die man am besten mit einem Stamperl Pregler (einem Schnaps aus Äpfel, Birnen und Zwetschgen) nachspülen sollte.

In jedem Fall ein Muss ist ein Abstecher in die „Adler Lounge“, hoch droben am Dreh- und Angelpunkt des Großglockner-Resorts, dem Cimaross. Dort empfängt den Skifahrer ein imposantes Bauwerk aus Stahl und Glas. Ein Restaurant- und Servicecenter, dem seine Erbauer aus gutem Grund eine großzügige Aussichtsterrasse angefügt haben. Der Panoramablick auf sage und schreibe 63 Dreitausender ist grandios, die Küche aber auch.

Mit seinen raffinierten Menues hat sich der Wirt, Walter Hartweger, eine Haube im neuen Gault Millau erkocht, und für alle, die am Gipfel auf 2600 Meter essen und schlafen möchten, hält er einige stylische Appartements bereit. Zu haben ist das exclusive Vergnügen für 120 Euro pro Person, Halbpension und Großglockner-Blick beim Aufwachen sind inklusive.

Hier ist günstiger Urlaub möglich

Überhaupt ist ist der Winterspaß in Kals-Matrei und Kals vergleichsweise erschwinglich geblieben. Die Halbpension in einem ordentlichen Gasthof ist durchaus für 50 Euro zu haben, der Cappuccino kostet selbst in der Après-Bar nur 2.50 Euro — und beim Skipass, der auch für die Liftanlagen im nahen St. Jakob/Defereggental, in Sillian/Hochpustertal, auf dem Ankogel und dem Mölltaler Gletscher gilt und 357 Kilometer Pisten öffnet, gibt es den günstigen Kindertarif bis zum 18. Lebensjahr.

Das ist selten, aber betont nachwuchsfreundlich — und daran ist den Betreibern gelegen. Nach der ganz auf Urlaub mit Kindern angelegten „DolomitenResidenz“ in Sillian zieht die Schultz-Gruppe für 38 Millionen Euro jetzt auch in Kals ein Familien-Projekt hoch, mit dem die kleine Gemeinde in der nächsten Saison weiter punkten kann: Ein Hotel und 34 Chalets direkt an der Piste, gut versteckt zwischen Bäumen und wohlgelitten von den Kalser Bauern, die den Gästen Holz für den Kamin, frisches Brot, Wurst und Eier vor die Tür liefern werden.

Familiär und ruhig soll es zugehen, und deshalb wird das Chalet-Dorf autofrei sein — womöglich ein Vorbild für ganz Kals, das schon darüber diskutiert, ob der Verkehr dann auch aus dem Ort verbannt werden kann. An mehr Gästen und einer Perspektive für die Zukunft ist den Kalsern gelegen — ursprünglich, beschaulich und romantisch soll ihr Dorf trotzdem bleiben.

Weitere Informationen zum Reiseziel:

Informationen beim Zentralbüro Schultz-Gruppe, die diese Veröffentlichung durch die Einladung zu einer Recherchereise unterstützt hat: A-6272 Kaltenbach. Telefon: (0043) 5283/2800, im Internet unter www.osttirol-ski.at und www.schultz.at 



HA

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