Montag, 25.03.2019

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0:1 gegen Leipzig! Alu-Elfer lässt Club auf Platz 18 kleben

Behrens vergibt vom Punkt - Mathenia pariert toll - Schiri kassiert Konaté-Gelb - 02.03.2019 17:20 Uhr

Der muss doch rein! Club-Captain Hanno Behrens konnte es selbst nicht fassen, dass er die ultimative Chance vom Punkt ausgelassen hatte. © Sportfoto Zink / DaMa


Realistisch betrachtet, ist der 1. FC Nürnberg auf einem recht schnellen Weg zurück in die 2. Liga. 17 Spiele in Folge hatten die Nürnberger bis zum Samstag nicht gewonnen, den Trainer rausgeschmissen, den Sportvorstand auch – typische Begleiterscheinungen des Lebens als Tabellenletzter. Zu allem Übel schaute dann am Samstagnachmittag auch noch Leipzig im Max-Morlock-Stadion vorbei, ein unsympathischer Bundesligist, aber eben auch einer der besseren.

Realistisch betrachtet waren die Aussichten auf einen Erfolg also äußerst gering, aber wer will schon realistisch bleiben im angehenden Frühling. Die Nürnberger Nordkurve offenbar nicht: "Realismus ist Schwachsinn", stand vor Spielbeginn auf einem großen Transparent. Sollte heißen: Mit ein bisschen Glück könnte ja auch gegen das Konstrukt eines Getränkefabrikanten eine Überraschung gelingen.

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Der 1. FC Nürnberg kommt einfach nicht voran. Gegen RB Leipzig hat Kapitän Hanno Behrens die Führung auf dem Elfmeterpunkt liegen - und vergibt. Weil Klostermann vor der Halbzeit mitten ins Club-Herz sticht, behält ein tapferer FCN die Rote Laterne. Die Bilder!


Sie gelang nicht, auch weil das Glück fehlte und Hanno Behrens beim Stand von 0:0 einen Elfmeter nicht verwandeln konnte. So stand am Ende eine 0:1-Niederlage, bei der der 1. FC Nürnberg ganz nett aussah, aber nur selten wirklich gefährlich wurde. Mit dem 18. Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg wurde außerdem ein neuer Vereinsrekord aufgestellt.

Petraks Leiste zwickt

Immerhin versucht hatten sie wirklich alles - in wieder einmal neuer Formation. Boris Schommers, Nürnbergs derzeitiger Trainer, hatte seine Mannschaft ja verändern müssen im Vergleich zur Partie in Düsseldorf eine Woche zuvor. Es fehlte Matheus Pereira nach seiner Roten Karte. Es fehlte auch Adam Zrelak, der sich im Training das Kreuzband gerissen hatte. Und es fehlte Ondrej Petrak, der sich kurzfristig mit Leistenproblemem abmeldete. Stattdessen durften sich Sebastian Kerk, Mikael Ishak und Patrick Erras wieder einmal beweisen.

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Wieder kein Dreier, wieder kein Treffer, wieder nichts: Der 1. FC Nürnberg punktet auch gegen RB Leipzig nicht - trotz eines Elfmeters, den Hanno Behrens an die Latte setzt, und einer couragierten Leistung. Die Noten fallen dementsprechend mäßig aus!


Das gelang zu Beginn überraschend gut. Der Club startete abwartend, was schon genügte, um die Leipziger Hochgeschwindigkeitsfußballer nachhaltig zu irritieren. Im Hinspiel war das beim 0:6 noch nicht einmal ansatzweise gelungen. Zwar hatten die Gäste bereits in der zweiten Minute die Gelegenheit zur Führung, aber Klostermann schoss vom Strafraumrand aus am Tor vorbei.

Leibold fällt, aber Behrens lässt sich lumpen 

In der Folge wagte sich Nürnberg immer mal wieder nach vorne und hatte seinerseits nach neun Minuten die große Chance, dem Spiel eine überraschende Wendung zu geben. Leibold war von Konate im Strafraum gefoult worden (was erst der Videoschiedsrichter entdeckt hatte), Behrens aber schoss den Strafstoß an die Latte.

Die Partie blieb dann noch einige Zeit ausgeglichen, ehe Leipzig immer stärker wurde. Christian Mathenia lenkte einen Freistoß von Halstenberg nach 37 Minuten noch großartig an die Latte, war aber drei Minuten später geschlagen, als Klostermann nach einer Ecke aus dem Rückraum schoss – 0:1.

In den zweiten Durchgang startete der Club dennoch zuversichtlich und erarbeitete sich immerhin den ein oder anderen Eckball. Wirklich gefährlich wurde das allerdings nie. Aufregung gab es nach 58 Minuten dennoch. Wieder foulte Konate, wie vor dem Elfmeter zeigte Schiedsrichter Daniel Schlager Gelb. Vom Platz aber musste Konate nicht, der Schiedsrichter hatte die Gelbe Karte vor dem Elfmeter zurückgenommen, nachdem der Videoschiedsrichter seine Entscheidung von Frei- auf Strafstoß korrigiert hatte. Wirklich verstehen wollte das im Stadion aber niemand.

+++ Platzverweis für Leipzig? Verwirrung um das Doppel-Gelb +++

Misidjan probiert's 

Es ging also ohne Platzverweis weiter, vor allem ging es mit bemühten Nürnbergern weiter, die aber zu oft mit technischen Unzulänglichkeiten den eigenen Spielaufbau sabotierten. In der Schlussminute landete ein letzter Versuch des eingewechselten Virgil Misidjan in den Armen von Peter Gulacsi. Dann war Schluss und die 2. Liga wieder ein Stück näher gekommen. Das muss aber nichts heißen und gilt nur für realistische Betrachter. 

1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Mühl, Ewerton, Leibold - Erras - Löwen, Behrens - Kerk (66. Misidjan), Kubo (81. Knöll) - Ishak

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konaté, Orban, Halstenberg - Laimer, Adams - Sabitzer (90. +3 Bruma), Kampl (90. +2 Mukiele) - Poulsen, Matheus Cunha (86. Ilsanker)

Tore: 0:1 Klostermann (40.) | Gelbe Karten:  Leibold, Behrens - Konaté, Sabitzer, Kampl | Besonderes Vorkomnis: Behrens verschießt Foulelfmeter (10.) | Schiedsrichter: Schlager (Hügelsheim) | Zuschauer: 34.500.

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Fadi Keblawi

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