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0:2 gegen Gladbach verschärft FCN-Krise

Standards und schwache zweite Hälfte bringen Club auf die Verliererstraße - 05.04.2014 17:30 Uhr

Verschiedene Gefühlswelten: Während Gladbach einen verdienten Sieg feierte, saß der Frust beim FCN tief.

Verschiedene Gefühlswelten: Während Gladbach einen verdienten Sieg feierte, saß der Frust beim FCN tief. © Sportfoto Zink / DaMa


Der massiv ersatzgeschwächte Club, bei dem Berkay Dabanli sein Startelf-Debüt gab, wurde sofort in die Defensive gedrängt. In der 3. Minute kombinierte sich die Borussia nach Belieben durch die Nürnberger Defensive, am Ende war es Raphael Schäfer, der in höchster Not gegen Patrick Herrmann rettete. Danach nahm der FCN jedoch vermehrt das Heft in die Hand und hatte in der 11. Minute eine erste ernstzunehmende Torgelegenheit, als Hiroshi Kiyotake per Steilpass Adam Hlousek in Szene setzte, dieser jedoch in Marc-André ter Stegen seinen Meister fand.

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Auf der anderen Seite schlug es dann ein: Juan Arango schlenzte in Minute 18 einen Freistoß in gewohnt raffinierter Manier über die Mauer, dort traf er den Kopf von Josip Drmic, der das Leder unhaltbar zum 0:1 ins Netz abfälschte. In der 33. Minute stand wieder Drmic im Mittelpunkt. Erst nickte er eine gefühlvolle Flanke von Markus Feulner knapp am Tor vorbei, eine Zeigerumdrehung später landete ein Kopfball des Schweizers an der Latte.

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Abermals im Glück war die Borussia drei Minuten vor dem Pausenpfiff, als es wieder der FCN-Toptorjäger war, der per Kopf das Fohlen-Gehäuse anvisierte und dieses wieder um Zentimeter verfehlte. Auf der Gegenseite hätte beinahe Arango seinen zweiten Treffer folgen lassen, als er nach einem blitzschnellen Konter frei vor Schäfer auftauchte, der Club-Schlussmann jedoch per Fußabwehr Sieger blieb.

Nach 45 Minuten stand es daher 0:1. Die leichte optische Überlegenheit taugte bis dato zumindest zu einem kleinen Hoffnungsschimmer. Jedoch merkte man den Nürnbergern in der einen oder anderen Situation an, dass ihnen wichtige Stützen fehlen, die die Nachrücker nicht vollständig ersetzen können.

Kruse bereitet Dabanli Probleme

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang. Analog zum ersten Spielabschnitt erwischten die Gäste den besseren Start. In der 51. Minute enteilte Max Kruse seinem Bewacher Berkay Dabanli und kam im Nürnberger Strafraum frei zum Kopfball, abermals musste Schäfer Schlimmeres verhindern. Duplizität der Ereignisse in der 55. Minute: Herrmann brachte das Leder von der rechten Seite in den Strafraum, wieder ließ Dabanli Kruse sträflich frei stehen und der Gladbacher Stürmer kam so zum Abschluss, diesmal per Volleyabnahme, die er rund einen Meter am Tor vorbeisetzte.

Doch auch der FCN war noch lange nicht im Begriff, die weiße Fahne zu hissen. In der 63. Minute hielt Drmic unter massiver Bedrängnis den Ball, wartete bis der eingewechselte Robert Mak zur Hilfe eilte, legte auf den Slowaken ab, der von der Strafraumgrenze das Leder aber deutlich am Gladbacher Kasten vorbei zog.

In der 69. Minute hatte Kruse die Chance zur Vorentscheidung. Im Strafraum des Club ließ er die versammelte Defensiv-Abteilung links liegen, Schäfer lag schon auf dem Boden, doch der Gäste-Angreifer platzierte das Leder neben das Gehäuse. Drei Minuten später rollte der nächste Konter auf den Kasten der Hausherren, nur der linke Torpfosten stellte sich dem 2:0 von Kruse in den Weg.

Dann war es soweit: Der omnipräsente Kruse lief ein weiteres Mal in den FCN-Strafraum, hob im Duell mit Mike Frantz dann jedoch theatralisch ab und wurde von Schiedsrichter Tobias Stieler dafür mit einem Elfmeter belohnt, den der nur scheinbar Gefoulte sicher zum 2:0 verwandelte. In den letzten Minuten war die Luft nun raus. Beim Club hingen die Köpfe auf Halbmast, Gladbach spielte die Zeit unaufgeregt herunter. Kiyotake traf zwar in der Schlussminute nochmal die Latte, ein Treffer wäre jedoch allenfalls Kosmetik gewesen.

So unglücklich das Tor zum 0:2 auch zustande kam, so sehr verdiente sich Mönchengladbach diesen Treffer und allgemein den Auswärtssieg. Der FCN war in der zweiten Hälfte meist einen Schritt zu langsam und konnte bei den vielen Kontersituationen froh sein, dass die Fohlen ihre zahlreichen Chancen viel zu fahrlässig verschluderten.

Die Lage im Tabellenkeller wird für den FCN nun immer prekärer, Darbietungen wie jene im zweiten Durchgang liefern eher einen Vorgeschmack auf das bedrohlich näher kommende Unterhaus, als für einen Hoffnungsschimmer auf ein Happy-End im Kampf um den Klassenerhalt herhalten zu können.

 

1. FC Nürnberg: Schäfer - Angha (59. Mak), Dabanli (74. Pekhart), Pinola, Plattenhardt - Frantz - Feulner, Balitsch, Kiyotake, Hlousek - Drmic (80. Campana)

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Alvaro Dominguez, Korb - Nordtveit, Kramer - Herrmann (68. Rupp), Arango - Raffael (77. Xhaka) - Kruse (88. Hrgota)

Tore: 0:1 Arango (Freistoß, 18.), 0:2 Kruse (Foulelfmeter, 79.) | Gelbe Karten: Pinola - Alvaro Dominguez, Kramer | Schiedsrichter: Stieler (Hamburg) | Zuschauer:  50.000 (ausverkauft) 

Stefan Wölfel

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