Mittwoch, 12.12.2018

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0:4 in Unterzahl: Köln teroddisiert das Kleeblatt

Abseitstor eines Ex-Fürthers bringt den FC in Front – Bauer fliegt vom Feld - 01.12.2018 14:48 Uhr

Er kann's halt leider: Simon Terodde traf gegen letztlich bemitleidenswerte Fürther zweimal. © Sportfoto Zink / WoZi


 Wie zu erwarten, veränderte Kleeblatt-Coach Damir Buric die Formation gegenüber dem Magdeburg-Spiel – Maximilian Sauer und Maximilian Wittek bildeten die Klammer für die Dreier-Abwehrkette mit Mario Maloca, Maximilian Bauer und Richard Magyar. Im Mittelfeldzentrum auf der Sechs stand Paul Jaeckel. Der 20-jährige Eisenhüttenstädter trieb immer wieder Angriffe voran, schien dann aber oft von seiner eigenen Courage überrascht zu sein und brach ab.

Bei den Kölnern war Neuzugang Anthony Modeste noch nicht spielberechtigt, dafür stand der Ex-Fürther Dominick Drexler nach kurzer Pause wieder auf dem Platz.

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Bemüht, mehr aber auch nicht: Die Fürth-Noten nach Köln

Das Kleeblatt beginnt in Köln mutig. Doch schnell findet auch das spielerische Geschick der Hausherren ihren Ausdruck. Pech, eine doppelte Fehlentscheidung, Unvermögen und Goalgetter Terodde führen am Ende zu einem 0:4 aus Fürther Sicht. So haben Sie die Kleeblatt-Kicker benotet.


Die Fanszenen beider Lager zeichneten sich in der ersten Hälfte durch Passivität aus, sie verzichteten auf Anfeuerungsrufe, um gegen Montagsspiele zu demonstrieren. Die Kölner Fans forderten mit Plakaten "Vorstand raus".

Prall gefülltes Fehlentscheidungskonto 

Raus kamen auf Fürther Seite gegenüber vergangener Woche Julian Green, Lukas Gugganig und Marco Caligiuri. Gugganig konnte wegen eines Schlags auf die Wade nicht voll trainieren. Fürth probierte es in der Anfangsphase gleich mehrere Male über rechts, Maximilian Sauer kam bis auf die Grundlinie, doch seine Flanken blieben zunächst hängen. Die gefährlicheren Chancen in der Anfangsphase aber hatten die Gastgeber. Sascha Burchert war bis auf einmal immer auf dem Posten, doch das Betteln seiner Vorderleute wurde in der 17. Minute erhört – zumindest vom Schiedsrichtergespann. Mit zwei Pässen hebelten die Kölner Angreifer die Kleeblatt-Abwehr aus mit dem Schönheitsfehler, dass sowohl Torschütze Dominick Drexler als auch Passgeber Simon Terodde im Abseits standen. So langsam ist das Fehlentscheidungskonto der Fürther voll, der Zahltag sollte näher rücken.

Der Ausgleich vielleicht auch? Mit Wut im Bauch kamen die Gäste zu ihrem ersten Torabschluss, Sebastian Ernsts Schuss war aber nicht scharf genug. Die Kölner kamen in schöner Regelmäßigkeit vors Fürther Tor und hielten den Gegner geschickt vom eigenen Tor fern. Nur Sauer, Jaeckel und Daniel Keita-Ruel schlupften durch das dichte Netz, doch das Glück fehlte.

Bauer muss doch noch runter   

Nennenswert war bis zur Pause nur noch eine Szene, die die ganze Jugendlichkeit dieser Mannschaft widerspiegelte: FC-Angreifer Jhon Cordoba schmiss den 18-jährigen Bauer um, der sich revanchierte, indem er nachtrat. Dennoch sah der Fürther nur Gelb. Das aber wiederum wurde ihm in der zweiten Hälfte zum Verhängnis.

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Abseitstor, Bauerntheater und Terodde: Fürth hat in Köln keine Chance

Die SpVgg Greuther Fürth hat das letzte Auswärtsergebnis in Berlin auch in Köln wiederholt. Nach 90 frustrierenden Minuten hieß es 0:4. Für die bockstarken Geißböcke scheint die Rückkehr in die erste Liga nur noch Formsache. Die Fürther wiederum machten es bis zum Platzverweis für Maximilian Bauer gar nicht schlecht, aber halt auch nicht gut genug.


Mit "Insomnia" von Faithless, dem Techno-Hit der Neunziger, ging es in die zweite Halbzeit. Die Ultras durften anscheinend wieder singen und die Fürther Spieler spielten weiterhin faithless, also ohne Angst vor dieser großen Kulisse im ausverkauften Müngersdorfer Stadion. Es waren erst zweieinhalb Minuten gespielt, da musste Maloca einen Schlenzer von Risse auf der Torlinie klären, im Anschluss war wieder dieser famose Burchert zur Stelle bei einem Schuss von Marco Höger aus kurzer Distanz.

In der 51. Minute dann die spielentscheidende Szene: Bauer rannte im Strafraum Drexler über den Haufen, klarer Elfmeter. Aber Schiedsrichter Sören Storks setzte noch einen drauf: Ampelkarte für den Fürther U19-Nationalspieler. Das kann nur eine Konzessionsentscheidung gewesen sein. Kleeblatt-Coach Buric klatschte nur noch hämisch Beifall an der Linie, Manager Rachid Azzouzi wäre spätestens jetzt heiser geworden, wenn er es nicht schon wäre. Dem Referee fehlte eine Linie in der Bewertung von Zweikämpfen. Terodde verwandelte den Strafstoß natürlich, nach einer Stunde legte er Cordoba das 3:0 auf, in der 78. köpfte er selbst noch das 4:0.

Ein frustrierender Nachmittag 

Terodde hat nun 19 Treffer in 14 Spielen erzielt, unfassbar. Ein frustrierender Nachmittag fürs Kleeblatt. Dass sie die Kölner nicht am Aufstieg hindern werden, war klar. Doch chancenlos waren sie hier nicht, aber auch nicht mehr. Erst recht zu zehnt. 

1. FC Köln: T. Horn - Schmitz, Jorge Meré, Czichos - Risse, Höger, J. Horn - Schaub (70. Hauptmann), Drexler (65. Koziello) - Cordoba (87. Guirassy), Terodde

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Sauer, Bauer, Maloca, Wittek (64. Raum) - Magyar, Jaeckel - Atanga (64. Reese), Ernst (81. Green), Mohr - Keita-Ruel

Tore: 1:0 Drexler (17.) , 2:0 Terodde (52., Foulelfmeter), 3:0 Cordoba (60.), 4:0 Terodde (78.) | Gelbe Karten: - /  Wittek | Gelb-Rote Karte: Bauer (51.) |Schiedsrichter: Storks (Velen) | Zuschauer: 50.000 (ausverkauft).  

+++ Der Live-Ticker zum Nachleiden +++ 

Martin Schano Fürther Nachrichten E-Mail

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