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1:2-Pleite bei Leipzig: Mit Schäfer verließ den Club der Mut

Starke erste Halbzeit reicht nicht - Schäfer verletzt sich - 05.04.2015 15:30 Uhr

Zum vierten Mal in Folge unterliegt der Club.

Zum vierten Mal in Folge unterliegt der Club. © Sportfoto Zink / DaMa


Dabei sind die Zeiten, als der Vergleich mit dem aufgrund seiner unbegrenzten Möglichkeiten relativ unbeliebten Marketing-Konstrukt eines Getränkeherstellers noch mit „Verfolgerduell“ überschrieben werden konnte, schon lange vorbei. Nur ein Punkt aus den vier Partien davor ließ die Nürnberger früh in der Runde ausscheiden aus dem Kreis der Aufstiegskandidaten.

Den Leuten, die am Ostersonntag mitfuhren nach Sachsen, ging es allerdings um mehr als nur die lautstarke Unterstützung der eigenen Mannschaft. Sie wollten vor allem gegen die zunehmende Kommerzialisierung ihres Sports demonstrieren. RB Leipzig lehnen bundesweit zig tausend Anhänger deshalb kategorisch ab. Die meisten Nürnberger auch. Das Motto des Tages lautete aus Sicht der Gäste somit: „Glubb against the machine.“ Ein riesiger Banner im Oberrang des ehemaligen Zentralstadions sollte den tieferen Sinn der weiten Reise verdeutlichen – und auch die Club-Profis wehrten sich nach Kräften.

Stark für Mössmer in der Startelf

Dass die Nürnberger nach 90 überwiegend kurzweiligen Minuten nach 1:0-Pausenführung noch 1:2 verloren, hatten sie sich selbst zuzuschreiben; viele sehr gute Möglichkeiten reichten bloß zu einem Treffer (Guido Burgstaller, 29.). Yordy Reina (47.) und Dominik Kaiser (76.) sorgten nach dem Seitenwechsel für Ernüchterung bei den Franken. Rene Weiler schickte mit einer Ausnahme die gleiche Startformation auf den Rasen wie beim 1:2 gegen Bochum. Lediglich Jürgen Mössmer musste seinen Platz für Niklas Stark räumen, die anderen sind weiter dabei, sich etwas näher kennenzulernen.

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Eine starke Halbzeit reicht nicht: Der Club unterliegt in Leipzig

Die Niederlagenserie des 1. FC Nürnberg hält weiter an. Bei RB Leipzig setzte es trotz eines couragierten Auftritts die vierte Pleite in Folge, mit 1:2 unterlag der Club dem Liga-Neuling aus Sachsen.


Das gilt auch für Raphael Schäfer, der zunächst wieder anstelle von Patrick Rakovsky im Tor stand. Was man in der ersten Halbzeit durchaus wörtlich nehmen durfte. Der Routinier konnte sich in aller Ruhe von hinten anschauen, wie seine Kollegen munter den Kasten der Leipziger bestürmten. Nach zehn Minuten hätte der Club sage und schreibe mit 4:0 führen können, die Chancen verwertung bleibt das große Manko der Nürnberger. Zunächst scheiterten Guido Burgstaller (1.) und Niklas Stark (3.) am glänzend reagierenden RB-Schlussmann Fabio Coltorti, wenig später schoss Stark ein paar Zentimeter am linken Pfosten vorbei, wiederum Burgstaller versagten kurz darauf nach starkem Antritt freistehend vor Coltorti die Nerven.

Mutiger Auftritt wird nicht belohnt

Das Ergebnis konnte eigentlich nicht wahr sein, der 1. FC Nürnberg begann so mutig und zielstrebig wie auswärts schon seit Monaten nicht mehr. Das 1:0 in der 29. Minute hatte sich demnach abgezeichnet: Der Österreicher Burgstaller drückte dabei Sebastian Kerks Freistoßflanke per Kopf über die Linie – und jubelte danach, als ob ihm die brisante Konstellation vorab Flügel verliehen hätte. Burgstaller und sein Club waren vor der Pause nicht mehr einzufangen; Erwähnung verdient vor allem der Umstand, dass die defensive Stabilität nicht unter der Sturm- und Drang-Taktik litt.

Bereits in der 47. Minute sollte sich das aber ändern: Lukas Klostermann legte, unbehelligt von Kerk, auf Yordy Reina zurück, der sich die Chance nicht entgehen ließ. Den nach der Pause für den am Ellbogen verletzten Schäfer eingewechselten Patrick Rakovsky traf keine Schuld. 1:1 statt 4:1 – zum wiederholten Mal hatte es der Club versäumt, beizeiten für klare Verhältnisse zu sorgen. Der Qualität der Auseinandersetzung tat der Ausgleich freilich gut, weil beide Teams fortan unbedingt den Sieg wollten.

Ondrej Petraks Flachschuss strich knapp vorbei, (50.) Jakub Sylvestr verstolperte die Kugel in mehr als aussichtsreicher Position (57.). auf der anderen Seite klärte Rakovsky zwei Mal souverän gegen den schwedischen Nationalspieler Emil Forsberg. Die Entscheidung in diesem flotten Zweitliga-Spiel sollten aber noch einige andere auf dem Fuß haben.

Etwa der Nürnberger Kerk, dessen Schlenzer an den Pfosten klatschte, Coltorti war noch mit den Fingern dran. Also kam es, wie es kommen musste; Dominik Kaiser fasste sich ein Herz und jagte die Kugel aus über 25 Metern flach, aber wohl nicht unhaltbar ins Netz (76.). Die 5000 Nürnberg-Fans sangen trotzdem einfach weiter. Zumindest ihre Demonstration war ein Erfolg.

 

RB Leipzig: Coltorti - Teigl , Klostermann , Rodnei , A. Jung (40. Compper) - D. Kaiser , Kimmich , Hierländer (46. Sebastian) - Poulsen , Reyna , Forsberg (86. Ernst)

1. FC Nürnberg: Schäfer (46. Rakovsky) - Celustka (78. Nikci) , Petrak , Hovland , Pinola - Stark , Polak - G. Burgstaller , Schöpf , Kerk - Sylvestr (78. Mlapa)

Tore: 0:1 Burgstaller (29.), 1:1 Reyna (46.), 2:1 Kaiser (76.) Gelbe Karten: Stark (79.), Pinola (90.+1)  Rote Karten: I Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) | Zuschauer: 25.000 

Wolfgang Laas

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