Freitag, 22.03.2019

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2:4! Tapfere Ice Tigers verlieren gegen Mannheim erneut

Das Jiranek-Team verkauft sich gegen hochfavorisierte Adler teuer - 15.03.2019 22:08 Uhr

Nürnbergs nächste Niederlage kündigt sich an: Vor Niklas Treutles Kasten war gegen Mannheim wieder zu viel los. © Sportfoto Zink / ThHa


Der jüngste und dennoch prominenteste Spieler auf dem Eis hatte ihm den Puck auf die Kelle gelegt. Und plötzlich hatte Will Acton Zeit, sich zu überlegen, wie er Dennis Endras im Mannheimer Tor überwinden wollte. Genau für solche Momente hatten ihn die Thomas Sabo Ice Tigers vor einem Jahr aus seinem Vertrag mit den Schwenninger Wild Wings gekauft. Acton verzögerte und versuchte, Endras zu einer ersten Bewegung zu zwingen. Endras ließ sich aber nicht beeindrucken, nicht von einem Spieler, der in einer Saison vom vielleicht besten zum enttäuschendsten Stürmer der DEL geworden ist. Endras wehrte Actons Schuss souverän ab, natürlich.

In dieser einen Szene aus der zwölften Minute verdichtete sich die gesamte zweite Partie gegen Mannheim: Die Adler leisteten sich Fehler und zwar beinahe alle, nicht nur der erst 17 Jahre alte Moritz Seider, dessentwegen sogar Don Sweeney, der General Manager der großen Boston Bruins, nach Nürnberg gekommen war. Und die Ice Tigers provozierten diese Fehler mit dem besten Auftritt seit dem 4:1 gegen Meister München zu Ehren von Steven Reinprecht im Dezember. Nur konnten sie ihre vielen Großchancen nicht nutzen. So erklärt sich das 2:4 (0:2, 1:2, 1:0) gegen den Titelfavoriten.

Stajnoch spielt ganz schlecht quer 

Es war ein vollkommen anderes Spiel, als man das nach dem 2:7 zum Auftakt dieser Viertelfinalserie hatte befürchten müssen. Nürnberg spielte druckvoll, selbstbewusst, war aktiv, spielbestimmend. Bereits nach sechs Minuten hatten sich die Ice Tigers mehr vielversprechende Gelegenheiten erarbeitet als noch am Mittwoch in Mannheim. Die Mannschaft um Kapitän Patrick Reimer kontrollierte das Spiel - bis Martin Stajnoch den perfekten Augenblick zu einem Querpass die blaue Linie entlang verpasste. Der Slowake versuchte es trotzdem, Luke Adam fing den Pass ab und ließ Torhüter Niklas Treutle keine Chance (7. Minute). Aber Nürnberg machte weiter: Jason Bast brach durch, scheiterte an Endras; Acton scheiterte an seinen Nerven; Brandon Buck versuchte es mit einem Bauerntrick; Tom Gilbert traf den Pfosten, dass ihm bei seinem Schuss ein Schlittschuh weggezogen wurde, war nur eines von einem halben Dutzend Mannheimer Fouls, das nicht geahndet wurde. In eigener Unterzahl kassierten die Ice Tigers das 0:2, Markus Eisenschmid traf präzise ins Kreuzeck auf Treutles Stockhandseite (19.).

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Nicht gut genug! Die Ice Tigers überraschen die Adler nicht

Zum Auftakt der Viertelfinalserie hatten die Ice Tigers keine Chance. In Mannheim malträtierten dort ansässige Adler Nürnbergs Kufencracks gewaltig, 2:7 hieß es gegen übermächtige Kurpfälzer beim Ertönen der Schlusssirene. In Spiel zwei wehrte sich das Jiranek-Team nach Kräften, musste beim 2:4 daheim aber dennoch in die nächste Niederlage einwilligen.


Von den Schiedsrichtern vermeintlich benachteiligt, unglücklich in der Offensive - aus einer solchen Situation haben sich schon Playoff-Mannschaften in Nürnberg herausgekämpft. Nicht diese Ice Tigers, nicht gegen diesen Gegner. Chad Kolarik nutzte einen Stellungsfehler von Oliver Mebus, legte den Puck zurück auf Eisenschmid und der ließ die vielen Beobachter aus der NHL auf der Pressetribüne anerkennend nicken.

Der vierte Treffer des Nationalspielers im zweiten Playoff-Spiel bremste die Ice Tigers aus (22.). Und trotzdem ergaben sich weitere Chancen, eine sogar, die man durchaus als 100-prozentig bezeichnen darf. Chad Bassen und Will Acton fuhren alleine auf Endras zu, tauschten einen Doppelpass aus, diesmal traf Acton allerdings den Puck noch nicht einmal richtig (23.). Nürnberg brauchte ein sogenanntes dreckiges Tor und bekam es vom Mannheimer Chad Kolarik, der ein schönes Solo von Daniel Weiß vollendete (37.). Hoffnung kam auf, immerhin 79 Sekunden lang. Dann erhöhte Tommie Huhtala auf 1:4 (39.). Eiskalt konterten die Adler Nürnbergs Verzweiflungstaten.

Lalonde einmal, Lalonde nicht zweimal 

Es sprach für die Ice Tigers, dass sie diesmal nicht nachließen. Shawn Lalonde traf von der blauen Linie (49.) und hatte kurz darauf die Chance zum 3:4 – da aber war Endras schneller. Nürnberg probierte noch einmal alles. Weiß opferte drei seiner Zähne (weil ihn Philippe Dupuis angeschossen hatte). Am Sonntag wird er in Mannheim ziemlich sicher wieder dabei sein.

Nürnberg: Treutle; Bender/Gilbert, Stajnoch/Jurcina, Mebus/Lalonde, Stephan – Fox/Acton/Bassen, Pföderl/Dupuis/Reimer, Bast/Buck/Brown, Mieszkowski/Weiß/Kislinger. - Tore: 0:1 Adam (6:34), 0:2 Eisenschmid (18:28), 0:3 Eisenschmid (21:50), 1:3 Weiß (36:46), 1:4 Huhtala (38:05), 2:4 Lalonde (48:02). - Schiedsrichter: Rantala/Hunnius. - Zuschauer: 7252.  

Sebastian Böhm

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