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3:0 in Karlsruhe! Kirschbaum pariert, Burgstaller knipst

Fanauschreitungen überschatten Club-Sieg im Wildpark - 16.10.2016 15:27 Uhr

Ausgelassene Freude: Die Club-Akteure bejubeln den Führungstreffer beim 3:0 gegen den KSC.

Ausgelassene Freude: Die Club-Akteure bejubeln den Führungstreffer beim 3:0 gegen den KSC. © dpa/Daniel Maurer


Seit 2003 - eine durchaus lange Zeit also - hatte der zuletzt zweimal siegreiche Club nicht mehr in Karlsruhe gewonnen. Dass sich das an einem sonnigen Oktober-Tag zumindest dem Ergebnis nach auf durchaus eindrucksvolle Art und Weise ändern sollte, war vor Anpfiff vielleicht auch Alois Schwartz noch nicht so klar.

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Tore und Tumulte: Der FCN siegt im Karlsruher Wildpark

Guido Burgstaller hat mit einem Doppelpack die Grundlage für den Sieg des 1. FC Nürnberg beim Karlsruher SC geschaffen. Tim Matavz sorgte für den 3:0-Endstand. Zuvor hatte Enrico Valentini die Chance des KSC zur Führung vergeben per Elfmeter. Nachdem Club-Fans etwa zehn Minuten vor Schluss durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern einen Tumult zwischen den beiden Fanlagern ausgelöst hatten, unterbrach Schiedsrichter Felix Zwayer zunächst die Partie.


Eine Änderung musste der Club-Trainer im Vergleich zum 2:1 gegen Union Berlin indes vornehmen: Für den gesperrten Edgar Salli durfte sich wieder einmal Tobias Kempe an einem gelungenen Auftritt versuchen. Ansonsten verzichtete Schwartz auf Veränderungen, auch der wieder gesunde Raphael Schäfer musste sich auf die Bank setzen. Die neue Nummer eins beim FCN heißt Thorsten Kirschbaum. Zu tun bekam der im Wildparkstadion erst einmal nichts.

Der Club kontrollierte eine Partie auf überschaubarem Niveau, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Nach einer Viertelstunde landete ein abgefälschter Schuss von Burgstaller am Außennetz, Kempe (15.) und zweimal Möhwald (27., 31.) verpassten den ersten Treffer des Tages aus der Distanz nur knapp. Daneben erspielte sich der Club noch eine Vielzahl an Eckstößen, allerdings auch hier ohne gefährlich zu werden.

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Noten für die Karlsruhe-Knipser! Burgstaller ist nicht der Beste

Dritter Dreier in Folge! Der FCN bleibt auf der Überholspur der 2. Bundesliga und feiert in Karlsruhe einen 3:0-Erfolg. Die Noten für die daran beteiligten Club-Jungs lesen sich im Nachgang wahrhaft appetitanregend, Klassenbester ist allerdings nicht der Doppel-Burgi.


Auf der Gegenseite musste sich Kirschbaum nach 37 Minuten das erste Mal ein wenig bemühen, um den Schuss von Moritz Stoppelkamp festzuhalten. Kurz vor der Pause probierte es auch Dennis Kempe noch einmal, wieder hielt Kirschbaum.

Klasse, Kirschbaum!

Mit unverändertem Personal ging's in den zweiten Durchgang. Unverändert blieb zunächst auch, dass das Spiel kaum dazu angetan war, den Sportfreunden im Wildpark einen schönen Sonntag zu bereiten. Rasche Ballverluste beherrschten hüben wie drüben die Szenerie. Als Even Hovland in der 54. Minute wieder einmal ans Spielgerät wollte, hätte der Club-Verteidiger dies allerdings geschickter anstellen sollen: Der Norweger stolperte im Strafraum unbeholfen in den Laufweg von Florian Kamberi, brachte den KSC-Angreifer damit zu Fall und Referee Felix Zwayer dazu, auf den Punkt zu zeigen. Enrico Valentini bot sich also die große Chance, auf 1:0 zu stellen. Da der Nürnberger im Dress der Badener jedoch zu unplatziert schoss, konnte Thorsten Kirschbaum parieren.

Der Club hatte den Rückstand durch seine neue Nummer eins vermieden und entschloss sich - vielleicht auch deswegen - nun, wieder selbst in der Offensive aktiver zu werden. Nachdem Eckenschütze Tobias Kempe das Leder ein erstes Mal mit viel Schnitt ins Zentrum gebracht hatte, wuchtete es Dave Bultuis über den KSC-Kasten (58.). Der FCN blieb jetzt im Vorwärtsgang - etwa in Person von Hanno Behrens, der nach vehementem Lauf und Doppelpass mit Kevin Möhwald vor Dirk Orlishausen auftauchte. Karlsruhes Keeper parierte, war bei Burgstallers Abstauber aber machtlos - statt den Hausherren führte der Club (61.). Und das bald alsbald deutlich komfortabler.

Wieder war es Kempe, der die Kugel mit viel Effet von links in den Sechzehner beförderte und Möhwald mit seiner schönen Hereingabe animierte, den Ball direkt zu nehmen. An der Fünfergrenze veredelte Burgstaller mit der Hacke (67.) - das siebte Tor im achten Spiel des Club-Kanoniers, der sich mit dem zweiten Treffer an diesem Tag auch an die Spitze der Zweitliga-Schützenliste setzte (67.).

"Das kann ja wohl nicht wahr sein"

Zehn Minuten später knallte es erneut – doch diesmal war nicht der vom  Boulevard liebevoll "Burgknaller" getaufte Kärtner dafür verantwortlich, sondern der mitgereiste Nürnberger Anhang. Böllerschläge hallten durch den altehrwürdigen Wildpark. Karlsruhes Stadionsprecher ermahnte die Club-Fans ("Das kann ja wohl nicht wahr sein"), Karlsruhes Fans - zumindest einige - stürmten nach zuvorgehenden Provokationen auf die Tartanbahn.

Matavz macht's amtlich

Das Spiel wurde unterbrochen. Als es nach rund sieben Minuten von Zwayer wieder freigegeben worden war, geriet der FCN-Sieg trotz Bemühungen der Badener nicht mehr in Gefahr. Im Gegenteil: Nach einer ebenso schicken wie flotten Kombination setzte Tim Matavz den Schlusspunkt (86.).

 +++ Das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker +++

Karlsruhe SC: Orlishausen - Valentini, Thoelke, Kinsombi, D. Kempe - Mavrias (57. Torres), Prömel (71. Yann), Stoppelkamp (78. Fahrenholz), Yamada - Hoffer, Kamberi

1. FC Nürnberg: Kirschbaum - Brecko, Hovland, Bulthuis, Sepsi - Behrens (90.+2 Kammerbauer), Petrak - T. Kempe (89. Hercher), Möhwald, Burgstaller (85. Mühl) - Matavz

Tore: 0:1 Burgstaller (61.), 0:2 Burgstaller (67.), 0:3 Matavz (86.) | Gelbe Karten:  Burgstaller -  Stoppelkamp, Thoelke | Besondere Vorkomnisse: Kirschbaum hält Foulelfmeter von Valentini (54.); Spielunterbrechung aufgrund von Fanausschreitungen (78.) Schiedsrichter: Zwayer (Berlin) | Zuschauer: 16.065.

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Unschöne Szenen: Club-Fans zündeln, KSC-Anhänger stürmen

Es sind Bilder, die einen eigentlich schönen Fußballnachmittag ruinieren: Das Spiel des 1. FC Nürnberg beim Karlsruher SC musste in der Schlussphase unterbrochen werden, weil sich beide Fanlager danebenbenahmen.


  

apö / keb

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