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Als es Eigler gegen St. Pauli viermal scheppern ließ

Ex-Nürnberger feierte im März 2011 sein persönliches Torfestival - 11.02.2018 20:33 Uhr

Vierfach-Torschütze Christian Eigler (r.) vorneweg und St. Pauli immer nur hinterher. © Foto: Weigert


"Das war eine große Sache. Schließlich schafft man das nicht alle Tage. Und rechnet auch im Vorfeld nicht damit." Christian Eigler weiß natürlich, was er gegen St. Pauli da geleistet hat. "Das war das perfekte Spiel. Erster Schuss, erstes Tor. Danach war praktisch jeder Versuch ein Treffer." So hatte es der der frühere Club-Angreifer nordbayern.de schon einmal in den Notizblock diktiert. Christian Eigler erzählt vom 5. März 2011, vom 5:0-Kantersieg gegen die Kiez-Kicker. Er erzählt von einem Fußball-Fest an einem Faschingssamstag. Von einem Tag, an dem ihm St. Pauli nichts entgegenzusetzen hatte, er bei herrlichem Sonnenschein alles überstrahlte.

Schüsse auf der Showbühne 

"Erst links dann rechts, wieder links und erneut rechts - beidfüßig schoss sich der Club-Stürmer zum ersten Viererpack seiner Karriere", hielt im Anschluss der kicker fest. Nach einer Demonstration der Stärke, die auf rot-schwarzer Showbühne früh ihren Anfang nahm. Als Stellvertreter des verletzten Julian Schieber in die Spitze beordert, bedeutete Eiglers erster Streich das 2:0 - Nürnbergs neuer Frontmann verwertete eine Mak-Vorlage konsequent (14.). Keine 180 Sekunden später wies der Unterreichenbacher seine ungeheuerlichen Qualitäten erneut nach. Nachdem Mehmet Ekici das Spielgerät in die Mitte geprügelt hatte, war Eigler wieder dort zur Stelle, vollstreckte per Direktabnahme zum 3:0.

Vor dem Schützenfest gegen Pauli trug der Angreifer das Etikett "Mann der wichtigen Tore". Verdient hatte es sich der Vollblutfranke, indem er dem Club in den Relegationsduellen mit Cottbus und Augsburg die Erstliga-Zugehörigkeit sicherte. Gegen die Hamburger zeigte Eigler, dass er auch im Liga-Alltag eiskalt einnetzen kann. "Als letztes Glied der Kombinationskette, als derjenige, der in Zahlen umsetzt, was sich die Mannschaft zuvor erspielt, erkämpft, was auch immer hat", wie die Nürnberger Nachrichten treffend formulierten. Zwei Treffer hatte sich Eigler im Frühjahr 2011 gegen St. Pauli für die Schlussphase aufgehoben - analog zur ersten Hälfte in der Doppelschlag-Version. Von Marek Mintal in Position gebracht, ließ er Pauli-Keeper Kessler zwei weitere Male keine Abwehrchance (86., 87.) und schwang sich zum ersten Nürnberger Bundesliga-Vierfachtorschützen nach Franz Brungs auf.

Zum Abschluss der Spielzeit - einer Gute-Laune-Saison, die auf einem sorgenfreien sechsten Platz endete - sollte sich Eiglers Präzisionstechnik in acht Treffern ausdrücken. Am Ende der darauffolgenden Saison verabschiedete sich der Stürmer nach Ingolstadt. Er hätte auch nach St. Pauli wechseln können. Die Braun-Weißen waren kurz davor, den Angreifer zu engagieren. "Ich habe mir auch alles dort angesehen. Der Club wollte ja nicht mehr verlängern. Ich wäre auch gerne zu Pauli. Aber mit der Perspektive und auch mit der Family hat es besser in Ingolstadt gepasst, da ich dort auch pendeln konnte", erklärt der heute 34-Jährige vor Nürnbergs Gastspiel auf dem Kiez, warum es die Hanseaten damals doch nicht schafften, ihren menschgewordenen Albtraum nach Hamburg zu holen.

Stimmungstest auf dem Kiez 

In Ingolstadt wurde Eigler jedoch von Verletzungen gebeutelt, seine letzte Partie für die Schanzer bestritt er am 11. April 2014 beim 1:2 gegen Paderborn. Wenig später war Schluss, der Franke beendete seine Profi-Karriere. Die Prognose von Nürnbergs Vierfachtäter, der ab Sommer den SV Unterreichenbach, seinen Heimatverein, als Spielertrainer übernehmen wird, für Montag spricht übrigens für den FCN: "Der Club ist sehr gut drauf und daher Favorit. Aber er muss die Stimmung annehmen. Die dort oben machen ja richtig Dampf. Wenn er das tut, wird er das Spiel gewinnen".  

Andreas Pöllinger

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