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Als es Eigler gegen St. Pauli viermal scheppern ließ

Im März 2011 feierte der frühere Cluberer sein persönliches Torfestival - 10.09.2017 06:00 Uhr

Vierfach-Torschütze Christian Eigler (r.) vorneweg und St. Pauli immer nur hinterher. © Foto: Weigert


"Das war das perfekte Spiel. Erster Schuss, erstes Tor. Danach war praktisch jeder Versuch ein Treffer." Christian Eigler erzählt vom 5. März 2011, vom 5:0-Kantersieg gegen die Kiez- Kicker. Er erzählt von einem Fußball-Fest an einem Faschingssamstag. Von einem Tag, an dem ihm St. Pauli nichts entgegenzusetzen hatte, er bei herrlichem Sonnenschein alles überstrahlte.

"Erst links dann rechts, wieder links und erneut rechts - beidfüßig schoss sich der Club-Stürmer zum ersten Viererpack seiner Karriere", notierte damals der kicker. Nach einer Demonstration der Stärke, die auf rot-schwarzer Showbühne früh ihren Anfang nahm. Als Stellvertreter des verletzten Julian Schieber in die Spitze beordert, bedeutete Eiglers erster Streich das 2:0 - Nürnbergs neuer Frontmann verwertete eine Mak-Vorlage konsequent (14.). Keine 180 Sekunden später wies der Unterreichenbacher seine ungeheuerlichen Qualitäten erneut nach. Nachdem Mehmet Ekici das Spielgerät scharf in die Mitte geprügelt hatte, war Eigler wieder dort zur Stelle, vollstreckte per Direktabnahme zum 3:0.

Vor dem Schützenfest gegen Pauli trug der Angreifer das Etikett "Mann der wichtigen Tore". Verdient hatte es sich der Vollblutfranke, indem er dem Club in den Relegationsduellen mit Cottbus und Augsburg die Erstliga-Zugehörigkeit sicherte. Gegen die Hamburger zeigte Eigler, dass er auch im Liga-Alltag eiskalt einnetzen kann. "Als letztes Glied der Kombinationskette, als derjenige, der in Zahlen umsetzt, was sich die Mannschaft zuvor erspielt, erkämpft, was auch immer hat", wie die Nürnberger Nachrichten treffend formulierten. Zwei Treffer hatte sich Eigler im Frühjahr 2011 für die Schlussphase aufgehoben - in Analogie zur ersten Hälfte in der Doppelschlag-Version. Von Marek Mintal in Position gebracht, ließ er Pauli-Keeper Kessler zwei weitere Male keine Abwehrchance (86., 87.), schwang sich so zum ersten Nürnberger Bundesliga-Vierfachtorschützen nach Franz Brungs auf.

Zum Abschluss der Spielzeit - einer Gute-Laune-Saison, die auf einem sorgenfreien sechsten Platz endete - sollte sich Eiglers Präzisiontechnik in acht Treffern ausdrücken. Am Ende der darauffolgenden Saison verabschiedete sich der Angreifer nach Ingolstadt. Dort wurde er von Verletzungen gebeutelt, seine letzte Partie für die Schanzer bestritt Eigler am 11. April 2014 beim 1:2 gegen Paderborn. Wenig später war Schluss, der Franke beendete seine Karriere. Vermutlich wird der heute 33-Jährige ab und zu an den Spaß, den er gegen St. Pauli hatte, zurückdenken. "An ein besonderes Ereignis - schließlich gelingt einem so etwas nicht alle Tage." 

ANDREAS PÖLLINGER

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