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Städtisches Stadion, Februar 1987, Rückrundenauftakt der 1. Fußball-Bundesliga: “Klar war das etwas Besonderes, so viele Tore habe ich nicht geschossen“, scherzt Stefan Reuter mit Blick auf seinen Gala-Auftritt gegen Bremen. Der damals 20-Jährige traf doppelt, watschte mit seinen jugendlichen Spielkameraden den amtierenden Vizemeister mit 5:1 vom Platz.
Nach einem torlosen ersten Durchgang leitete Dieter Eckstein die Werder-Demontage ein, Reuter führte sie fort. Vielleicht liegt es an der grundsätzlich nach vorne gerichteten Dynamik des damaligen Liberos, dass er sich heute nur noch vage an seinen furiosen Sololauf erinnert. Eine Aktion, die er mit dem zweiten Club-Treffer veredelte. Keine zwanzig Minuten später legte der Dinkelsbühler vom Elfmeterpunkt nach und verfolgte mit, wie auch Jörn Andersen zwei Treffer markierte.
1985/86 war das Team bei einer Zwischenbilanz von 1:19 Punkten durch "die gemeinsam bewältigte Durststrecke zusammengeschweißt worden", erläutert Reuter den Vorlauf des Fußballfests.“Wir waren eine junge, unbekümmerte Mannschaft mit extrem großer Spielfreude“, erklärt er die Erfolgsgeschichte der jungen Club-Wilden. Der heute 45-Jährige war als Führungsspieler selbst Symbol dieses rasanten Aufschwungs. Im Mai 1984: Junioren-Europameister, kein halbes Jahr danach: Profi-Debüt. Im Juni 1985: Aufstieg in die Bundesliga, 1987/88: Einzug in den UEFA-Pokal. “Wir haben Vertrauen genossen und sind auf hohem Bundesliga-Niveau Woche für Woche stärker geworden“, sagt der Sportler, der 1990 mit der Deutschen Nationalmannschaft in Italien Weltmeister wurde.
Doch auch Nürnbergs Vorzeige-Youngster ereilten “Nackenschläge“ - zum Beispiel beim 3:5 im Hinspiel der Saison 1986/87 in Bremen, so Reuter. Am 1. Spieltag schien es nur anfangs so, als ob der FCN Thomas Schaaf & Co. die Sommerlaune vermiesen sollte. Jörn Andersen hatte die Gästeführung durch “Jogi“ Lieberwirth auf 2:0 ausgebaut. Doch nach der Pause traf Ex-Cluberer Manni Burgsmüller gleich drei Mal für Werder, drehte das 0:2 in ein 3:2. Zwischen den folgenden zwei Toren von Frank Ordenewitz glückte lediglich Roland Grahammer durch einen verwandelten Elfmeter noch ein Erfolgserlebnis.
Wesentlich weniger Höhepunkte hatte die letzte Begegnung beider Teams in der Hinrunde der laufenden Spielzeit. Sintflutartiger Regen sorgte in Nürnberg fast für den Abbruch. Ausgerechnet Mehmet Ekici brachte Werder mit 1:0 in Front. Es sollte sein bislang einziger Qualitätsnachweis im Dress der Hanseaten bleiben. Philipp Wollscheid besorgte in der kampfbetonten Partie mit dem Kopf den 1:1-Endstand.
Eine Saison zuvor war der Club acht Spiele ungeschlagen, bis Werder diese Serie an gleicher Stätte beendete. Beim FCN konnte sich im März 2011 nur Ilkay Gündogan in die Torschützenliste eintragen. Bei den Gästen war Claudio Pizarro einmal erfolgreich. Zudem entlockte Bremens Torgarant Schiedsrichter Michael Weiner zwei Elfmeterpfiffe, die Sandro Wagner gegen zu harmlose, in der Schlussphase auch noch dezimierte Nürnberger zu zwei Treffern nutzte.
In der Hinserie hatte der FCN in Bremen den ersten Auswärtsdreier 2010/11 gefeiert. Anfänglich deutete wenig auf den 3:2-Coup hin. Werder dominierte mit druckvollen Angriffsaktionen, ging folgerichtig in Führung. In der Defensive zeigten sich die Schaaf-Schützlinge allerdings gewohnt nachlässig: Unmittelbar vor der Pause narrte Julian Schieber Sebastian Prödl und assistierte Gündogan zum 1:1. Kurz nach Wiederanpfiff duschte Mehmet Ekici die Hausherren erneut kalt ab. Plötzlich führte der Club, der nicht nachließ und nach zwei Wirkungstreffern spektakulär den K.o. setzte: Nach feiner Einzelleistung von Jens Hegeler klatschte Gündogans Schuss an den Querbalken. Schieber lenkte den zurückprallenden Ball im Fallen an den linken Pfosten. Gündogan verwertete die dritte Einschusschance zum 3:1. Pizarros Anschlusstreffer kam zu spät, Nürnbergs erster Sieg an der Weser nach zwölf Jahren war perfekt. Den letzten hatten, ebenfalls durch ein 3:2, Doppelpacker Pavel Kuka und Sasa Ciric bewerkstelligt.
In der Regel waren die Dienstreisen nach Bremen jedoch weniger erfolgreich: 2005 hatte der FCN engagiert dagegengehalten, war an der Weser dennoch mit 2:6 baden gegangen. Besonders die Club-Abwehr zeigte sich wackelig. Die Folge: Ein Hattrick von Miroslav Klose im ersten Durchgang. Nach der Pause berappelte sich der Club und war nach Markus Schroths Anschlusstreffer dem Ausgleich nahe, bis ihn mit Ivan Klasnic auch die andere Hälfte des Bremer K&K-Sturms noch zweimal empfindlich traf. Nach dem Abschlussspieltag der Bundesliga-Spielzeit 1991/92 war die Laune der Heimfans weniger gut: Ein waschechter Hamburger in fränkischen Diensten hatte die Bremer im Alleingang besiegt: André Golke wandelte mit einem Hattrick Werders Pausenführung in einen 3:1-Auswärtssieg um. Trotz des gelungenen Saisonausklangs schrammte der FCN um zwei Punkte an einem UEFA-Pokal-Startplatz vorbei.
Auch in seiner bislang letzten Meistersaison 1967/68 hatte der Club die Norddeutschen in der ersten Hälfte unbeschadet gelassen, in Durchgang zwei dann aber die grobe Kelle ausgepackt. Binnen zehn Minuten sorgte “Schorsch“ Volkert für die Entscheidung: Erst animierte er Bremens “Pico“ Schütz zu einem Eigentor. Nachdem auch “Charly“ Ferschl und “Goldköpfchen“ Brungs ihre Abschlussqualitäten unter Beweis gestellt hatten, setzte er beim 4:0-Auswärtstriumph den Schlusspunkt.

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