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Als Wolf ein Pokal-Aus gar nicht schmeckte

Nürnbergs damalige Kraftmaschine berichtet Online-Mitarbeiter Andreas Pöllinger von Havelse - 15.08.2012 07:08 Uhr

Nürnberg  - Bloß kein Déjà-vu: Vor 21 Jahren begann die Pokalreise des FCN schon einmal beim TSV Havelse - und endete dort abrupt. Nürnbergs damalige Defensivkraft Uwe Wolf erinnert sich an das "bittere Pokal-Aus" und eine Schinkenplatte als mögliche Erklärung dafür.

"Hohn und Spott für die Clubprofis" schrieben die Nürnberger Nachrichten nach der Niederlage des FCN beim TSV Havelse - illustriert mit einem Uwe Wolf am Boden.
"Hohn und Spott für die Clubprofis" schrieben die Nürnberger Nachrichten nach der Niederlage des FCN beim TSV Havelse - illustriert mit einem Uwe Wolf am Boden.
Foto: Montage: Peter Spandl
"Hohn und Spott für die Clubprofis" schrieben die Nürnberger Nachrichten nach der Niederlage des FCN beim TSV Havelse - illustriert mit einem Uwe Wolf am Boden.
"Hohn und Spott für die Clubprofis" schrieben die Nürnberger Nachrichten nach der Niederlage des FCN beim TSV Havelse - illustriert mit einem Uwe Wolf am Boden.
Foto: Montage: Peter Spandl

“Deftig“ sagt Uwe Wolf, beschreibt damit aber weder die damalige Niederlage, noch die entschlossene Zweikampfführung, die ihn zwischen 1989 und 1994 im Club-Dress auszeichnete. “Wir haben gerne so gegessen. Auf Auswärtsfahrten hatten wir immer Büchsenwurst dabei.“ Der heute 45-Jährige teilte die Vorliebe für Herzhaftes mit Thomas Brunner und Jörg Dittwar. Vor dem Gastauftritt in Havelse war der Vorrat des Trios aufgebraucht. Gleiches galt für Willi Entenmanns Verständnis für eine solche Vorbereitung. Der in diesen Dingen strenge Club-Coach verbannte Dittwar aus der Startelf – dieser hatte sich eine Schinkenplatte aufs Hotelzimmer liefern lassen. Und so fehlte Nürnbergs sicherster Elfmeterschütze, als vor den Toren Hannovers vom Punkt aus über das Weiterkommen entschieden wurde.

Am 17. August 1991 deutete anfangs wenig darauf hin, dass sich der Bundesligist gegen die zwei Klassen tiefer notierten Niedersachsen aus dem Wettbewerb verabschieden sollte. Die Hausherren, in der Vorsaison unter Volker Finke noch in Liga zwei aktiv, hielten zwar couragiert dagegen. In Front ging jedoch der Club: In der 44. Minute adressierte  Dieter Eckstein eine Maßflanke an Uwe Wolf, der diese per Flugkopfball zur Halbzeitführung nutzte.

Nach Wiederanpfiff trat jedoch das ein, was man gemeinhin unter  “der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ zusammenfasst. “Diese Spiele sind Highlights für kleinere Vereine. Der Underdog hat nichts zu verlieren, wächst über sich hinaus. Der Bundesliga-Klub kann nur verlieren“, erklärt Uwe Wolf, was im Garbsener Stadtteil nun geschah. Havelse glich nach knapp einer Stunde aus: Christian Meier setzte erst Andjelko Urosevic in Szene und verwertete anschließend dessen präzise Hereingabe im Zentrum zum 1:1. Hatte der Club die Partie zuvor noch weitgehend unter Kontrolle, ging es nun hin und her, ohne dass einer Mannschaft in der regulären Spielzeit der Siegtreffer gelang.

"Ich habe mich immer voll reingehauen. Meinem Einsatz, Ehrgeiz und meiner Leidenschaft hatte ich es ja zu verdanken, dass ich überhaupt Profi geworden bin", charakterisiert Wolf das, was zumindest er in Havelse unter Beweis stellte. Während es dem Club zusehends an Durchsetzungsstärke mangelte, leistete er den Offensivbemühungen der Gastgeber vehement Widerstand. Ab der 97. Minute musste der FCN jedoch ohne seine Kampfmaschine auskommen. Nach einer knappen halben Stunde war der Rheinpfälzer von Referee Hans-Joachim Osmers wegen Reklamierens bereits verwarnt worden, ein ungestümes Foul an der Mittellinie bedeutete “Gelb-Rot“.

Die Elfmeterentscheidung zu Ungunsten des Favoriten erlebte Wolf so von draußen. Mit Martin Wagner und dem heutigen Nachwuchschef Rainer Zietsch scheiterten bereits die ersten beiden Club-Akteure an TSV-Schlussmann Stefan Beneking. Für den Oberligisten zeigten sich indes vier Schützen treffsicher und besiegelten so, dass der Club nahe des Mittellandkanals frühzeitig die Pokal-Segel streichen musste.

Die Zeit beim FCN: “Schön, erlebnisreich, aber auch turbulent“

Mit dem Club verbindet Uwe Wolf (verdeckt) mehr als die Freundschaft mit Michael Wiesinger, der ihm im August 1993 beim 1:0-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln assistierte.
Mit dem Club verbindet Uwe Wolf (verdeckt) mehr als die Freundschaft mit Michael Wiesinger, der ihm im August 1993 beim 1:0-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln assistierte.
Foto: Stefan Hippel
Mit dem Club verbindet Uwe Wolf (verdeckt) mehr als die Freundschaft mit Michael Wiesinger, der ihm im August 1993 beim 1:0-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln assistierte.
Mit dem Club verbindet Uwe Wolf (verdeckt) mehr als die Freundschaft mit Michael Wiesinger, der ihm im August 1993 beim 1:0-Siegtreffer gegen den 1. FC Köln assistierte.
Foto: Stefan Hippel

Trotzdem: Als Spieler habe er in Nürnberg eine “schöne, erlebnisreiche, aber auch turbulente Zeit gehabt“, sagt Wolf – vier Präsidenten, sechs Trainer und der traurige Abstieg 1994 inklusive. Der Kontakt zu den alten Weggefährten riss nie ab. Nicht, als er als Spieler und Chefcoach bei den Münchner “Löwen“ wirkte. Auch nicht während seines Mexiko-Aufenthaltes, als der Verteidiger Necaxa zur Meisterschaft führte. Seine Verbundenheit bezieht neben ehemaligen Mitspielern wie Michael Wiesinger, den er als Co-Trainer in Ingolstadt unterstützte, besonders die fleißigen Helfer im Umfeld des FCN mit ein, die diesen zur vielzitierten, auch von Wolf angesprochenen “Club-Familie machen“.

Für die Neuauflage der Partie wünscht sich Wolf, der seit Jahresbeginn Hessen Kassel trainiert, einen anderen Ausgang als 1991. Mit dem KSV ist er in der Regionalliga Südwest jüngst an seinem 45. Geburtstag erfolgreich in die Saison gestartet  mit einem 3:1 gegen Waldhof Mannheim.  Doch sein Team “ist am Sonntag nicht im Einsatz und keine anderen Spielbeobachtungen stehen an“ - Wolf wird sich sich den erneuten Kräftevergleich Havelse gegen Nürnberg vor Ort anzusehen.

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Für viele Fans war er neben Hans Meyer und Max Merkel einer der wichtigsten Trainer, die der Club hatte. Gleich zweimal war Willi Entenmann sportlicher Leiter des 1. FC Nürnberg und führte die Elf durch turbulente Zeiten. Im Alter von 68 Jahren starb der Schwabe am Dienstag, 3. Januar 2012, unerwartet in einem Krankenhaus bei Garmisch.

  

ANDREAS PÖLLINGER


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