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"Mein erstes Spiel von Beginn an, ein Riesenerlebnis", sagt Christian Wück - der Mann, der 1992 die Pleite des damaligen Tabellenführers aus Dortmund nach zuvor 19 Partien ohne Niederlage besiegelte. Auch damals, im April 1992, hatte der BVB an einem Freitagabend in Nürnberg gastiert.
Städtisches Stadion, Flutlicht, Bengalo-Show: Diese Bilder hat Christian Wück heute noch ebenso präsent wie die zwölfte Minute. Die Minute, als der 18-jährige Startelf-Debütant die Führung auf den Weg bringt. "Ich versuche in hohem Tempo vors Tor zu kommen. Es gibt eine Berührung. Ich mache noch einen Schritt und komme zu Fall", erinnert sich der Unterfranke an den herausgeholten Elfmeter. Mit Gegenspieler "Kutte" Kutowski hat Wück die Szene abschließend geklärt: "Er weiß, dass er mich berührt hat. Ich weiß, dass ich weiterlaufen hätte können." Sergio Zarate ist es schon damals egal, Nürnbergs "Zaubermaus" verwandelt den Strafstoß sicher.
Wenig später macht Wück die Clubfans erneut glücklich: Per Kopf lässt er BVB-Keeper Stefan Klos keine Abwehrchance, stockt auf 2:0 auf. Die Westfalen antworten durch Stephane Chapuisat mit dem Anschlusstreffer und drängen fortan auf den Ausgleich, den ihnen Andy Köpke im Club-Tor jedoch verwehrt. "In dieser Saison passte alles. Das war ein optimaler Einstieg ins Profi-Geschäft. Besser kann es für einen Newcomer nicht laufen", sagt Wück. Acht Treffer stehen für den Youngster am Ende einer Spielzeit zu Buche, in der der Club in Richtung UEFA-Cup steuert. Großen Anteil daran hatte Willi Entenmann. "Ich wurde behutsam aufgebaut. Er wusste, wenn er mich bringt, kommt frischer Wind in den Angriff. Diese Chancen habe ich genutzt", dankt Wück seinem ersten Profi-Trainer, der seinen Nacht- und Nebeltransfer nach Dortmund später verhinderte.
Die Statistik ist aus Nürnberger Sicht verbesserungswürdig: In den vergangenen 23 Begegnungen musste sich der BVB dem Club nur einmal geschlagen geben, behielt in den letzten fünf Partien stets die Oberhand. Dank Robert Lewandowskis Goalgetter-Qualität und Kevin Großkreutz‘ Schussglück siegte die Borussia zum Beispiel im August 2011. Auf die volle Punktausbeute in Dortmund wartet man in Franken seit über 20 Jahren vergebens. Genauer gesagt seit November 1990, als der Club durch Tore von Jörg Dittwar und Marc Oechler 2:0 gewann.
Im April 2011 reiste der FCN ins Westfalenstadion, um eine vorzeitige Meisterfeier zu verhindern. Mehr als eine halbe Stunde betätigte er sich erfolgreich als Spaßbremse. Dann war Lucas Barrios per Abstauber zur Stelle. Der BVB drängte nun zielgerichteter nach vorne und wurde mit dem 2:0 belohnt: Javier Pinola strauchelte erst an der Strafraumgrenze. Dann gab Lewandowski Raphael Schäfer mit einem lässigen Heber das Nachsehen. In der zweiten Hälfte hätte Christian Eigler den FCN fast noch einmal herangebracht. Für die Heimfans war dies nur noch eine Randnotiz. Die Kölner Schützenhilfe gegen Leverkusen machte den siebten Dortmunder Meistertitel und die schwarz-gelbe Feierlaune perfekt. Europas größte Stehplatztribüne hatte sich zu Europas größter Partyzone, die Schlussminuten zur Nebensache verwandelt.
In der Hinrunde 2010/11 hatte der BVB die Herbstmeisterschaft bereits in der Tasche. Der FCN strebte im Dezember 2010 gegen den in der Fremde bis dahin stets siegreichen Tabellenführer nach drei Pleiten die Trendwende an. Defensiv begegnete er dem Klassenprimus couragiert, bis er aufgrund der Schläfrigkeit bei gegnerischen Standards ins Hintertreffen geriet. Andy Wolf ließ bei einem Sahin-Freistoß Mats Hummels entwischen, der mit dem Kopf Dortmunds Halbzeitführung erzielte. Nach Wiederanpfiff wärmte ein Schieber-Alleingang die Nordkurve auf, ehe das Spiel bei konstantem Schneerieseln verflachte. In der Schlussviertelstunde investierte das Revier-Team wieder mehr und hatte damit Erfolg: In der 88. Minute sorgte Lewandowski durch den zweiten Gästetreffer für eine unbehagliche Vorweihnachtszeit beim FCN.
Zuhause besiegte der Club Dortmund zuletzt in der Abstiegssaison 2007/08. Tomas Galasek legte den Grundstein zum 2:0-Erfolg. Angelos Charisteas machte durch seinen Treffer in der Schlussminute den Heimsieg perfekt. Beim torlosen Rückspiel wirkte anstelle des Griechen ein Angreifer mit, der seine beste Zeit beim BVB hatte: Jan Koller ließ sich nach Abpfiff von der Dortmunder Südtribüne feiern. Die erbosten Anhänger seines Arbeitgebers bedachte er wenig charmant mit einem "fucking Nürnberg-Fans".
Am Abschluss-Spieltag 1993/94 ging der Club in Dortmund mit 1:4 unter und trat zum wiederholten Mal den Gang in die 2. Liga an. Das Unheil nahm früh seinen Lauf: André Golke unterlief im eigenen Sechzehner ein Handspiel. Andy Köpke parierte den von "Susi" Zorc getretenen Elfer reaktionsschnell und ließ so für wenige Sekunden Hoffnung auf einen anderen Spielverlauf keimen. Uwe Wolf beförderte den Ball jedoch nicht aus der Gefahrenzone, sondern zu Gerhard Poschner. Dieser bedankte sich und drückte den Ball über die Linie. Der Anschluss durch Rainer Zietsch, der Zorcs Treffer zum 2:0 postwendend konterte, gab dem Club keinen Auftrieb. Nach zwei weiteren Gegentoren wurde der FCN von der "Gelben Wand" hämisch aus dem Oberhaus verabschiedet.

Fr. 25.05.12
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Do. 24.05.12
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Mi. 23.05.12
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