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Auf und ab: Zrelak im Pech, Palacios im Anflug

Turbulenter Auftakt des Club-Trainingslagers in Spanien - 08.01.2018 10:43 Uhr

Der Countdown läuft: Trainer Michael Köllner verpasst seinen Spielern den Feinschliff für die Rückrunde. © Foto: Sportfoto ZInk


Das anfängliche Regenwetter war strahlendem Sonnenschein gewichen, das abgeschieden direkt am Meer gelegene, mit 65 Betten überschaubare Vier-Sterne-Quartier "Parador El Saler" erfüllt des Trainers Wunsch nach Ruhe und kurzen Wegen, die Mannschaft wirkt ausgeruht und geht mit großem Eifer zur Sache - am Samstag war für Michael Köllner im Trainingslager in Valencia die Welt rundum in Ordnung.

Nur wenig später musste der Coach des 1. FC Nürnberg allerdings eine erste schlechte Nachricht verdauen. Stürmer Adam Zrelak, gerade erst von einem Mittelfußbruch genesen, zog sich beim Schusstraining in der Vormittagseinheit einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu. Der
Slowake dürfte damit erneut zwei bis drei Wochen ausfallen.

Unabhängig davon hat der Verein seine Bemühungen, die offensive Kaderstelle des zum FC Schalke 04 abgewanderten Cedric Teuchert wieder neu zu besetzen, intensiviert. Köllner spricht von "zwei, drei unterschiedlichen Optionen", die seiner Meinung nach sportlich sinnvoll wären, nun müsse man eben schauen, "was wirtschaftlich machbar ist". Dienstag wird Andreas Bornemann in Valencia erwartet, und vieles deutet darauf hin, dass der Sportvorstand nach dem am Freitag von Werder Bremen bis Saisonende ausgeliehenen Linksverteidiger Ulisses Garcia einen weiteren Neuzugang im Gepäck haben könnte.

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Es dürfte sich dabei um den Deutsch-Spanier Federico Palacios handeln, der beim Bundesligisten RB Leipzig seit längerem über eine Reservistenrolle nicht hinauskommt. Der 22-jährige Offensivallrounder war 2014 von der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg nach Sachsen gewechselt und zwischenzeitlich an den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt verliehen worden. Am Valznerweiher soll das im Profibereich bislang noch torlose Edeltalent nun einen Vertrag bis 2020 unterschreiben, eine finale Einigung stand gestern aber noch aus.

Vorerst muss sich Köllner also in Spanien mit seinem aktuellen 28-Mann-Kader begnügen, dem auch die vier U21-Akteure Johannes Kreidl, Jonas Hofmann, Maximilian Krauß und Simon Rhein angehören. Nachwuchsstürmer Erik Engelhardt hingegen ist etwas überraschend doch in Nürnberg geblieben, um sich auf seine Abiturprüfungen vorzubereiten. "Das ist jetzt einfach wichtiger", befand Köllner.

Virus eingefangen

Während Rurik Gislason (Erkältung) und Tobias Werner (Oberschenkelprobleme) zumindest wieder leichtes Lauftraining absolvieren können, muss Ewerton die meiste Zeit noch im Hotel verbringen. Der Brasilianer hat sich im Heimaturlaub einen Virus eingefangen, soll aber spätestens Mitte der Woche wieder ins Training einsteigen können.

Davon abgesehen ist der Coach sehr zufrieden, wie sich seine Mannschaft im neuen Jahr präsentiert. Weiter verbesserte Laktat- und Körperfettwerte zeugen von einem körperlich exzellenten Zustand, "die Spieler wirken noch drahtiger und athletischer", schwärmt Köllner. Und auch mental habe die knapp zweiwöchige Pause seinen Profis gut getan, "denn irgendwann ist die Festplatte eben voll."

Beste Voraussetzungen also, um in den restlichen Spielen voll anzugreifen. Den Aufstieg mag Köllner aber trotz der reizvollen Tabellensituation nach wie vor nicht zum großen Ziel erklären. "Ich habe keine Aufstiegspflicht in meinem Vertrag stehen", erklärte der Oberpfälzer schmunzelnd: "Unser Plan war auch nicht unbedingt auf dieses Jahr angelegt. Wir gehen die Dinge weiterhin mit einer großen Ruhe an."

Sollte es dennoch schon heuer klappen mit der ersehnten Rückkehr ins Oberhaus, "dann wollen wir eine Qualität in der Mannschaft haben, die bundesligatauglich ist, und uns nicht mit irgendwelchem Anti-Fußball durch die Saison retten". Und weil man bei einem Aufstieg zu großen Teilen ja auf den bereits vorhandenen Kader zurückgreifen müsste, "ist es mein Anspruch, jeden einzelnen Spieler so weiterzuentwickeln, dass er sein Potenzial ausreizt." Und dafür wird auch in Valencia eine Woche lang akribisch gearbeitet. Nur leider nun ohne Adam Zrelak. 

Uli Digmayer

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