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Aufstieg und WM-Hoffnung: Aufregende Wochen für Ishak

Club-Stürmer würde am 23. Juni noch gerne gegen Deutschland antreten - 10.05.2018 11:20 Uhr

"Ich weiß nur, dass ich in Nürnberg eine gute Saison hatte": Mikael Ishak (li.) träumt von der WM, Hanno Behrens von Mallorca. © Foto: Daniel Marr/Sportfoto Zink


Sommerliche Temperaturen sind natürlich gemein nach drei mehr oder weniger durchzechten Nächten. Aber selbst umjubelte Aufsteiger müssen irgendwann wieder zur Arbeit, am Sonntag ist ja noch ein Spiel. Vor 50.000 Zuschauern. Gegen Fortuna Düsseldorf. Um die Zweitliga-Meisterschaft.

Ein Unentschieden würde dem Club genügen, um die Runde auf Platz eins abzuschließen. Damit wäre auch das letzte Saisonvorhaben umgesetzt, wofür sie jetzt eben noch mal ein paar Tage kräftig schwitzen müssen. Der eine oder andere entschwand am Mittwoch nach Feierabend jedenfalls ungewohnt flott in die Kabine.

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Um es drastisch zu formulieren: Übergeben musste sich niemand, zumindest nicht auf dem Platz. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, wäre ja auch extrem unprofessionell. Wenngleich es die Mannschaft doch ordentlich krachen ließ nach dem 2:0 in Sandhausen.

Ishak und der WM-Traum

"Für manche war es schon hart", sagt Mikael Ishak, sieht aber nicht so aus, als ob er ein Feierbiest der Kategorie Behrens oder Leibold wäre. "Es war schön, aber kontrolliert, wir haben ja noch ein letztes Ziel", versichert der schwedische Nationalspieler. Er hat sogar noch zwei.

Mit 25 ist Ishak zum ersten Mal aufgestiegen, "ein Traum", mit 25 könnte er an seiner ersten WM teilnehmen. Sollte sein Nationaltrainer Janne Andersson in seinem 23-köpfigen Aufgebot mit fünf Stürmern planen, hätte Ishak wohl gute Chancen, ab dem 14. Juni dabei zu sein in Russland. Würde Andersson nur vier Angreifer mitnehmen, hätten Berg, Toivonen, Guidetti und Thelin wohl bessere Karten – Ishak könnte wahrscheinlich einen längeren Urlaub machen.

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So jettet er nächste Woche mit seiner kleinen Familie nur für ein paar Tage nach Dubai und wird hin und wieder auf sein Handy schauen. Gerade offensiv lief es zuletzt überhaupt nicht bei den Schweden; in den Tests gegen Chile (1:2) und Rumänien (0:1) Ende März wirkten die Skandinavier im letzten Platzdrittel sogar ausgesprochen harmlos.

Ishak: Bin ein wichtiger Spieler

Der künftige Bundesliga-Stürmer Ishak in Bestform könnte durchaus mehr sein als einer aus dem erweiterten Kandidatenkreis. Dazu zählt er sich, alles andere, sagt Ishak, "wäre komisch". Wie nah er dran ist an der WM, kann Ishak selbst kaum abschätzen, "ich weiß nur, dass ich in Nürnberg eine gute Saison hatte", sagt er, "nicht nur persönlich, auch als Mannschaft, wir sind aufgestiegen".

Aufgestiegen auch wegen seiner meist punktebringenden Tore. Zwölf hat er bislang erzielt und sieben vorbereitet, in 27 Spielen, 25-mal gehörte er zur Startformation. Mit ihm in der Spitze holte der Club im Schnitt 2,12 Zähler pro Begegnung. In den sieben Wochen ohne ihn 0,86.

"Ich fühle mich schon als wichtiger Spieler", sagt Ishak, "auch wenn ich keine Tore schieße oder auflege, bringe ich der Mannschaft trotzdem etwas." Der Ruf, ein gefährlicher, weil effizienter Angreifer zu sein, eilt ihm voraus; häufig bindet Ishak zwei Verteidiger, was wiederum seinen Kollegen mehr Raum verschafft. Vier Siege und ein Unentschieden stehen seit seinem 45-minütigen Comeback beim 3:2 gegen Heidenheim in der Ergebnisliste, auch gegen den Ball erledigt er seine Aufgaben zuverlässig.

Darf Ishak bald gegen Deutschland ran?

Am liebsten haut er den Ball aber natürlich vorn rein. Deshalb wurmt es ihn auch ein bisschen, im neuen Jahr noch gar nicht getroffen zu haben. "Ich bin glücklich, wenn ich spielen kann", sagt Ishak bloß, "vor ein paar Wochen lag ich noch auf der Couch und dachte: Die Saison ist vorbei."

Ist sie nicht – und bietet ihm vielleicht noch eine Verlängerung. Am 23. Juni treffen seine Schweden auf den Weltmeister, Ishak wäre, logisch, gerne dabei, "das wäre schon cool und auch ein Traum". Wenn der WM-Traum aber einer bleiben würde, wäre er auch nicht böse, "ich nehme es so, wie es kommt".

Seine Teilnahme an der Abschlussfahrt nach Mallorca hat er vorsorglich schon mal abgesagt. Wenn die anderen Aufsteiger bei sommerlichen Temperaturen erneut ihre beste Leistung abrufen wollen. Tag und Nacht. 

Wolfgang Laaß E-Mail

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